Über die Rechtfertigung aus Glauben

»Jetzt aber ist außerhalb des Gesetzes die Gerechtigkeit Gottes offenbar gemacht worden, die von dem Gesetz und den Propheten bezeugt wird, nämlich die Gerechtigkeit Gottes durch den Glauben an Jesus Christus, die zu allen und auf alle kommt, die glauben. Denn es ist kein Unterschied; denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten, sodass sie ohne Verdienst gerechtfertigt werden durch seine Gnade aufgrund der Erlösung, die in Christus Jesus ist. Ihn hat Gott zum Sühnopfer bestimmt, das wirksam wird durch den Glauben an sein Blut, um seine Gerechtigkeit zu erweisen, weil er die Sünden ungestraft ließ, die zuvor geschehen waren, als Gott Zurückhaltung übte, um seine Gerechtigkeit in der jetzigen Zeit zu erweisen, damit er selbst gerecht sei und zugleich den rechtfertige, der aus dem Glauben an Jesus ist. Wo bleibt nun das Rühmen? Es ist ausgeschlossen!« Römer 3,21-27

EINLEITUNG

John F. Walvoord: „In der Verurteilung der ganzen Menschheit durch Gott offenbart sich die grenzenlose Gerechtigkeit Gottes, denn nicht ein einziger Mensch – ausgenommen der Herr Jesus Christus – war je in der Lage oder wird je in der Lage sein, nach den Richtlinien Gottes zu leben und aufgrund seiner Verdienste von Gott angenommen zu werden. Im zweiten größeren Abschnitt des Römerbriefes (Röm 3:21-5:21) geht Paulus nun auf die Gerechtigkeit ein, die Gott den Menschen durch Jesus in der Rechtfertigung „zuschreibt“. Rechtfertigung ist ein Begriff aus der Rechtssprechung; er besagt, dass Gott die Gläubigen für gerecht erklärt, indem er ihnen aufgrund seiner Gnade und durch ihren Glauben die Gerechtigkeit Christi zurechnet.“

William Mac Donald: „Wir kommen nun zum Kern des Römerbriefes, in dem Paulus die Frage beantwortet: „Wie kann nach dem Evangelium ein gottloser Sünder von einem gerechten Gott gerechtfertigt werden?“. Weil Gott heilig ist, kann er Sünde weder gutheißen noch übersehen. Er muss sie bestrafen, und die Strafe für Sünde lautet Tod. Und doch liebt Gott den Sünder und möchte ihn erretten: darin besteht das Problem. Die Gerechtigkeit Gottes verlangt den Tod des Sünders, doch seine Liebe wünscht ihm ewiges Glück. Das Evangelium offenbart, wie Gott Sünder erlösen kann, ohne seine Gerechtigkeit beiseite zu setzen.“

Jetzt aber (V.21)

John F. Walvoord: „Mit den Worten markiert Paulus einen scharfen Umschwung seines bisherigen Argumentationsgangs.“

Rudolf Brockhaus: „Mit diesem kurzen Wort leitet der Apostel einen ganz neuen Abschnitt ein, der uns mit lieblicheren Gegenständen beschäftigen soll, als der lange, von Kapitel 1:18–3:20 sich hinziehende Zwischensatz. Hat er in diesem von dem traurigen Zustand des Menschen gesprochen, von den schrecklichen Folgen seines Falles, die in dem Endergebnis gipfeln, dass die ganze Welt dem Gericht Gottes verfallen ist, führt er uns jetzt zu dem, was Gott dem hoffnungslosen Verderben des Menschen gegenüber getan hat.“

ist außerhalb des Gesetzes die Gerechtigkeit Gottes offenbar gemacht worden, die von dem Gesetz und den Propheten bezeugt wird (V.21)

John Gill: „Nachdem der Apostel bewiesen hatte, dass alle Menschen ungerecht sind und dass kein Mensch in Gottes Augen durch seinen Gehorsam weder zum Gesetz der Natur noch zum Gesetz des Mose gerechtfertigt werden kann, fährt er fort die Gerechtigkeit zu erklären, die vor Gott rechtfertigt.“

