Über mich

Ich wurde in einem atheistischen Elternhaus erzogen. Gott existierte nicht für mich. Nachdem sich meine Eltern scheiden ließen, lebte ich bei meiner Mutter bis ich volljährig war. Die Schrift beschreibt meine ersten 18 Jahre recht treffend mit der Beschreibung der Heiden „…in der Nichtigkeit ihres Sinnes, deren Verstand verfinstert ist und die entfremdet sind dem Leben Gottes, wegen der Unwissenheit, die in ihnen ist, wegen der Verhärtung ihres Herzens; die, nachdem sie alles Empfinden verloren haben, sich der Zügellosigkeit ergeben haben, um jede Art von Unreinheit zu verüben mit unersättlicher Gier“ (Epheser 4:17-19)“. Ich war buchstäblich erfüllt mit aller Art von „Ungerechtigkeit, Unzucht, Schlechtigkeit, Habsucht, Bosheit; voll Neid, Mordlust, Streit, Betrug und Tücke“ und glich solchen „die Gerüchte verbreiten“ so dass ich nicht anders war wie jene „Verleumder, Gottesverächter, Freche, Übermütige, Prahler, erfinderisch im Bösen, den Eltern ungehorsam; unverständig, treulos, lieblos, unversöhnlich, unbarmherzig“ (Römer 1:29-31). Eine meiner herausragendsten Fähigkeiten war, dass ich, ohne das man mir das anmerkte, ein gerissener Lügner war. Ich konnte ohne Gewissensbisse meine besten Freunde anlügen und ihnen dabei in die Augen schauen. Ich habe auf verschiedene Weise danach getrachtet meine Gelüste und meine bösen Leidenschaften zu befriedigen. Und wegen dem Bösen das ich verübte, weil es auf Dauer nicht verborgen blieb, war niemand fähig mein Freund zu sein. Ich habe sämtliches Vertrauen derer verloren, die ich Freunde nannte und auch in meiner eigenen Familie verlor ich jegliches Vertrauen.

Die Zeit kam und ich dachte ich müsse mein Zuhause und meine Heimat verlassen wegen all den Konflikten, die mir tagtäglich begegneten. Als ich 18 war, zog von Zuhause fort und begann eine Ausbildung. Ich dachte mir, ich könnte ein neues Leben beginnen und mit all dem Bösen und Verdrehten brechen, das mich so unbeliebt machte. Die Schmerzen und die Einsamkeit, die aus meinem bösen Wandel resultierten, brachten mich dazu zu glauben, ich könnte von selbst ein neues Leben beginnen und mich und meine sündhaften Gewohnheiten ändern. Innerhalb von zwei Jahren fand ich heraus, ich habe nicht die geringste Kraft und Fähigkeit mich zu verändern und anstatt das ich mich ein wenig verbessern konnte, wurde alles nur noch schlimmer mit mir. Ich konnte mit noch mehr Gottlosigkeit Sünde verüben ohne jede Gewissensbisse. Ich log und betrog wo ich nur konnte und benutzte Frauen nur um meine Lust zu befriedigen. Dennoch war ich manchmal ein wenig schockiert darüber, wie skrupellos ich vorgehen konnte. Dann, um Aufmerksamkeit zu bekommen, täuschte ich sogar vor, ich wäre als Kind  missbraucht worden von jemanden. Ich konnte ohne mich groß überwinden zu müssen als Gottloser meine Freundin, die gerade Geburtstag hatte, am selben Tag im selben Haus mit einer anderen Frau betrügen. Mein Gewissen war so gebrandmarkt, dass mit der Zeit ich fast keine Scham und Schande mehr für mein Verhalten empfand. Und all das, obwohl ich mir ernstlich vorgenommen hatte, mein Leben grundlegend zu verändern und zu bessern. Ich wollte nach all den Schmerzen, die ich anderen zugefügt hatte, ein guter und aufrichtiger Mann werden zu dem man aufschauen und dem man vertrauen könnte. Aber all meine Anstrengungen verliefen im Sand. Ich erlebte die grausame Wahrheit, die ich zu diesem Zeitpunkt zwar noch nicht kannte, die aber schon hunderte Jahre vor meiner Geburt verkündet wurde: „Kann wohl ein Mohr seine Haut verwandeln, oder ein Leopard seine Flecken? Dann könnt ihr auch Gutes tun, die ihr gewohnt seid, Böses zu tun!“ (Jeremia 13:23). Ein dunkelhäutiger kann also seine Hautfarbe nicht verändern und ein Leopard kann seine Flecken nicht verändern, so kann auch ich, der ich an das Böse und die Sünde gewöhnt bin, mich nicht verändern. Ich würde immer derselbe Mensch bleiben und in dem, worin ich mich befand, sogar noch an Bosheit zunehmen, denn das war meine Erfahrung und ebenso die Erfahrung Millionen anderer Menschen.

