Über die Geistestaufe

Diese Ausarbeitung ist der Versuch einige der fundamentalen Wahrheiten der Schrift so kompakt wie möglich anhand der Schrift darzustellen. Es ist meine Absicht Menschen zu zeigen, dass sie mit unerschütterlichem Vertrauen auf die Aussagen der Heiligen Schrift vertrauen können. Wir können die Wahrheit nur durch die Schrift finden. Ich widme dieses Buch in erster Linie all den Gläubigen, die sich der mühevollen Aufgabe des Studiums der Heiligen Schrift mit Herz und Seele verschrieben haben. John Wesley schreibt: „Unterwirft jemand seinen eigenen Verstand der Heiligen Schrift mit fleißigem Studium und brennender Leidenschaft, kann es nicht sein, dass er ohne Hilfe allein zurückgelassen wird. Entweder wird Gott ihm einen göttlichen Doktor schicken, dass er ihn unterrichte oder Gott selbst wird seinem Verstand Licht von oben schenken, dass er ihm die Dinge beibringe, die für ihn erforderlich sind.“ (Thomas C. Oden, John Wesley’s Scriptural Christianity (Grand Rapids: Zondervan Publishing House, 1994), S. 58.)

Für diese biblische Betrachtung des Themas ist Vorraussetzung, dass wir uns mit der Heiligen Schrift befassen, wie sie uns im reformatorischen Sinne überliefert worden ist, denn mit dem Aufkommen der Textkritik im 19. Jahrhundert konnten wir mitverfolgen, wie anstelle des überlieferten Textes (d.h. dem Textus Receptus, der griechische Grundtext, der bis ins 18.Jahrhundert von der Kirche als „der“ überlieferte Text angesehen wurde) der Heiligen Schrift der von gnostischen Irrlehrern (nachweisbar) abgeänderte Text als der ursprüngliche Wortlaut des Neuen Testamentes angesehen wird. Die Verfälschungen des abgeänderten Textes sind das Resultat von einer frühen Gruppe von gnostischen Irrlehrern (vgl. 1Tim 6:20) zur Zeit der Apostel, die in Bezug auf die Gottheit Jesu Christi und anderen Lehren das NT an ca. 3500 Stellen bewusst abgeändert haben. Daher zu Beginn der Hinweis, dass ich diese Präsentation aufgrund einer reformatorischen Textgrundlage bevorzuge. Ich empfehle dem Leser eine „Schlachter 2000“ (Genfer Bibelgesellschaft) oder eine „Neue Luther Bibel“ (La Buona Novella) zu erwerben, da beide aufgrund der reformatorischen Textgrundlage (d.h. der Mehrheitstext oder Textus Receptus) übersetzt worden sind.

Die Heilige Schrift, die ursprünglich durch Gottes Kraft inspiriert wurde, um die Sünder „weise zu machen zur Errettung durch den Glauben, der in Christus Jesus ist“ (2Tim 3:15), wurde verdreht und missbraucht „zu ihrem eigenen Verderben“ (2Pet 3:16). Charles Spurgeon (1834-1892), einer der letzten großen bibeltreuen Prediger, erkannte schon zu seinen Lebzeiten die offenen Angriffe auf Gottes offenbarte Wahrheit in der Schrift, so dass er sich an einem Sonntagmorgen gezwungen sah, in seiner Predigt sagen zu müssen: „In diesen Tagen fühle ich mich gezwungen wieder und wieder die fundamentalen Wahrheiten des Evangeliums zu betrachten. In stillen Zeiten mögen wir uns die Freiheit nehmen Ausflüge in interessante Gebiete der Wahrheit zu machen, die weit draußen liegen, jetzt aber müssen wir zuhause bleiben um Herz und Tür der Gemeinde zu bewachen, indem wir die fundamentalen Gesetze des Glaubens verteidigen. In dieser Zeit sind viele in der Gemeinde aufgestanden, die verdrehte Sachen verkündigen. Hier sind viele, die uns Sorgen bereiten mit ihren Philosophien und neuen Interpretationen der Schrift, durch die sie die Lehren verneinen, die sie vorgeben zu lehren und genau den Glauben zunichte machen, den sie verpflichtet sind zu beschützen.“

In den letzen zwei Jahrhunderten sind Bewegungen entstanden, die bezüglich dem Wort Gottes, der Person Jesus Christus, dem Evangelium und der Liebe Gottes fundamental falsche Ansichten vertraten. Ihre Irrlehren erscheinen den „Unwissenden und Ungefestigten“ (2Pet 3:16) biblisch und haben dadurch „Einfluss auf“ und „Eingang in“ christliche, evangelikale und bibeltreue Gemeinden gefunden. Allein im 19. Jahrhundert entstanden Bewegungen, die einen frontalen und direkten Angriff auf biblische Wahrheiten vollzogen: z.B. Zeugen Jehovas (Wachtturmgesellschaft), Siebenten-Tags-Adventisten, Mormonen (die Bewegung der Anhänger Joseph Smiths), die Pfingstbewegung, die Textkritik und die Evolutionstheorie von Charles Darwin und noch viele unzählbar andere Gruppierungen.