John F. Walvoord: „Soeben hatte er noch behauptet: „Kein Mensch kann durch die Werke des Gesetzes vor ihm gerecht sein“ (Röm 3:20). Dem wird hier die Aussage entgegengestellt: „Jetzt aber ist außerhalb des Gesetzes die Gerechtigkeit Gottes offenbar.“ Seine Aussagen über die Gerechtigkeit Gottes stehen nicht im Widerspruch zum Alten Testament.“

A.T. Robertson: „Es ist keine neue Entdeckung von Paulus, sondern wird von dem Gesetz und den Propheten bezeugt und wird von Gott selbst ständig verdeutlicht.“

John Gill: „Das Gesetz, besonders in den fünf Büchern von Mose, bezeugt die rechtfertigende Gerechtigkeit des Christus. Es bezeugt den Gehorsam, die Leiden und den Tod des Christus, wodurch er Leben und Gerechtigkeit einführte (vgl. 1Mo 3:15 + Dan 9:24; 1Mo 15:6 + Röm 4:9; 1Mo 22:18 + Gal 3:8; 5Mo 30:11 + Röm 10:5).“

William Mac Donald: „In den Vorbildern und Schatten der Opfer, die Blutvergießen erforderten, wurde dieser Plan vorausgesagt. Und außerdem wurde er durch ausdrückliche Prophezeiungen offenbart (vergleiche z.B. Jes 51:5-6.8; Jes 56:1).“

Jamieson-Fausset-Brown: „Daher ist die rechtfertigende Gerechtigkeit (obgleich neu, nur jetzt in vollem Umfang offenbar gemacht) eine alte Gerechtigkeit, die im Alten Testament ihren Schatten vorauswarf und vorhergesagt wurde.“

Adam Clarke: „Gottes Methode Sünder zu retten wird nun durch das Evangelium gezeigt. Es geschieht durch seine Barmherzigkeit, durch Jesus Christus und ohne jegliche Anrechte oder Ansprüche, die sich aus dem Gehorsam zum Gesetz ergeben könnten.“

M.R. Vincent: Gottes Gerechtigkeit „ist nun offenbar geworden und kann von allen frei betrachtet werden.”

nämlich die Gerechtigkeit Gottes durch den Glauben an Jesus Christus, die zu allen und auf alle kommt, die glauben. (V.22)

Matthew Henry: „Gottes Gerechtigkeit kommt durch den Glauben an Jesus Christus, der Glaube, der Jesus Christus zum Gegenstand selbst macht – den gesalbten Erlöser, so hat es Jesus zum Ausdruck gebracht. Rechtfertigender Glaube erkennt Christus als Erlöser in allen drei Stellungen an, als Prophet, Priester und König und vertraut ihm, akzeptiert ihn und hält an ihm fest. So beginnen wir uns nach der Gerechtigkeit zu sehnen, die Gott bestimmt und Christus gebracht hat.“

William Mac Donald: „Glaube bedeutet hier, sich voll und ganz auf den lebendigen Herrn Jesus Christus als persönlichen Retter zu verlassen, der die Sünde getragen hat und die einzige Hoffnung auf den Himmel für den Betreffenden darstellt. Der Glaube basiert auf der Offenbarung der Person und des Werkes Christi, wie wir sie in der Bibel finden. Glaube ist kein irrationaler Sprung ins Nichts. Er erfordert sichere Beweise und findet sie in der Unfehlbarkeit des Wortes Gottes. Was ist vernünftiger, als dass das Geschöpf seinem Schöpfer vertrauen sollte? Glaube ist kein verdienstvolles Werk, durch das der Mensch sich seine Erlösung verdienen könnte. Er kann nicht damit angeben, an den Herrn zu glauben, denn er wäre ein Narr, wenn er nicht glauben würde. Glaube ist kein Versuch, sich die Erlösung zu verdienen, sondern die einfache Annahme der Erlösung, die uns Gott als Geschenk gibt.“