Mittlerweise war ich 20 Jahre und mein Leben war so erbärmlich hoffnungslos, dass ich versuchte meinem Leben ein Ende zu machen.  Meine Absicht, Suizid zu begehen und diese Welt von solch einem Scheusal wie mich zu befreien, führte ungeachtet der Tabletten die ich schluckte nicht zum gewünschten Ende. Ich übergab mich dann und mit dem Erbrochenen entwich auch all das, wodurch ich mir erhoffte meinem Leben ein Ende zu bereiten. Kurze Zeit danach traf ich zwei junge Christinnen (aus einer evangelisch-freikirchlichen Gemeinde). Ich jedoch, als Atheist, wollte mich lustig über sie und ihren Glauben machen, also traf ich mich mit ihnen. Wir gingen gemeinsam etwas Trinken in ein Café und dort in diesem Café hörte ich zum ersten Mal etwas über die Botschaft der Bibel. Sie erzählten uns von Sünde, Hölle und Verdammung und von Glauben, Himmel und Versöhnung durch Jesus Christus. Anstatt das ich mich über sie lustig machte, so wie ich mir das eigentlich vorgenommen hatte, hörte ich ihnen aufmerksam zu. Niemals habe ich einen stärkeren Einfluss auf mich gespürt wie bei der Darstellung der beiden Christinnen über Gott und die Bibel. Zum ersten Mal in meinem Leben hörte ich etwas über Jesus Christus und dass Er irgendwie jene rettet, die an Ihn glauben. Die nächsten zwei Wochen verbrachte ich damit über das nachzudenken, was mir diese zwei Frauen erzählt haben. Ein Gedanke quälte mich nachts, während ich liegend zur Decke blickte: „Was, wenn sie Recht haben? Was, wenn die Bibel stimmt?“. Ich entschied mich mit in ihre Gemeinde zu gehen und in eine ihrer Jugendstunden. Dort entschied ich mich dann für Jesus, weil mir versprochen wurde, Er kann mein Leben verändern.

Die nächsten vier Jahre verbrachte damit die Gemeinde zu besuchen, zu Gebetsstunden zu gehen und die Bibel zu lesen. In diesen 4 Jahren wurde ich oberflächlich mit dem Inhalt der Bibel vertraut. Und ich heiratete auch genau die Frau, die mir wenige  Jahre zuvor zuerst von Jesus Christus erzählt hatte. Auch wenn ich die Bibel las und die Gemeinde besuchte und mir hunderte von Predigten anhörte, hatte ich keine Gewissheit meiner Erlösung und ich verstand auch nicht wirklich, wie das Evangelium korrekt präsentiert wird und wie Gott eigentlich tatsächlich dem Sünder vergibt und ihn rettet. Das war mir ein Geheimnis und niemand konnte es mir erklären. Auch wenn ich sehr viele christliche Bücher las, erklärte kein Buch das Kreuz von Christus und was dort wirklich geschah. Es hieß immer nur: „Jesus starb dort für dich! Glaube an ihn und du wirst gerettet!“. Mehr nicht! Ich wünschte ich hätte es verstehen können, aber all meine Fragen, weil sie niemand beantworten konnte, führten mich dahin zu denken: „Vielleicht ist die Sache zu kompliziert als das ich sie verstehen kann. Vielleicht glaube ich es einfach und forsche nicht weiter nach. Jesus starb für mich und das wollte ich glauben.“ Mein Pastor versicherte mir immer wieder dass ich gerettet sei, denn ich bekehrte mich ja schließlich auch und bat um die Vergebung meiner Sünden.