Jemand könnte fragen: „Könntest du mir vielleicht deine Meinung bezüglich der Pfingstbewegung und ihren Lehren mitteilen?“. Meine Antwort daraufhin wäre: „Die Lehren der Pfingstbewegung sind Irrlehren und widersprechen dem Gesamtzeugnis der Heiligen Schrift!“. Ein Pfingstler würde darauf erwidern: „Das stimmt nicht. Die Lehren der Pfingstbewegung sind allesamt biblisch und ich wüsste nicht, wo wir Pfingstler etwas falsch verstanden haben sollen.“ Woher kommen diese Gegensätze in den Antworten? Wie entstehen solch vollkommen gegensätzliche Ansichten über das Wort Gottes? Mit dieser Präsentation möchte ich einige objektive Antworten geben, die jeder nachvollziehen und prüfen kann. Die Antwort ist einfacher als man denkt. Der Leser muss sich nur folgenden Rat gut zu Herzen nehmen. Manfred Haller: „Wir müssen wieder lernen, genau hinzuhören, lange hinzuhören und keine voreiligen Schlüsse ziehen. Selbst wenn wir meinen etwas begriffen zu haben, ist es klug, noch einmal zu warten und noch einmal zu hören, bis das geschieht, was die Apostel und Propheten erfuhren (d.h. Offenbarung) und bis das, was uns aufgegangen ist, mit solcher Gewalt, mit solcher Autorität in uns rumort, dass wir ihm nicht mehr ausweichen können. Erst dann sind wir auf die geistliche Wahrheit gestoßen. Geistliche Wirklichkeiten sind keine Meinungen, die wir uns über irgendetwas bilden und mit denen wir uns dann identifizieren. Sehr oft erschüttern geistliche Wirklichkeiten alles, was wir meinen, bis jetzt erkannt und geglaubt zu haben. Geistliche Wirklichkeiten bringen immer etwas ans Licht und stellen uns bloß. Menschliche Ansichten stürzen vor geistlichen Wahrheiten in sich zusammen. Hier wird deutlich, dass ein bloßes Erkennen oder Lesen von Texten uns nicht zu solchen Wirklichkeiten führen kann. Wir lassen uns zu schnell täuschen. Was wir rein intellektuell begriffen haben, ist nur ein Wissen von solchen Wirklichkeiten. Erst wenn sie uns ergriffen haben, sind wir wirklich auf sie gestoßen. Wir haben uns so sehr daran gewöhnt, uns über göttliche und geistliche Dinge unsere eigenen Gedanken zu machen, dass es uns schwer fällt zu akzeptieren, dass die Art, wie wir die Dinge sehen, nicht unbedingt dieselbe ist, wie Gott sie sieht.“

Die Pfingstbewegung hat ihren Ursprung in Amerika zu Beginn des 20. Jahrhunderts um ca. 1901 in Topeka, Kansas. Die Ansichten und Überzeugungen der Pfingstbewegung finden wir erst in der Kirchengeschichte des 20.Jahrhunderts. Das heißt, wenn man in der Kirchengeschichte über das Bestehen einer Pfingstkirche nachforschen wollen würde, würde man vor 1900 keine solche Kirche finden. Das einzige, was man finden wird, sind vereinzelte Personen die aufgrund ihrer Lehraussagen von der bestehenden bibeltreuen Kirche stets als Häretiker und Irrlehrer verworfen wurden.

Unsere Betrachtung der Schrift wird zeigen, ob diese Lehrmeinung, auf der die gesamte Lehre der pfingstlichen Geistestaufe als „zweiter Segen“ oder „zweite Erfahrung“ (frühere Bezeichnung: zweites Gnadenwerk) basiert, tatsächlich von den Aussagen der Schrift haltbar sind oder nicht. Die Theologen in der Pfingstbewegung  haben eine (nachweisbar und nachvollziehbare) falsche Ansicht über den Zustand deren hatten, die in der Apostelgeschichte den Heiligen Geist empfingen und jene falsche Ansicht ist die folgende: „Zu Pfingsten kam der Heilige Geist in die Welt und taufte die Menschen, die schon das Heil hatten.“ (Reinhold Ulonska). Dieses Zitat ist der Dreh und Angelpunkt pfingstlicher Theologie und die Basis für die Lehre von dem zweiten Segen – die Taufe im Heiligen Geist für denjenigen, der bereits ein wiedergeborener Christ ist. Diese falsche Annahme kommt folgendermaßen zustande, wie der Auszug aus einem frühen Buch (von 1945) zeigt:

„Die beiden Gnadenwerke (d.h. Wiedergeburt und Taufe im Heiligen Geist) sind in der Stiftshütte des alten Bundes versinnbildlicht und vorgebildet. Dieses Bauwerk, die damalige Wohnung Gottes auf Erden, bestand aus zwei Räumen und war von einem Vorhof umgeben. […] Die zwei Abteilungen der Stiftshütte haben eine symbolische Bedeutung und müssen folglich auch ihr Gegenstück im Neuen Testament haben. […] Unter Anführung mancher Schriftstellen haben wir bewiesen, dass es zwei unterschiedliche Werke der Gnade gibt, davon das erste als Wiedergeburt oder Rechtfertigung oder Bekehrung bezeichnet wird, das zweite, Empfang des Heiligen Geistes oder Taufe des Heiligen Geistes oder Heiligung oder christliche Vervollkommnung genannt wird. Hierüber einige Beispiele, wie wir sie in der Schrift aufgezeichnet finden:

1. Die Apostel selbst. Wie wir schon gesehen haben, waren die Apostel des Herrn bereits vor Pfingsten wirklich erlöst und gerettet. Jesus jedoch versprach ihnen den Heiligen Geist, der ihre Herzen noch reinigen und heiligen sollte. Das ging am Pfingsttage in Erfüllung, da sie mit dem Heiligen Geist getauft wurden (Apg 2).

2. Die Gemeinde in Samaria. „Philippus kam hinab in eine Stadt von Samaria und verkündigte ihnen Christus“ (Apg 8:5-8) mit dem Ergebnis, dass viele gläubig wurden und sich taufen ließen. „Als aber die Apostel in Jerusalem hörten, dass Samaria das Wort Gottes angenommen hatte, sandten sie Petrus und Johannes zu ihnen. Diese kamen hinab und beteten für sie, dass sie den Heiligen Geist empfingen […] da legten sie ihnen die Hände auf, und sie empfingen den Heiligen Geist“ (Apg 8:14-15.17). Aus diesem Bericht geht klar hervor, dass es sich um zwei verschiedene Begebenheiten handelte. Es ist unmöglich die jeweiligen Ereignisse und Vorgänge in ein einzelnes Werk Gottes zu vereinigen.