William Mac Donald: „Zu allen kommt die Erlösung in dem Sinne, dass sie für alle Menschen erreichbar ist, allen angeboten wird und für alle ausreicht. Doch sie ist nur auf denen, die glauben (d.h. sie hat nur im Leben der Menschen eine Wirkung, die den Herrn Jesus durch einen ausdrücklichen Glaubensakt empfangen). Wenn Paulus sagt, dass die Erlösung für alle erreichbar ist, dann meint er damit sowohl Heiden als auch Juden, weil hier kein Unterschied mehr besteht. Weder hat der Jude einen Vorteil, noch der Heide einen Nachteil.“

John F. Walvoord: „Da mit Adam die ganze Menschheit in die Sünde gestürzt wurde, sind alle Menschen (Juden wie Heiden) Sünder. Es gibt keinen Unterschied; die Juden sind durch ihre Privilegien (Röm 2:17-21; Röm 3:1) nicht von der Verdammnis ausgenommen.“

Denn es ist kein Unterschied (V.22)

Matthew Poole: „Kein Wunder, dass hier kein Unterschied ist, wenn doch beiden, dem einen und dem anderen, die Schuld von Adams Übertretung zugeschrieben wurde. In beiden ist die Urverderbtheit eingewurzelt, von welcher die eigentlichen Übertretungen hervorgehen.“

denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten (V.23)

William Mac Donald: „Manchmal unterscheidet Paulus zwischen Sünde und Sünden. Sünden sind die einzelnen falschen Handlungen, die ein Mensch begangen hat. Sünde dagegen bezieht sich auf die menschliche böse Natur – d.h. auf unseren Zustand. Was wir sind, ist um einiges schlimmer als alles, was wir getan haben.“

Matthew Henry: „Alle sind Sünder von Natur, in der Praxis und erlangen nicht die Herrlichkeit Gottes. Sie verfehlen das Hauptziel, für das der Mensch geschaffen wurde: Der Mensch versagt darin Gott zu verherrlichen (vgl. Röm 1:21 „Denn obgleich sie Gott erkannten, haben sie ihn doch nicht als Gott geehrt“). Der Mensch wurde als Haupt über die sichtbare Schöpfung gesetzt um den großen Schöpfer aktiv zu verherrlichen, der von den geringeren Geschöpfen nur objektiv verherrlicht werden kann. Die Sünde des Menschen versagt hierin und anstatt Gott zu verherrlichen, entehren sie ihn. Es ist ein düstere Betrachtung die Menschenkinder anzusehen, die geschaffen wurden um Gott zu verherrlichen, und darüber nachzudenken, wie wenig hier sind, die das tun.“

so dass sie ohne Verdienst gerechtfertigt werden durch seine Gnade (V.24)

William Mac Donald: „Das bedeutet einfach, dass Rechtfertigung ohne irgendeinen Verdienst unsererseits geschieht. Wir haben sie weder verdient, gesucht noch erworben.“

Matthew Henry: „Es wird uns gesagt, dass Joseph Gnade in den Augen seines Herrn fand (1Mo 39:4), aber jener hatte einen Grund dafür: er sah, dass alles, was er tat, gelang. Es war etwas in Joseph, dass ihn für die Gnade empfahl. Die Gnade aber, die uns gegeben wird, kommt ohne Verdienst und ohne eine Ursache. Es ist freie Gnade, pure Barmherzigkeit, und nichts ist in uns, das so eine Gunst verdient hätte. Nein, alles nur aufgrund der Erlösung, die in Christus Jesus ist. Sie kommt frei zu uns, aber Christus brachte sie und bezahlte teuer dafür. Dadurch ist alles so bestimmt worden, damit man von der Ehrung der freien Gnade nicht abweichen kann.“

John F. Walvoord: „Das Wort „Gnade“ ist ein weiterer Lieblingsbegriff des Apostels, den er allein im Römerbrief 24 mal verwendet. Doch ohne objektive Grundlage wird Gott einen Menschen nicht für gerecht erklären, d.h. er wird nicht einfach über seine Sünde hinwegsehen. Die Grundlage seiner Gnade ist aufgrund der Erlösung, die in Christus Jesus ist.“