Mein Pastor ließ mich am Sonntag öfters predigen und machte mich ebenso zum Leiter der Bibelstunde in der Gemeinde. Auch in anderen Gemeinden ging ich zum Predigen. Mit der Zeit verschlang ich regelrecht die verschiedensten christlichen Bücher (z.B. von John Bevere, Derek Prince, Mahesh Chavda, Jack Deere, Rick Warren und vielen anderen). Durch charismatische Literatur kam ich an den Punkt, wo ich Gott um die pfingstlich-charismatische Geistestaufe und verschiedene Geistesgaben bat. Ich fing an in Zungen zu reden und legte sie auch aus und prophezeite auch in der ersten Person Gottes. Ich hatte viele Träume, die ich für göttliche Träume hielt und die unterschiedlichsten Erfahrungen.

Mein Leben lief gut. Ich war verheiratet. Man respektierte und schätzte mich. Leute mochten mich und ich hatte zum ersten Mal „Freunde“. Das ist etwas, was ich nie hatte. Ich diente in der Gemeinde und nahm an fast allen christlichen Veranstaltungen hier und in der Umgebung teil. Ich hatte meine Ausbildung begonnen und erfolgreich abgeschlossen. Ich genoss mein Leben und schlug mir auf die Schulter mit den folgenden Gedanken: „Jetzt hast du etwas aus dir gemacht! Schau an was du warst und was du jetzt bist. Du hast einen großartigen Job getan!“.

Als ich dann als Pfingstler merkte, dass mein Pastor eine völlig andere Ansicht über bestimmte Bibelverse hatte als ich, wurde ich zum ersten Mal damit konfrontiert, dass eine Aussage in der Schrift unterschiedlich interpretiert wurde. Wer hatte nun Recht von uns beiden? Wer hatte nun Recht im Bezug auf die Taufe im Heiligen Geist, denn er glaubte, sie wäre die Wiedergeburt, während ich sie für eine zweite Erfahrung hielt? Die Frage blieb wie ein Dorn in meinem Fleisch zurück: „Was ist nun die Wahrheit? Wer von beiden hat Recht? Ein und dieselbe Bibel kann nicht zwei unterschiedliche Sachen lehren, die vollkommen gegensätzlich zueinander sind!“. Erst jetzt fing ich an die Aussagen der Schrift genauer zu untersuchen, denn Jesus selbst verkündete, dass getrennt von seinem Wort niemand die Wahrheit finden würde: „Heilige sie in deiner Wahrheit! Dein Wort ist Wahrheit“ (Johannes 17:17).

Ein weiteres Jahr verging und mein Leben war auf dem Höhepunkt meiner Gefühle, denn mein Leben verlief so genial. Endlich war ich ein veränderter Mensch und erlebte keine Einsamkeit mehr. Ich wurde von so vielen Christen geschätzt für meine Bibelkenntnis (die aus dem eifrigen Verschlingen einer Vielzahl von Büchern resultierte) und meine Art zu predigen. Ich hatte viele Geistesgaben und fühlte mich wie ein Elitechrist, der an vorderster Front kämpfte. Für mich war Himmel auf Erden. Eines Tages las ich auf der Arbeit in der Pause die Bibel und kam zu einer Passage, die mein Leben verändern sollte:

Markus 8:31-36
„Und er fing an, sie zu lehren, der Sohn des Menschen müsse viel leiden und von den Ältesten und den obersten Priestern und Schriftgelehrten verworfen und getötet werden und nach drei Tagen wiederauferstehen. Und er redete das Wort ganz offen. Da nahm Petrus ihn beiseite und fing an, ihm zu wehren. Er aber wandte sich um und sah seine Jünger an und ermahnte den Petrus ernstlich und sprach: Weiche von mir, Satan! Denn du denkst nicht göttlich, sondern menschlich! Und er rief die Volksmenge samt seinen Jüngern zu sich und sprach zu ihnen: Wer mir nachkommen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach! Denn wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird es retten. Denn was wird es einem Menschen helfen, wenn er die ganze Welt gewinnt und sein Leben verliert?“

Ich glaubte, dass Gott niemals lügt in seinem Wort und das sein Wort äußerst ernst ist. Meine Aufmerksamkeit wurde nun auf diese Aussagen gerichtet: „wer sein Leben retten will, der wird es verlieren; wer aber sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird es retten“. Sofort bemerkte ich die zwei erwähnten Gegensätze in dieser Aussage:

(1) Wer sein Leben retten will, der wird es verlieren
(2) Wer aber sein Leben verliert um meinetwillen und um des Evangeliums willen, der wird es retten

Zum ersten Mal in meinem Leben bekamen diese Worte aus dem Mund des Christus Sinn. Auch wenn ich keine akustische Stimme gehört habe, fühlte ich wie Christus mir sagen will: „Wenn du die Kontrolle über dein Leben behältst, so kann ich dich nicht retten. Nur wenn du die Kontrolle über dein Leben tatsächlich verlierst, dann kann ich dich retten. Jeden Tag beobachte ich dich, wie du immer wieder neu versuchst dein Leben zu verlieren, aber es gibt keinen tatsächlichen Verlust. Du wünschst dir zwar, dass du dein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verlierst, aber du verlierst es nicht. Es ist nicht genug es nur verlieren zu wollen, es muss ein tatsächlicher Verlust stattfinden damit ich dich retten kann. Es ist nicht genug es einfach nur zu wollen!“. Diese Gedanken kamen wie eine hereinbrechende Flut in meine Gedanken. Dies lies mir die Haare zu Berge stehen! Ich konnte kaum atmen aus lauter Entsetzen. Niemals zuvor hörte oder erlebte ich so etwas. Mein Verstand wurde wie aufgemacht und ich war irgendwie in der Lage meine eigene Gedankenwelt zu sehen und meine eigene Haltung, die Menschen von außen nicht wahrnehmen können. Ich erkannte auf einen Schlag, dass alles, was ich tat, nur für mich tat. Alles, was ich tat, war zu meinen eigenen Vorteil. Ich wollte ein bekannter und respektierter Prediger und Autor werden. Ich wollte applaudiert und gelobt werden. Das war meine Motivation für alles was ich in der Gemeinde tat und für jedes Opfer, das ich für die Gemeinde brachte. Plötzlich bemerkte ich meine eigenen Sünden, die ich sonst so nicht wahrnahm und nicht sah: Stolz, Selbstsucht, Egoismus, Streitsucht und Rebellion gegen alles in der Bibel, das meine Begierden und Lüste „einschränkte“. Ich begann die Last der Sünde zu spüren und wusste, dass ich immer noch unter der Strafe der Sünde stand. Ich sah in mir denselben Zustand, den ich bereits mit 18 Jahren hatte, nur mit dem Unterschied, dass ich jetzt so viele „christliche Deckmäntel“ hatte, die andere davon abhielten mein wahres Ich zu sehen. Auch wenn ich in die Gemeinde ging, wusste ich, dass ich nicht das war, was ich behauptet hatte zu sein. Dann merkte ich ebenfalls, wie meine Hoffnung auf Errettung gar nicht auf dem Erlösungswerk des Christus ruhte, sondern vielmehr rein auf der Entscheidung, die ich für Jesus traf. Ebenso fügte ich dem Werk des Christus am Kreuz, das bis dahin noch gar nicht verstand, meine guten Werke hinzu. Niemals hatte ich mich Gott völlig ausgeliefert. Ich wollte einen Retter, ja, und ich wollte gesegnet werden, aber ich wollte mich nicht vollständig dem Willen Gottes ausliefern oder den Bedingungen, die Er für die Nachfolge stellt.