3. Kornelius und sein Haus. Kornelius war „fromm und gottesfürchtig mit seinem ganzen Haus und gab dem Volk viele Almosen und betete ohne Unterlass zu Gott“ (Apg 10:2). Gott sandte einen Engel zu ihm, der ihm sagte: „Deine Gebete und deine Almosen sind hinaufgekommen vor Gott, so dass er ihrer gedacht hat!“ (Apg 10:4). Er hatte die Predigt des Evangeliums von Jesus Christus, die von Galiläa ausgegangen war, gehört und angenommen und war ein gerechter Mann und Gott angenehm (Apg 10:34-37). Zwar wird uns nicht ausdrücklich gesagt, durch wen die Predigt verkündigt wurde, und wie er sie angenommen hat, doch wissen wir, dass Philippus, durch den Samarien erweckt wurde, auch in Cäsarea gewesen ist, woselbst Kornelius seinen Wohnsitz hatte. Auf göttliches Geheiß ging Petrus zu Kornelius, um ihm und seinem Haus zu predigen. „Während Petrus noch diese Worte redete, fiel der Heilige Geist auf alle, die das Wort hörten. Und alle Gläubigen aus der Beschneidung, die mit Petrus gekommen waren, gerieten außer sich vor Staunen, dass die Gabe des Heiligen Geistes auch über die Heiden ausgegossen wurde.“ (Apg 10:44-45).

4. Die Jünger zu Ephesus. In Apostelgeschichte 18:24-28 lesen wir von der Wirksamkeit des Apollos in Ephesus. Später „nachdem [Paulus] die höhergelegenen Gebiete durchzogen hatte, kam [er] nach Ephesus. Und als er einige Jünger fand, sprach er zu ihnen: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet? Sie aber antworteten ihm: Wir haben nicht einmal gehört, dass der Heilige Geist da ist!“ (Apg 19:1-2). Die an die Jünger gerichtete Frage weist auf einige wichtige Dinge hin: (a) dass es einen Heiligen Geist gibt (b) dass die Möglichkeit besteht, ihn zu empfangen (c) dass er nur denen gegeben wird, die vorher schon gläubig, also Jünger geworden sind. „Und als Paulus ihnen die Hände auflegte, kam der Heilige Geist auf sie“ (Apg 19:6). Später schrieb er an die Gemeinde zu Ephesus: „in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung“ (Eph 1:13).“ (F.G. Smith, Was die Bibel lehrt – Eine systematische Auslegung der grundlegenden Bibelwahrheiten (Nebraska: Christian Unity Press, 2.Auflage, 1955), S. 135-136 und 138-141.)

Durch solche Ansichten wird deutlich, dass sich die Theologen in der Pfingstbewegung wirklich überzeugt sind, dass die 11 Apostel vor dem Pfingstereignis in Apg 2 bereits „gerettet“ und „wiedergeboren“ waren im Sinne neutestamentlicher Erlösung und dass der Geistempfang ein zweiter Segen für den Gläubigen ist, der unter Gebet und Fasten dem Gläubigen einmalig gewährt werden soll. Auch die Samariter in Apg 8 werden von den pfingstlichen Theologen als „wiedergeboren“ angesehen bevor sie unter der Handauflegung der Apostel den Heiligen Geist empfangen haben. Ebenfalls wird Kornelius und sein Haus in Apg 10 als „wiedergeboren“ angesehen bevor sie unter der Verkündigung des Petrus den Heiligen Geist empfangen haben. Und letztendlich werden die 12 Jünger des Johannes des Täufers in Apg 19 als „wiedergeboren“ angesehen bevor diese den Heiligen Geist durch Apostel Paulus empfangen haben. Genau das ist der große Fehler in der Theologie der Pfingstbewegung! Wo finden wir in den Aussagen der Schrift, dass die Apostel „vor“ dem Geistempfang zu Pfingsten in Apg 2 bereits „wiedergeboren“ waren im Sinne neutestamentlicher Erlösung? Wo finden wir die klaren Aussagen in der Schrift, dass die Samariter, Kornelius und sein Haus und die 12 Jünger in Ephesus „vor“ dem Geistempfang bereits wiedergeborene Christen gewesen sind? Die Pfinsgtbewegung hat keine einzige Schriftstelle herangezogen um solche eine Annahme anhand der Aussagen der Schrift selbst zu bestätigen. Die Schrift sagt an keiner einzigen Stelle des Neuen Testamentes, dass die Apostel „vor“ dem Pfingstereignis in Apg 2 die neutestamentliche Wiedergeburt bereits erlebt haben. Wenn die Schrift von Wiedergeburt oder von Geistestaufe spricht, dann spricht sie von dem einem Ereignis, in dem der Sünder zu einer neuen Kreatur gemacht wird (vgl. 1Kor 12:13; Gal 3:14.22-23; Eph 1:13; Tit 3:5-6). Solche Behauptungen und Annahmen der Theologen der Pfingstbewegung müssen anhand der Schrift nachvollziehbar sein. Annahmen dürfen nicht bekräftigt werden durch solche Argumentation: „Na ja, die Apostel waren doch 3 Jahre mit Jesus zusammen und konnten große Dinge vollbringen! Sie müssen gerettet gewesen sein!“. Behauptungen und Annahmen, wie jene, die z.B. Reinhold Ulonska oder F.G. Smith aufstellen, müssen anhand der Schrift bewiesen werden, denn es werden riesige und komplexe Lehren auf diesen Behauptungen und Annahmen aufgebaut. Diese wenigen Behauptungen bilden nämlich das ganze Fundament für die Pfingstbewegung und jede Bewegung, die aus der Pfingstbewegung heraus entstanden ist (z.B. die Charismatische Bewegung o. Charismatische Erneuerung in den 60ern).

Sollte sich herausstellen, dass dieses Fundament unbiblisch ist, so sind die Pfingstbewegung und ihre Lehren und alles, was auf diesem unbiblischen Fundament gegründet wurde, als unbiblisch anzusehen. Dieser Schlussfolgerung sollte der menschliche Verstand und menschliche Logik  zustimmen können, denn das ist es, was unser Herr Jesus Christus mit folgenden Worten sagte um vor falschen Propheten zu warnen: „Hütet euch aber vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber reißende Wölfe sind! An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen. Sammelt man auch Trauben von Dornen, oder Feigen von Disteln? So bringt jeder gute Baum gute Früchte, der schlechte Baum aber bringt schlechte Früchte. Ein guter Baum kann keine schlechten Früchte bringen, und ein schlechter Baum kann keine guten Früchte bringen. Jeder Baum, der keine gute Frucht bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum werdet ihr sie an ihren Früchten erkennen.“ (Mat 7:15-20).