John F. Walvoord: „Das griechische Wort dikaioo bedeutet „gerechtfertigt werden“ und ist ein Begriff aus der Rechtssprechung und bedeutet für gerecht erklären, nicht gerecht machen.“

William Mac Donald: „Rechtfertigung heißt jedoch nicht, dass jemand wirklich an sich gerecht gemacht wird. Gott macht den Sünder nicht an sich sündlos oder gerecht.“

A.T. Pierson: „Gott nennt Sünder, wenn er sie rechtfertigt, in Wirklichkeit nur gerecht, obwohl sie es nicht sind – er unterstellt keine Sünde, wo sie in Wirklichkeit vorhanden ist und unterstellt Gerechtigkeit, wo keine Gerechtigkeit vorhanden ist.“

aufgrund der Erlösung, die in Christus Jesus ist (V.24)

John MacArthur: „Gott erklärt einen Sünder allein auf der Grundlage der Verdienste von Christi Gerechtigkeit für gerecht. Die Sünden des Gläubigen rechnete Gott Christus an, als er den Opfertod am Kreuz starb und er rechnet Jesu vollkommenen Gehorsam gegenüber dem Gesetz dem gläubigen Christen an. Rechtfertigung ist ein Geschenk der Gnade Gottes, das er allen bußfertigen, glaubenden Sündern zuteilt. Das geschieht völlig ohne jedes Zutun menschlicher Verdienste oder Werke.“

Matthew Poole: „Der Anerkennung verdienende Grund [für die vollbrachte Rechtfertigung] kommt durch das Bild einer militärischen Handlung zum Ausdruck, wo Gefangene in einem Krieg, die sich in der Gewalt eines anderen befanden, für einen festgelegten hohen Preis losgekauft werden (vgl. Mat 20:28; Mk 10:45; 1Tim 2:6; Heb 9:12).“

A.T. Robertson: „Gott hat die Menschen nicht kurzerhand durch Nichtstun wieder in Ordnung gebracht. Wir haben die Worte Jesu, dass er kam um sein Leben als Lösegeld für viele zu geben.“

M.R. Vincent: Das Wort „Erlösung“ kommt „von dem griechischen Wort apolutroo und bedeutet „erlösen, indem der Preis (gr. lutron) gezahlt wird“.“ Dass Christus sein Leben als Lösegeld gab, rechtfertigt keinen Sünder, sondern nur den Glauben, der sich völlig auf das Lösegeld beruft.

Ihn hat Gott zum Sühnopfer bestimmt (V.25)

M.R. Vincent: Sühnopfer „ist ein äußerst wichtiges Wort, denn es ist der Schlüssel für das Verständnis des Sühnungswerkes Christi.“

John MacArthur: „Es vermittelt den Gedanken der Genugtuung oder Befriedigung. Hier bedeutet es, dass Jesu Opfertod die angegriffene Heiligkeit sühnte und den Zorn Gottes stillte, der sich gegen die richtete, für die Christus starb. Das hebräische Wort bezeichnete den sogenannten Gnadenstuhl, das ist der Deckel der Bundeslade (Sühnedeckel). Am Großen Versöhnungstag sprengte der Hohepriester das Blut des geschlachteten Tieres auf diesen Sühnedeckel und erwirkte so Sühnung für die Sünden des Volkes.“

John MacArthur: Eine bessere Übersetzung von „zum Sühnopfer bestimmt“ wäre „als Sühnopfer hingestellt“. Dieses großartige Opfer geschah nicht im Geheimen, sondern Gott hat seinen Sohn auf Golgatha öffentlich für alle sichtbar hingestellt.“

John F. Walvoord: „Christus, Gottes Sühnopfer für die Sünde, wurde vor aller Augen hingestellt, im Gegensatz zu dem Gnadenthron, der den Augen der Menschen verborgen war.“