Nun sah ich, wie meine Sünde Gott entehrte und beleidigte und dass Er mich zurecht bestrafen muss. Ich war so schockiert, dass ich selbst erkannte, wie überaus böse ich noch war und ohne Gewissensbisse böse Gedanken pflegen konnte. Ich begann den Zorn Gottes zu sehen, wie er in vollkommen gerechter Weise auf alle Gottlosigkeit lag. Dann sah ich die Zentralität Gottes in allen Dingen. Niemand musste mich nun noch überzeugen, dass Sünde „böse“ ist und dass Hölle die gerechte Strafe für Sünde ist. Nun machte es Sinn, dass ich es verdient habe auf ewig den Zorn Gottes zu tragen, etwas, was ich vorher niemals vernommen habe. Sünde begann eine Realität für mich zu werden. Bisher war Sünde ein theologischer Begriff, der mir zwar so bekannt war, aber ich hatte noch nicht begriffen, was Sünde ist. Das einzige was ich dann zu tun begann, war um Gnade und um Erlösung zu „betteln“. Ich war so schockiert über meinen wahren Zustand, dass ich zum ersten Mal anfing mich zu hassen und ich hasste all das, was ich mein Leben lang getan habe – sündigen. Ich wollte mit dieser Person, die ich war, nichts mehr zu tun haben. Ich war so schrecklich.

Ich rief den Herrn Jesus Christus im Glauben an, aber diesmal in dem Glauben, dass Er allein rettet, und dass Er treu und gerecht ist und mein Schreien hört und mir Erlösung aus Gnade schenkt, weil Er stellvertretend die Strafe für Sünde auf sich nahm. Ich gab mein Leben auf und verlor es an Ihn. Ich wollte nicht länger mein Leben nur verlieren wollen, ich verlor es. Von diesem Moment an wurde ich ein Sklave Gottes. Was auch immer Christus von diesem Moment an sagte, war mir keine Last mehr, sondern meine Freude. Was auch immer Christus lehrte in der Schrift, das glaube und umarme ich, selbst wenn ich die einzige Person im Universum wäre, die das noch glaubt. Von diesen Momenten an bemerkte ich eine völlig neue Abhängigkeit in meinem Leben, die ich bisher nicht kannte.  Dramatische Veränderungen fanden in mir statt und in den folgenden Jahren sollte sich das nicht ändern. Dinge, die ich jahrelang nicht verstand, wurden mir mit der Zeit klar verständlich als ich anfing meine Gedanken den Aussagen der Schrift zu unterwerfen. Die vielen Puzzleteile setzten sich mehr und mehr vor meinem Auge zusammen und ich erkannte mehr und mehr worüber die Bibel überhaupt eigentlich die ganze Zeit redet – von Christus! Aber die größte Veränderung in mir war die, dass Gott wertvoll für mich durch das Evangelium wurde. In der Vergangenheit war Er mir nicht wirklich wertvoll. Ich redete mir nur immer wieder ein, dass Er mir wertvoll wäre, aber Er war es nicht und daher hatte Er auch keinen verändernden Einfluss in mir selbst und in meiner Gesinnung.