APOSTELGESCHICHTE 8,5-25

Die Ereignisse in Apg 8:5-25 haben viel Verwirrung verursacht. Bitte lies Apg 8:5-25 bis du mit der Passage vertraut bist! Die Ereignisse in Apg 8 scheinen mehr als alle anderen Passagen in der Schrift darauf hinzudeuten, dass Geistestaufe eine „zweite Erfahrung“ für den bereits „Geretteten“ ist im Sinne neutestamentlicher Erlösung. Aber nur eine kontextlose Auslegung, die nicht auf der Schrift selbst beruht, scheint die Pfingsttheologie zu bestätigen, dass Geistestaufe eine zweite Erfahrung für wiedergeborene Christen ist.

Apg 8:5.12.14-17
5 Und Philippus kam hinab in eine Stadt von Samaria und verkündigte ihnen Christus.
12 Als sie aber dem Philippus glaubten, der das Evangelium vom Reich Gottes und vom Namen Jesu Christi verkündigte, ließen sich Männer und Frauen taufen.
14 Als aber die Apostel in Jerusalem hörten, dass Samaria das Wort Gottes angenommen hatte, sandten sie Petrus und Johannes zu ihnen.
15 Diese kamen hinab und beteten für sie, dass sie den Heiligen Geist empfingen;
16 denn er war noch auf keinen von ihnen gefallen, sondern sie waren nur getauft auf den Namen des Herrn Jesus.
17 Da legten sie ihnen die Hände auf, und sie empfingen den Heiligen Geist.

Philippus, einer der Diakone, evangelisierte mit großer Vollmacht unter den Samaritern. Gott bekannte sich gewaltig zu der Predigt von Philippus in Apg 8:6-7 und viele sich taufen ließen, da sie bekannten zu glauben. Dennoch konnten sie laut Apg 8:16 den Heiligen Geist noch nicht empfangen! Jemand mag fragen: „Empfängt nicht jeder, der an Jesus Christus gläubig geworden ist, den Heiligen Geist?“. Betrachten wir die Schrift:

Gal 3:14.22
14 […] damit der Segen Abrahams zu den Heiden komme in Christus Jesus, damit wir durch den Glauben den Geist empfingen, der verheißen worden war.
22 Aber die Schrift hat alles unter die Sünde zusammengeschlossen, damit die Verheißung aufgrund des Glaubens an Jesus Christus denen gegeben würde, die glauben.

Die Antwort ist: ja! Von Apg 2 an empfingen alle den Heiligen Geist, die schriftgemäß, aufrichtig und ungeheuchelt an Jesus Christus glaubten! Es gab jedoch Ausnahmen, bei denen der Geist Gottes nicht unmittelbar (im Moment des Glaubens) empfangen wurde, sondern erst dann, als Gott autorisierte Männer sandte, um ihnen die Hände aufzulegen! Es bekehrten sich Menschen und glaubten „das Evangelium vom Reich Gottes und vom Namen Jesu Christi“ und „ließen sich taufen“ (Apg 8:12). In Apg 8:14-17 lesen wir, dass die Samariter erst durch die Handauflegung der Apostel den Heilige Geist empfingen.

Für die Pfingstler ist der Fall klar: sie kamen zum Glauben an Jesus Christus in Apg 8:5-12 und wurden gerettet. In Apg 8:14-17 empfingen sie ihre zweite Erfahrung, die Taufe im Heiligen Geist! Das würde jeder glauben, der nach Apg 8:14-17 nicht weiter liest und Apg 8:20 berücksichtigt. Ich zitiere an dieser Stelle zur Wiederholung noch einmal: „Die Heilige Schrift kann so verdreht werden, dass sie nur zum Zwecke eigener Interessen dient. Jeder Vers wird leicht in seiner Bedeutung verändert, wenn man ihn einzeln zitiert, ohne die Verse davor und danach. Dadurch scheint es, ein Vers kann nur eine Bedeutung haben. Wenn aber die Bedeutung verständlich wird, indem man die Verse davor und danach betrachtet, kann ein Vers in Wirklichkeit das direkte Gegenteil bedeuten von dem, was wir angenommen haben.“ Und weiter: „Die Heilige Schrift ist klar und deutlich und erklärt sich selbst. Die Schrift interpretiert die Schrift.“ Nachdem die Samariter den Geist empfangen haben, macht Petrus eine bemerkenswerte Aussage, welche die Pfingsttheologie in ihrer Auslegung vollkommen unberücksichtigt lässt:

Apg 8:18-20
18 Als aber Simon sah, dass durch die Handauflegung der Apostel der Heilige Geist gegeben wurde, brachte er ihnen Geld
19 und sprach: Gebt auch mir diese Vollmacht, damit jeder, dem ich die Hände auflege, den Heiligen Geist empfängt!
20 Petrus aber sprach zu ihm: Dein Geld fahre mit dir ins Verderben, weil du meinst, die Gabe Gottes mit Geld erwerben zu können.

In Apg 8:20 bedeutet der Ausdruck „δωρεαν του θεου“ (dorean tou theou) im Deutschen „die Gabe Gottes“. Mit dorea sind gewöhnliche Geschenke oder Gaben gemeint! Die Pfingstler sehen hier in dieser Passage den Beweis für die Bestätigung einer zweiten Erfahrung des Gläubigen mit sichtbaren und folgenden Zeichen, aber die anderen Stellen im Neuen Testament (Joh 4:10; Apg 2:38; 8:20; 10:45; 11:17; Röm 5:15.17; 2Kor 9:15; Eph 3:7; 4:7; Heb 6:4), die den Ausdruck dorea verwenden, machen deutlich, worum es sich hier handelt und worum nicht. Keine von diesen Stellen verwendet dorea für eine zweite Erfahrung für den Gläubigen.