Martyn Lloyd-Jones: „Er sagte, dass Gott ihn plakatierte. Er plakatierte ihn. Er stellte ihn auf wie ein Schild, das man auf der anderen Seite des Weges sehen konnte. Er wollte, dass es an einem Ort geschieht, wo alle es sehen können. Er hätte Sünde auch an anderen Orten aus dem Weg räumen können, aber Gott wählte sich die Hauptstadt des Universums aus, die größte religiöse Pilgerstätte des Universums. Außerhalb der Stadt bei den Kreuzungen plakatierte er seinen Sohn. Warum? Weil die Erlösung und das Kreuz mehr ist, als nur die Erlösung von Menschen. Durch das Kreuz offenbart sich Gott, so dass wir am Kreuz erkennen können, wer Gott ist. Und es heißt auch, dass er ihn öffentlich hingestellt hat als ein Sühnopfer. Meiner Meinung nach ist dieses Wort, neben den Namen Gottes, das wichtigste Wort in der gesamten Bibel.“

Das wirksam wird durch den Glauben an sein Blut, um seine Gerechtigkeit zu erweisen, weil er die Sünden ungestraft ließ, die zuvor geschehen waren (V.25)

William Mac Donald: „Es mag scheinen, dass Gott diese Sünden entschuldigt habe oder vorgegeben habe, sie nicht zu sehen. Doch das ist nicht der Fall, sagt Paulus. Der Herr wusste, dass Christus die volle Sühnung erringen würde, und deshalb hat er Menschen auf dieser Basis erlöst. Daher war die Zeit des AT die Zeit der Nachsicht Gottes. Mindestens 4000 Jahre lang hielt er sein Gericht über die Sünde zurück. Als dann die Zeit erfüllt war, sandte er seinen Sohn, dass er diese Sünden tragen sollte. Als der Herr Jesus unsere Sünden auf sich nahm, schüttete Gott den vollen Zorn seines gerechten und heiligen Wesens über seinen geliebten Sohn aus.“

als Gott Zurückhaltung übte, um seine Gerechtigkeit in der jetzigen Zeit zu erweisen, damit er selbst gerecht sei und zugleich den rechtfertige, der aus dem Glauben an Jesus ist (V.26)

John MacArthur: „Das bedeutet weder Gleichgültigkeit noch Vergebung. Gottes Gerechtigkeit fordert, dass jede Sünde und jeder Sünder bestraft wird. Gott hätte gerecht gehandelt, wenn er Adam und Eva nach ihrer ersten Sünde vernichtet hätte und mit ihnen die ganze Menschheit.“

John F. Walvoord: „Warum strafte Gott die Sünde in der Vergangenheit nicht? Bedeutet das, dass er doch nicht gerecht ist? Zuvor hat Paulus gesagt, dass Gott geduldig ist, weil er will, dass alle Menschen Buße tun: „Verachtest du den Reichtum seiner Güte, Geduld und Langmut, und erkennst nicht, dass dich Gottes Güte zur Buße leitet?“ (Röm 2:4). Hier sagt er, Gott ist geduldig, weil er weiß, dass die Sünde der Menschen mit dem Tod Christi vergeben wird. Seine Geduld ist also der Beweis seiner Gnade, nicht seiner Ungerechtigkeit. Paulus liegt so viel daran, dass die Menschen Gottes Gerechtigkeit erkennen, dass er die Worte „um seine Gerechtigkeit zu erweisen“ nochmals wiederholt. Durch den Erlösungs- und Sühnetod Jesu Christi will Gott zeigen, dass er gerecht ist und „den rechtfertige, der aus dem Glauben an Jesus ist“. Die Schwierigkeit bestand darin, wie er seiner Gerechtigkeit und seinen Forderungen gegenüber den sündigen Menschen und gleichzeitig seiner Gnade, Liebe und Barmherzigkeit genügen sollte, mit der er die rebellierende und entfremdete Kreatur wiederherstellen wollte. Die Lösung dieses Dilemmas liegt im Opfertod Jesu Christi, des eingeborenen Sohnes Gottes, und in der Annahme dieses Opfers durch jeden einzelnen Sünder im Glauben. Christi Tod bestätigt Gottes Gerechtigkeit (er ist gerecht, weil für die Sünde „bezahlt“ wurde) und ermöglicht es Gott zugleich, jeden gläubigen Sünder für gerecht zu erklären.

