Was bedeutet schmeicheln?

»Wir sind nie mit Schmeichelworten gekommen, wie ihr wisst, noch mit verblümter Habsucht – Gott ist Zeuge.« 1.Thessalonicher 2,5

Wiktionary: Schmeichelei ist der Versuch jemandem zu gefallen oder jemanden zu beeinflussen, indem man Sachen sagt, die der andere gerne hören möchte auch wenn man selbst eine andere Meinung zu dieser Sache hat.

Deutsches Wörterbuch: Wenn etwas schmeichelhaft ist, dann ist es „angenehm“ oder „sich anschmiegend“. Schmeicheln heißt auch „liebkosen“ oder „eine wohltuende Empfindung“ bei anderen erzeugen oder sich gegenüber anderen „lobend äußern“.

Robert Jamieson: Wenn jemand versuchen möchte anderen Menschen zu gefallen, dann ist Schmeichelei genau das Hilfsmittel für ihn.

B.W. Johnson: Paulus hätte Schmeichelreden benutzt, wenn er danach getrachtet hätte den Menschen zu gefallen, aber er sprach sie direkt auf ihre Sünden an.

Marvin  Vincent: Paulus sagt, sie hätten sich nicht herabgelassen zu schmeicheln um ihnen das Evangelium angenehm und akzeptabel zu machen.

Matthew Poole: Wenn wir den Menschen gute Dinge zuschreiben, die sie nicht haben oder ihnen mehr zuschreiben als sie haben, wenn wir ihnen applaudieren und das Böse verharmlosen, das in ihnen ist, dann schmeicheln wir ihnen. Das beklagt man oft an den falschen Propheten im Alten Testament z.B. in Jes 30:10 und Hes 13:10 und an den Irrlehrern im Neuen Testament. Das Schmeicheln eines Predigers besteht aus:

(1) dem Predigen beruhigender und angenehmer Dinge, um eher jemandem zu gefallen als das es ihm Nutzen bringt;

(2) der Vermeidung angebrachter Zurechtweisungen und der Vermeidung der Suche nach der Wahrheit sowie ihre Anwendung, und das nur um andere nicht zu verärgern;

(3) dem Vorheucheln von Worten der Weisheit und rhetorischer Reden um anderen zu gefallen;

(4) dem Vorenthalten oder Verfälschen bestimmter Teile der Wahrheit, damit die Menschen über ihre Taten besser denken, als sie in Wirklichkeit sind oder damit sie über ihren Zustand besser denken, als er in Wirklichkeit ist.

Matthew Henry: Paulus und seine Mitarbeiter predigten Christus und Ihn gekreuzigt und hatten kein Interesse daran die Zuneigung der Menschen für sich zu gewinnen indem sie sie bejubeln, umschmeicheln und ihnen gut zureden. Paulus war weit davon entfernt. Weder schmeichelte er den Menschen in ihren Sünden noch erzählte er ihnen, dass sie so leben konnten wie sie es wollten, wenn sie zu seinem Glauben übertreten. Er schmeichelte ihnen nicht mit Hoffnungen und erlaubte ihnen nicht sich in bösen Taten oder Wegen zu rühmen.

John Gill: Die Apostel predigten nicht die Reinheit der menschlichen Natur, nein, sondern die Lehre der Erbsünde und die Anrechnung der Übertretung Adams an seine ganzen Nachkommen und die Verdorbenheit des ganzen menschlichen Wesens. Sie hielten daran fest, dass alle Menschen in ihrem menschlichen Wesen vollkommen verdorben sind, dass sie alle unter der Macht und Herrschaft der Sünde sind, dass sie alle vor Gott schuldig sind, dass sie ewig verlorengehen werden und dem ewigen Zorn und der ewigen Bestrafung solange unterworfen sind bis sie für ihre Sünden Buße tun und an Christus glauben. Sie priesen nicht die Kraft des menschlichen freien Willens, was für die Juden und Griechen wohltuend gewesen wäre, sondern sie verkündeten das Gegenteil. Sie hielten an der Schwäche und Unfähigkeit des Menschen fest und präsentierten den Menschen als schwaches und kraftloses Geschöpf (das unfähig ist etwas Gutes von sich aus zu tun oder zu denken) und schrieben all das Gute (das in ihm ist, das er hat und das er tut) der Gnade und der Kraft Gottes zu, der in dem Menschen das Wollen und Vollbringen bewirkt. Sie verkündeten, dass es keinen gerechten Menschen gibt, nein, auch nicht einen einzigen von den Söhnen Adams. Sie hatten alle nicht Christi Gerechtigkeit, die die einzige ist, durch die ein Mensch von allem gerechtfertigt werden konnte und sicher [vor dem Zorn Gottes] sein kann.

Albert Barnes: Apostel Paulus benutzte niemals Schmeichelei. Er pries die Menschen nicht für ihre Schönheit, ihren Wohlstand, ihre Begabungen oder Errungenschaften und er verbarg vor ihnen auch nicht die schmerzhaften Wahrheiten über ihre Sünde. Er sagte die Wahrheit und zögerte nicht den Menschen seine aufrichtigen Überzeugungen über ihre Sünde zu verkünden. Die wesentlichste Kunst des Verführers ist in allen Dingen zu schmeicheln. Paulus sagt, dass er dies sorgfältig vermieden hat als er zu den Thessalonichern predigte und die Thessalonicher wussten auch, dass Paulus ehrlich und aufrichtig zu ihnen war.

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