Mit dem Wort dorea meint man auch keine Geistesgaben, die der Geist Gottes in dem Gläubigen bewirkt, sondern man meint damit vielmehr den Geist Gottes selbst als „das Geschenk“ oder „die Gabe“, die dem Gläubigen vermittelt wird, wenn er zum rechtfertigenden Glauben vorgedrungen ist.

Bei der Übersetzung dieses Wortes muss man aufpassen, denn es gibt noch ein anderes Wort, dass eine fast identische Bedeutung hat: charisma, dass so viel heißt wie „freie Gabe“ oder „Gnadengabe“ oder „unverdiente Gabe“. Es ist abgeleitet von charis „Gnade“. Dieses Wort charisma wiederum, das man oft nur mit „Gabe“ oder „Geschenk“ übersetzt, verwendet man unter anderem auch für die Geistesgaben. Aber das Neue Testament versteht unter charisma nicht nur Geistesgaben (1Kor 12:4.9.28), sondern auch…

1) Berufungen:

z.B. Ehelosigkeit

1Kor 7:7
„Denn ich wollte, alle Menschen wären wie ich; aber jeder hat seine eigene Gnadengabe (gr. charisma) von Gott, der eine so, der andere so.“

z.B. die Einsetzung in das Amt als Pastor 

1Tim 4:14
„Vernachlässige nicht die Gnadengabe (gr. charisma) in dir, die dir verliehen wurde durch Weissagung unter Handauflegung der Ältestenschaft!“

2) Erbauungen:

z.B. im Glauben durch die christliche Gemeinschaft

Röm 1:11-12
„Denn mich verlangt danach, euch zu sehen, um euch etwas geistliche Gnadengabe (gr. charisma) mitzuteilen, damit ihr gestärkt werdet, das heißt aber, dass ich mitgetröstet werde unter euch durch den gegenseitigen Austausch eures und meines Glaubens.“

Der Kontext macht deutlich, ob es sich bei charisma um eine Geistesgabe, Berufung oder Erbauung handelt. Deswegen führt das in unseren Übersetzungen schnell zu Verwechslungen, da dorea nicht identisch ist mit charisma. Nur wenn man den Unterschied kennt, und in welchen Stellen das Neue Testament das Wort charisma oder dorea verwendet wird, kann man erkennen was der Autor wirklich sagen will. Und diese Unterscheidung im Griechischen ist so wichtig, dass die Verwendung jener zwei Worte über die theologische Richtigkeit der pfingstlichen Taufe im Heiligen Geist entscheidet. Halten wir noch mal beide Worte fest:

dorea= Gabe, Geschenk (im NT benutzt für den Empfang des Heiligen Geistes)
charisma= freie Gabe/Geschenk (im NT benutzt für Geistesgabe, Berufung, Erbauung)

Die Schrift selbst lehrt keinen zweiten Segen, durch den ein Gläubiger Geistesgaben bekommt, die er vorher nicht hatte (denn das ist die Lehre der Pfingstbewegung)! Die Schrift lehrt, das, wenn jemand das dorea nicht empfangen hat, er auch keine charisma haben kann! So erkennen wir also, wenn jemand das dorea, den Heiligen Geist, nicht empfangen hat, kann er auch kein wiedergeborener Christ im neutestamentlichen Sinne sein. Und genau das war das Problem in Apg 8 bei den Samaritern! Simon der Zauberer beobachtete in Apg 8:17 nicht die Vermittlung von charisma, sondern wie in Apg 8:20 deutlich gesagt wird, sondern die Vermittlung von dorea. Dadurch wird deutlich, dass der Empfang des Heiligen Geistes die Gabe oder das Geschenk selbst ist, durch den man in den Leib Jesu Christi hineingetauft wird (vgl. 1Kor 12:13).

Auf diese Weise hat Gott in der Schrift deutlich werden lassen, dass die Samariter aus einem besonderen Grund den Heiligen Geist noch nicht empfangen konnten und offiziell noch nicht zur Gemeinde Jesu Christi gehörten, obwohl sie äußerlich alles getan haben, was jemand erfüllen muss, um gerettet zu werden im Sinne des Neuen Testamentes! Mit dem Empfang des dorea findet die Wiedergeburt statt. Dies lehrt die Schrift unwiderlegbar in Apg 2, 10, 19 und 1Kor 12:13. Die Samariter waren bis Apg 8:17 noch nicht wiedergeboren! Warum mussten die Apostel Petrus und Johannes kommen und den Samaritern, die zum Glauben an Jesus gekommen sind, die Hände auflegen damit sie den Heiligen Geist (dorea) empfangen konnten?

Zunächst ist zu beachten, dass hier eine neue Volksgruppe mit dem Evangelium erreicht wurde. Die Samariter waren ein Mischvolk (Juden und Heiden ineinander vermischt) – sowohl religiös als auch von der Rasse her! Jesus sprach einmal folgendes zu Petrus:

Mat 16:19
Und ich will dir die Schlüssel des Reiches der Himmel geben; und was du auf Erden binden wirst, das wird im Himmel gebunden sein; und was du auf Erden lösen wirst, das wird im Himmel gelöst sein.

Und zu den Aposteln sprach er einmal:

Joh 20:23
Welchen ihr die Sünden vergebt, denen sind sie vergeben; welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.

Das ist eine Vollmacht, die sich nur auf das apostolische Zeitalter und die Apostel selbst bezog. Auch dieser Vers findet heute keine Anwendung mehr für heutige Gläubige.

