Wofür Zeichen und Wunder dienten

»Die Zeichen eines Apostels sind unter euch gewirkt worden in aller Geduld, in Zeichen und Wundern und Kraftwirkungen.« 2Korinther 12,12

Wer sich die Mühe macht und die Worte semeionteras und dunamis an allen Stellen nachzuschlagen in seiner Bibel wird zu einer erstaunlichen Erkenntnis kommen, zu der man nicht gelangen kann, wenn man all diese Stellen nacheinander nicht nachschlägt. Wenn man sieht, wie z.B. das Wort semeion im Neuen Testament verwendet wird, dann wird man auch Schlüsselstellen wie 1Kor 14:22 in einem ganz anderen Licht lesen. Nachdem nun klar ist, was mit semeion gemeint ist, dürfte der folgende Vers nun viel einfacher zu verstehen sein: „Darum dienen die Sprachen als ein Zeichen, und zwar nicht für die Gläubigen, sondern für die Ungläubigen“ (1Kor 14:22).

Jeder Leser, der die Liste mit Bibelversen und die Definition von semeion einfach überspringt, wird nicht fähig sein die korrekte Interpretation von 1Kor 14:22 zu erlangen und wird die Irrlehre der Pfingstbewegung im Bezug auf diese Gabe nicht erkennen. Der sorgfältige Student wird durch seine mühevolle Arbeit erkennen, dass die Existenz der damaligen Sprachengabe ein Erkennungszeichen war, an dem das jüdische Volk erkennen sollte, dass Gottes Gericht direkt vor der Tür steht (beachte das Zitates von Paulus in 1Kor 14:21 aus Jes 28:11-12). Die Sprachengabe war niemals dafür gedacht, dass sie die Gläubigen bis zur Wiederkunft Jesu begleiten sollte, sondern sie war aktiv bis zur Zerstörung Jerusalems und des Tempels durch die Römer. Natürlich wird man mir jetzt entgegenhalten die Aussage: „Diese Zeichen aber werden die begleiten, die gläubig geworden sind: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, sie werden in neuen Sprachen reden, Schlangen werden sie aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nichts schaden; Kranken werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden.“ (Mk 16:17-18). Was jedoch nicht beachtet wird, ist der Kontext, dass Gott diesen Zeichen einen bestimmten Zeitraum[1] gegeben hat. Daher beziehen sich die „Zeichen“ in Mk 16:17-18 nur auf die Gläubigen des Apostolischen Zeitalters, dass noch erst bis zur „Reife“ kommen musst um nicht mehr hin und hergeworfen zu werden von den Winden der Irrlehre. Diese Tatsache ist nur dann verständlich, wenn man sich eingehend mit den Aussagen des NT auseinandergesetzt hat, denn viele begehen gern den Denkfehler und glauben, dass jeder einzelne Bibelvers Gottes Wort ist (und das stimmt), und demnach immer zu allen Zeiten anwendbar ist (das stimmt nicht). Hier sei nur noch ein kleines Beispiel eingefügt um meinen letzten Punkt zu beweisen:

Begebt euch nicht auf die Straße der Heiden und betretet keine Stadt der Samariter; geht vielmehr zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel. Mat 10:5-6

Wenn man so verbissen glaubt, dass jeder einzelne Vers der Schrift eine in allen Zeiten Anwendung findende Bedeutung haben muss, dann sagt uns Christus eben an dieser Stelle, dass wir nur Israel verkünden sollen, dass das Reich der Himmel nahe ist. Da wiederum dieser Bibelvers nur in seinem ursprünglichen Kontext die korrekte Bedeutung hat, haben wir eben hier eine Bibelpassage, die heute keine Anwendung mehr findet. Ihre Erfüllung geschah damals, als die Apostel ausgesandt wurden um dem Hause Israel Christi Wort zu bringen. Heute dagegen wird kaum ein Christ aufstehen und sagen: „Matthäus 10:5-6 ist Gottes Wort und deshalb für immer gültig und deshalb ein Befehl, dem wir heute auch gehorchen müssen!“. Es war angemessen für die Apostel damals, als Christus noch mit ihnen wandelte, dass sie nur dem Hause Israel das Wort Christi verkünden sollten. Heute gilt für uns dieses Wort nicht mehr, da es niemals an uns heute gerichtet war. Kann der Leser das nachvollziehen? Wenn diese eine Aussage schon keine zu allen Zeiten anwendbare Bedeutung hat (als ob man diesem Befehl in Mat 10:5-6 zu allen Zeiten zu gehorchen hat), warum ist es so schwer zu glauben, dass Bibelverse, die für den Zeitraum des Apostolischen Zeitalters galten, heute keine Anwendung mehr finden? Aus diesem Grund steht zwar in der Schrift: „Diese Zeichen aber werden die begleiten, die gläubig geworden sind: In meinem Namen werden sie Dämonen austreiben, sie werden in neuen Sprachen reden, Schlangen werden sie aufheben, und wenn sie etwas Tödliches trinken, wird es ihnen nichts schaden; Kranken werden sie die Hände auflegen, und sie werden sich wohl befinden.“ (Mk 16:17-18), aber seine Erfüllung vollzog sich nur in dem Zeitraum vor dem Cessationismus (1Kor 13:8-13; Eph 4:11-14).


[1] Gr. kairos; gemeint ist der begrenzte Zeitraum des Apostolischen Zeitalters in dem die Errichtung und Festigung der Kirche durch neutestamentliche Offenbarungen und Wirklichkeiten bewirkt wurde.

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