Die nächsten 4 Jahre verbrachte ich mit intensivem Bibelstudium. Ich begann Griechisch zu lernen und unterwarf meinen Glauben der Schrift und nicht die Schrift meinem Glauben. Wenn es eine Wahrheit gibt, dann ist sie hier in der Schrift selbst und ich werde sie finden. Alle scheinbar unlösbaren kontroversen Themen, mit denen ich bisher Umgang hatte, wurden durch die Aussagen der Schrift gelöst und ich realisierte, dass all die Bücher, die ich bisher las, an die Stelle der Schrift getreten sind. Daher verwarf ich alles Gelesene und fing völlig von vorne an. Nun studiere ich immer noch die Bibel.

Durch die letzten 4 Jahre und durch die wahrhaftige Erlösung durch Christus war ich selbst erschrocken darüber, dass ich so lange dachte, ich hätte früher echte Geistesgaben ausgeübt und echte Prophezeiungen ausgesprochen und echte Visionen gehabt. Ich habe immer behauptet ich hätte Visionen gesehen und konnte sie sogar detailliert anderen beschreiben, aber im Nachhinein waren es nur Gedanken, die sich in mir selbst zu einem Bild formten, während ich nie etwas tatsächlich gesehen habe. Ich bemerkte ebenfalls, dass das, was ich unter Zungenrede verstand reines Kauderwelsch war (eine Fähigkeit, die jeder einzelne Mensch beherrscht, nämlich das unintelligente aneinanderreihen von Buchstaben und Tönen). Und meine Prophezeiungen, von denen sogar welche eingetroffen sind, entpuppten sich wieder nur als Gedanken, die ich hatte, während ich aber in Wirklichkeit niemals Gottes Stimme hörte.

Ich tat Buße und sagte mich von der Pfingstbewegung los. Nun verstand ich auch die Worte unseres Herrn Jesus in Matthäus 7 „Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr! wird in das Reich der Himmel eingehen, sondern wer den Willen meines Vaters im Himmel tut. Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wundertaten vollbracht? Und dann werde ich ihnen bezeugen: Ich habe euch nie gekannt; weicht von mir, ihr Gesetzlosen!“. Jesus hat sie nie gekannt, das heißt sie waren nie sein: „Der Herr kennt die Seinen!“ (2Timotheus 2:19). In beiden Versen wird das gr. ginosko verwendet, dass „kennen“ bedeutet, aber im jüdischen Sinn „Intimität, Beziehung“ bedeutet (vgl. Mat 1:25 Joseph „erkannte sie nicht, bis sie ihren erstgeborenen Sohn geboren hatte“). Alle diejenigen, die der Herr nicht kennt, haben keine Beziehung zu ihm. Sie sind nicht seine Kinder, weil ihnen nicht das Anrecht gegeben wurde, seine Kinder zu sein. Und wenn ihnen nicht das Anrecht gegeben wurde können wir schlussfolgern, dass sie nicht an seinen Namen glaubten, dass heißt, sie weigerten sich seinen Weisungen zu folgen.

Was war ich, bevor der Herr sich mir offenbarte und mir meine Sünde entgegenhielt? Das ist eine schreckliche Frage, nicht wahr? Aber die Antwort ist ernüchternd: verloren! Hoffnungslos verloren!

Man wog sich in Sicherheit, während man dem Tod geweiht war. Und weil es so schrecklich ist, sollte man prüfen, ob man trotz Glaubensbekenntnis und vermeintlicher „Liebe zu Jesus“ und „Dienst für Jesus“ sich nicht dennoch nur was vormacht und sich selbst betrügt. Schon Salomo in den Sprüchen schreibt: „Mancher Weg erscheint dem Menschen richtig, aber zuletzt führt er ihn doch zum Tod“ oder „Es ist dem Menschen ein Fallstrick, überstürzt zu rufen: »Geweiht!«, und erst nach dem Gelübde zu überlegen“ (Sprüche 14:12; Sprüche 20:25). Möge Gott den Leser segnen und ihm gnädig sein, so dass er in folgenden Lobgesang mit einstimmt:

„Amazing Grace, how sweet the sound,
that saved a wretch like me.
I once was lost but now am found,
was blind, but now I see.“

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s