Laut Joh 4:9 hatten Juden und Samariter keine Gemeinschaft miteinander. Sie waren erklärte Gegner. Bei Flavius Josephus (Geschichtsschreiber [Der Jüdische Krieg] zu neutestamentlichen Zeiten: 37-100 n.Chr.) können wir lesen, dass zwischen ihnen ein unglaublicher Hass gewaltigen Ausmaßes herrschte. Kleinste Anlässe lösten fast bürgerkriegsähnliche Zustände aus mit viel Blutvergießen. Man betrachtete sich gegenseitig als „Abtrünnige“ und „Hunde“. Israeliten beteten in Jerusalem an und Samariter am Berg Garizim. Das Wort Samariter war für jüdische Ohren ein Schimpfwort und wurde von Juden benutzt um Jesus zu verurteilen: „Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht mit Recht, dass du ein Samariter bist und einen Dämon hast?“ (Joh 8:48). Es ist denkbar, dass die bekehrten Samariter ihren Judenhass (d.h. Antisemitismus) mit in die Gemeinde nehmen würden. So manche eingefleischte über Generationen andauernde Überzeugungen und Verachtungen für ein bestimmtes Volk werden nur langsam aufgegeben. Man denke daran, wie die scheinbar bekehrten Pharisäer noch im Alten Bund gehangen sind (Apg 15:5) und die Beschneidung für alle Christen in den Neuen Bund mit hinein nehmen wollten!

Wäre der Heilige Geist bereits durch die Predigt des Philippus in ihre Herzen gekommen, hätten die Samariter die Autorität der jüdischen Apostel zurückweisen können! Der Geist Gottes kennt keine Rassenschranken (Kol 3:11) und wir sind nun mal „auferbaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten“ (Eph 2:20), welche alle Israeliten waren. Da Hass immer Trennung bewirkt, erfordert die Situation in Samaria eine besondere Maßnahme, die eine Trennung aufhebt. Die Samariter mussten einsehen: „das Heil kommt aus den Juden“ (Joh 4:22). So ist es verständlich, dass die neutestamentliche Erlösung nicht getrennt von den Juden empfangen werden konnte, wie in dem Fall von Apg 8. Es war für beide Seiten ein demütigendes Erlebnis. Die sich früher hassten, mussten sich jetzt als unzertrennliche Einheit in Jesus Christus annehmen und die alten Streitigkeiten für immer aufgeben! Was unvorstellbar schien, ist durch das vollbrachte Werk von Jesus Christus geschehen. Juden und Samariter wurden ein Herz und eine Seele. Nach ihrer gemeinsamen Demütigung kam sogleich der Heilige Geist auf die Samariter (Apg 8:17).

Und das ist etwas, was man alles aus der Schrift herauslesen kann! Irrlehren (wie die pfingstliche Geistestaufe) entstehen, wenn Pfingstler in den Text hineinlesen, vor allem, wenn die hineingelesene Bedeutung und Annahme durch die gesamte Schrift nicht bestätigt wird! Fassen wir zusammen: Die Samariter sind an Jesus Christus gläubig geworden und ließen sich taufen! Doch sie empfingen den Geist Gottes nicht, bis nicht Gottes Absichten erfüllt sind. Und seine Absicht war Versöhnung in jeder Hinsicht! Deswegen hielt Jesus den Heiligen Geist bei den Samaritern zurück, und erfüllte seine Absichten durch die besondere apostolische Vollmacht, den Heiligen Geist, die Wiedergeburt, durch Handauflegung zu vermitteln, wenn sie überzeugt waren, jemand war gläubig! So bestätigte Gott den Samaritern: die neutestamentliche Erlösung kommt ausden Juden und erlaubte keinen Judenhass, denn Jesus selbst ist ein Jude!

APOSTELGESCHICHTE 10+11+15

In der Kirchengeschichte wird eine Geistestaufe als zweite Segenserfahrung bis 1900 nirgends ausdrücklich durch die Kirche gelehrt. Nur vereinzelt tauchten in den vergangenen Jahrhunderten seltsame und fragwürdige Personen auf, die neue Praktiken, prophetische Offenbarungen und eine fremdartig Auslegung der Schrift mit sich brachten. Die Kirche wurde seit ihrer Entstehung mit Irrlehrern konfrontiert, aber die Anerkennung der Irrlehrer war niemals so groß wie in den letzten 150 Jahren. Ein Vorläufer der Pfingstbewegung (oder der Prophetenbewegung) war Montanus. Er wurde ca. 150 n.Chr. ein „Pseudo-Christ“ und erhob den Anspruch der endzeitliche Paraklet zu sein, der in Joh 14:16 erwähnt wird. Montanus forderte strenge Askese, verschärftes Fasten, Schlafentzug, Verbot des Geschlechtsverkehrs, Auflösung der Ehe und Bereitschaft zum Martyrium. Montanus behauptete: „Ich bin Wort und Geist und Kraft. Nach mir wird kein Prophet mehr sein, sondern die Vollendung.“

Die Pfingstbewegung entstand ca. um 1900 und die Charismatische Bewegung um 1960. Wie bereits gesagt, gab es bis 1900 kein Zeitalter, in der die Kirche Jesu Christi die Irrlehren und Schriftauslegungen der Pfingstbewegung vertrat. Dennoch beruft sich die Pfingstbewegung auf vereinzelte Personen in der Kirchengeschichte, die sich wiederum auf persönliche Erlebnisse und geistliche Offenbarungen beriefen. Pfingstler (wie z.B. Vinson Synan) verfälschen absichtlich Aussagen von Männern aus dem 18.Jahrhundert damit es so erscheint, als würden sie die Irrlehren unterstützen. So erlangen die Irrlehren der Pfingstler den Eindruck, als wären sie von früheren Generationen akzeptiert worden und erscheinen so umso biblischer und vertrauenswürdiger für unsere heutige Generation.

Jedoch ist Kirchengeschichte nicht die Grundlage für Lehre, sondern die Schrift allein. Durch die Kirchengeschichte erkennen wir dennoch rückblickend, wer die Schrift korrekt interpretierte, sofern man die richtige Lehre vor Augen hat. Daher ist die Schrift allein die unfehlbare Autorität für Lehre. Das führt uns noch einmal zu den Grundlagen der Interpretation der Schrift und der Aufstellung von Lehren: „Die Heilige Schrift kann so verdreht werden, dass sie nur zum Zwecke eigener Interessen dient. Jeder Vers wird leicht in seiner Bedeutung verändert, wenn man ihn einzeln zitiert, ohne die Verse davor und danach. Dadurch scheint es, ein Vers kann nur eine Bedeutung haben. Wenn aber die Bedeutung verständlich wird, indem man die Verse davor und danach betrachtet, kann ein Vers in Wirklichkeit das direkte Gegenteil bedeuten von dem, was wir angenommen haben.“ Die allgemeine Regel für Interpretation ist diese: „Man nimmt die wörtliche Bedeutung eines Verses nur dann, wenn er anderen Versen nicht widerspricht. Wenn die wörtliche Bedeutung widersprüchlich ist zu anderen Versen, wird der unklare Vers durch den Vers interpretiert, der deutlicher und klarer spricht.“ (John Wesley).