Wo bleibt nun das Rühmen? Es ist ausgeschlossen! Durch welches Gesetz? Das der Werke? Nein, sondern durch das Gesetz des Glaubens (V.27)

William Mac Donald: „Wenn man die Erlösung durch Werke verdienen könnte, dann wäre hier noch viel Raum, sich selbst zu beglückwünschen. Doch wenn die Erlösung allein auf dem Grundsatz des Glaubens gewährt wird, dann ist kein Platz mehr für Selbstverherrlichung. Der Gerechtfertigte sagt: „Ich habe die ganzen Sünden vollbracht; Jesus hat die ganze Erlösung vollbracht!“ Echter Glaube schließt jede Möglichkeit der Selbsterlösung, der Selbsthilfe und der Selbstverbesserung aus und erwartet alles von Christus, dem Erlöser.“

John F. Walvoord: „Da die Rechtfertigung durch die Gnade (Röm 3:24) allein durch den Glauben (Röm 3:22.25-26) geschieht, kann kein Mensch sich mehr etwas auf seine Werke zugute halten. Gute Werke zu tun (d.h. das Gesetz zu halten) ist nichts, dessen man sich rühmen kann, denn das Gesetz kann den Menschen nicht rechtfertigen und ist auch gar nicht dazu bestimmt (Röm 3:20).“

ZUSAMMENFASSUNG

A.W. Pink: „Das Geschehen auf Golgatha liefert die erhabenste und ehrfurchtgebietendste Schau von Gottes Hass gegen die Sünde.“ Gott hasst Sünde so sehr, dass er nicht einmal seinen Sohn verschont hat, der unsere Sünde trug, und ihn unter seinem Zorn zerschlagen hat.

Matthew Henry: „Der Mensch, in seinem verdorbenen Zustand, in der Macht eines solchen verderblichen Einflusses, könnte sich niemals Gottes Annahme durch seine Werke verdienen, sondern Gottes freie Gnade muss das bewirken, die allen wahren Gläubigen durch Jesus Christus als freies Geschenk gegeben wird. Wenn wir niemals gesündigt hätten, wäre unser Gehorsam zum Gesetz unsere Gerechtigkeit gewesen: „Wer diese Dinge tut, wird dadurch leben“ (vgl. Gal 3:12). Da wir gesündigt haben und verdorben sind, können wir nichts tun um unsere frühere Schuld sühnen zu können.“

John Bunyan: „Der Gläubige in Christus ist jetzt durch die Gnade von solch einer vollständigen und geheiligten Gerechtigkeit eingehüllt, dass das Gesetz vom Berg Sinai weder einen Fehler noch eine Abweichung daran findet. Das ist das, was man Gerechtigkeit Gottes durch den Glauben nennt.“


Adam Clarke: Commentary on the Bible

A.T. Pierson: Shall We Continue in Sin?

A.T. Robertson: Word Pictures in the New Testament

A.W. Pink: Was ist rettender Glaube? (Oerlinghausen: Betanien Verlag, 3.Auflage 2010)

John F. Walvoord: Das Neue Testament erklärt und ausgelegt (Holzgerlingen: Hänssler Verlag, 2000, Band 4)

John Gill: Exposition of the Entire Bible

John MacArthur Studienbibel

Matthew Henry: Commentary on the Whole Bible

Matthew Poole’s Commentary

M.R. Vincent: Word Studies

Robert Jamieson, A.R. Fausset and David Brown: Commentary on the Old and New Testament

Rudolf Brockhaus: Gedanken über den Brief an die Römer

William Mac Donald: Kommentar zum Neuen Testament (Bielefeld: CLV, 2. Auflage 1997)

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