Daraus folgt, dass die Heilige Schrift sich selbst nie widerspricht. So hat der Geist des Herrn der Schrift einen Schutz vor Missbrauch und Verdrehung gegeben. Jede Lehre muss durch diese Methode geprüft werden. Deshalb müssen wir die ganze Schrift studieren und miteinander verbinden. Und das ist etwas, was nur die allerwenigsten Gläubigen unter uns tun. Wir können alles andere, nur nicht die Schrift studieren. O möge der Geist Gottes uns Seinen Eifer für Sein Wort schenken!

Der Ausdruck „Dreieinigkeit“ taucht nirgends in der Schrift auf. Nicht ein einziges Mal. Dennoch offenbart die Schrift diese erstaunliche und faszinierende Wahrheit. Und um sie einfacher auszudrücken, schuf jemand das Wort „Dreieinigkeit“. Charles Spurgeon (1834-1892) sagte einmal: „In manchen Schriftstellen kommt die Dreieinigkeit so deutlich zum Ausdruck, dass man schon bewusst die Augen davor schließen muss, um diese Wahrheit nicht zu sehen.“

Leugner der Dreieinigkeit Gottes verbinden nie die Aussagen der Schrift miteinander. Sie konzentrieren sich nur auf einzelne Verse. Der Teufel will, dass man nur die wörtliche Bedeutung einzelner Verse (d.h. einzelne Sätze ohne Kontext) sieht. Denn dann kann man mit einzelnen Versen unglaubliche Lehraussagen schaffen. Der Kommunismus und die Emanzipation der Frauen würden auf der Grundlage von einzelnen Versen, getrennt von ihrem Kontext, unterstützt werden. Deswegen basieren die meisten geistlichen Bücher und Andachten auf diesem „nur ein Vers“ Prinzip. Hast du verstanden warum der Teufel das so macht?

Die Fähigkeit die Schrift miteinander zu verknüpfen, hat kein Mensch in sich selbst. Nur Gott kann diese Fähigkeit geben. Und Er wird sie auch denjenigen geben, die sich vor Gott demütigen: „Da öffnete er ihnen das Verständnis, damit sie die Schriften verstanden“ (Lk 24:45). Wahre Erkenntnis kommt also durch die Zusammensetzung oder Verbindung einzelner Fragmente und nicht nur rein auf der Grundlage von einzelnen Fragmenten! Aus diesem Grund benutzt man das Wort suniemi umgangssprachlich für „einen guten und aufrichtigen Menschen, der die einzelnen Fragmente oder Stücke zusammenführen kann, die mit Erlösung einhergehen“. Jene Menschen in Lk 24:45 besaßen nicht die Fähigkeit, alles das (was im AT im Bezug auf die Person Jesu Christi gesagt wurde) so zu verbinden, dass sie klar und deutlich die Wahrheit erkannten. Erst als Jesus ihnen diese Fähigkeit schenkte, erkannten sie, wie all die Puzzleteile vollkommen zusammenpassten und ihnen die Erkenntnis der Wahrheit zugänglich machten. Irrlehrern ist diese Fähigkeit vorenthalten, deswegen kommen sie zu falschen Schlussfolgerungen, die wiederum in Irrlehren resultieren.

Wie beschrieb Jesus noch mal die erste Gruppe von Menschen in dem Gleichnis vom Sämann? „Sooft jemand das Wort vom Reich hört und nicht versteht (suniemi), kommt der Böse und raubt das, was in sein Herz gesät ist. Das ist der, bei dem es an den Weg gestreut war“ (Mat 13:19). Sünder werden nicht in die Hölle geworfen, weil sie das Evangelium nicht verstehen konnten, sondern weil sie es nicht verstehen wollten. Sonst wäre ewige Bestrafung für unschuldige Opfer vollkommen unangebracht!

Bitte versuche jetzt folgende Frage für dich zu beantworten: aus welchem Grund schrieb Paulus den nachfolgenden Bibelvers (gemeint ist 2Tim 3:16)? Welche Absicht verfolgte Paulus und was wollte er Timotheus sagen, als er schrieb:„Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet.“ (2Tim 3:16)? Die wenigsten wissen aus welchem Grund Paulus Timotheus schrieb, dass die Schrift von Gott (d.h. von Gottes Geist) inspiriert ist. Schaut einmal das ganze Kapitel 3 an von 2Tim an! Worüber redet Paulus hier in 2Tim 3:1-17? Er redet in den ersten 5 Versen von Kapitel 3 über Gottlose, die äußerlich Gottesfurcht aufweisen (Vers 5), deren Kraft aber verleugnen und deshalb immer noch das sind, was in Versen 1-4 aufgezählt wird. Paulus spricht von Menschen, die äußerlich nach etwas aussehen, was sie in Wirklichkeit nicht sind. Das griechische Wort, dass hier mit Gottesfurcht in der Schlachter 2000 und mit Frömmigkeit in der Luther 1984 übersetzt worden ist, heißt eusebeia (abgeleitet von eu = „gut, richtig“ + sebomai = „anbeten, verehren, ehren“) und bezieht sich auf wiedergeborene Gläubige, die ein geistliches Leben haben, in dem sie dem einzig wahren Gott „richtig“ dienen und Ihn „richtig“ ehren und Ihn „richtig“ anbeten und Ihn „richtig“ fürchten!

Das Wort eusebeia kann sich also nicht auf Zeugen Jehovas oder anderen unbiblische Bewegungen beziehen, da sie eine „falsche“ Gottesverehrung haben! Wenn Paulus also von Menschen redet, die äußerlich den Schein von eusebeia haben, redet er von Menschen, die man rein äußerlich für Christen halten würde und für Brüder und Schwestern im Herrn! Paulus warnt Timotheus vor Menschen die behaupten, sie hätten eine Zugehörigkeit zu Gott, obwohl sie in Wirklichkeit keine Zugehörigkeit zu Gott besitzen!

Warum soll sich Timotheus von solchen Menschen abwenden (2Tim 3:5) anstatt ihnen zu helfen? Weil sich Scheinchristen nicht der von Gottes Geist eingegebener Schrift unterwerfen! Timotheus wird daran erinnert, dass die Schriften „Kraft haben, weise zu machen zur Errettung“ (2Tim 3:15). Timotheus kann also niemandem helfen, der sich nicht der Schrift unterwirft und bei dem bleibt, was sie sagt.

Die Schrift ist das Werkzeug, damit man nicht zu denen gehört, die nach außen hin wie echte Christen erscheinen und verloren gehen. Deswegen betont Paulus noch einmal den Gedanken: „Alle Schrift ist von Gott eingegeben…“. Damit will Paulus sagen „Timotheus, du kannst der Schrift vertrauen. Sie ist von Gott eingegeben und Gott kann nicht lügen. Somit ist alles in der Schrift Wahrheit, auch wenn es unangenehm ist. Die Wahrheit wird einen Menschen retten. Deswegen höre auf die Schrift und lass dich von ihr belehren, überführen, zurechtweisen und erziehen.“

Das ist der richtige Kontext für 2Tim 3:16! Sieht man nun, wie wichtig der Kontext ist und wie er einzelnen Versen eine eigene Bedeutung gibt, die du nicht erkennen kannst, wenn du den Vers 2Tim 3:16 nur einzeln betrachtest? Der Teufel freut sich, wenn du glaubst, die Schrift ist göttlich inspiriert! Er lacht sogar, wenn du anderen beweisen möchtest, dass die Schrift unfehlbar ist! Aber der Teufel attackiert Menschen die die Schrift studieren (und nicht einfach nur überfliegen) um Lügen und Verführung aufzudecken, so dass „sie wieder nüchtern werden aus dem Fallstrick des Teufels heraus, von dem sie lebendig gefangen worden sind für seinen Willen“ (2Tim 2:26).

Die systematische Theologie der Pfingstbewegung verbietet der Schrift für sich selbst zu reden, wenn sie über ihre pfingstliche Taufe im Heiligen Geist spricht! Man muss von bestimmten Annahmen ausgehen, ohne die ihre Lehre nicht aufgehen kann! Pfingstler müssen 10 (nicht mit der Schrift zu vereinbarende) Thesen auf der Bibelschule auswendig lernen um die Geistestaufe als zweite Erfahrung lehren zu können. Ich erwähne nur die relevanten:

These 1
In der Schrift existiert der Ausdruck „Geistestaufe“ nicht als Substantiv, sondern 7-mal nur als Verb „getauft werden im Heiligen Geist“ im NT.

These 2
Von den 7 Stellen sind 5 prophetisch (Mat 3:11; Mk 1:8; Lk 3:16; Joh 1:33; Apg 1:5). Nur 2 Stellen sind der genaueren Betrachtung wert (Apg 15:15-16 und 1Kor 12:13).

These 3
Paulus (Verfasser von 1Kor) beschreibt die Geistestaufe als Ereignis verbunden mit Bekehrung (1Kor 12:13) während Lukas (Verfasser der Apg) sie als Ereignis nach der Bekehrung (Apg 11:15-16) beschreibt.

These 4
Die lukanische (d.h. nach Lukas) Geistestaufe nach Apg 11:15-16 ist verbunden mit den 5 prophetischen Stellen und dem Pfingstereignis in Apg 2.

These 6
Lukas darf nicht durch (die Schriften von) Paulus erklärt werden und Paulus darf nicht durch (die Schriften von) Lukas verstanden werden. Beide reden von völlig unterschiedlichen Pneumatologien (der Begriff bedeutet: Pneuma = Geist,  Logie = Lehre; also die Lehre über den Geist).

Diese Thesen sollen uns dahin bringen zu glauben, es gäbe zwei Taufen im Heiligen Geist. Eine während der Bekehrung (nach 1Kor 12:13; diese nennt man „paulinische Geistestaufe“) und eine nach der Bekehrung (nach Apg 11:15-16; diese nennt man „lukanische Geistestaufe“). Pfingstler glauben nicht, was die Schrift ihnen sagt und lehrt. Durch diese Thesen zwingen sie, die Schrift etwas sagen zu lassen, was die Pfingstbewegung glaubt. Um diese Annahmen zu widerlegen, müssen wir uns einfach nur mit Kornelius beschäftigen und die Schrift fragen: „War Kornelius bereits gerettet und wiedergeboren als er den Heiligen Geist in Apg 10 empfing?“ Diese Frage muss ständig in unserem Hinterkopf bleiben! Die Pfingstler sagen „ja“ und verweisen auf folgende Schriftstellen:

Apg 10:2.22
2 [Kornelius] war fromm und gottesfürchtig mit seinem ganzen Haus und gab dem Volk viele Almosen und betete ohne Unterlass zu Gott,
22 Kornelius, der Hauptmann, ein gerechter und gottesfürchtiger Mann, der ein gutes Zeugnis hat bei dem ganzen Volk der Juden, hat von einem heiligen Engel die Weisung erhalten, dich in sein Haus holen zu lassen, um Worte von dir zu hören.

Nun wenden wir an, was uns das Wort suniemi lehrt: wir tragen alle Puzzleteile über eine bestimmte Sache zusammen und schauen, ob wir zu einer klärenden Schlussfolgerung kommen. Laut Apg 10:2 war Kornelius fromm und gottesfürchtig und betete zu Gott, aber die Frage ist nicht beantwortet: „War er gerettet?“. Sagt die Schrift an anderer Stelle noch etwas über Kornelius? Laut Apg 10:22 war Kornelius auch ein gerechter Mann. Unsere Frage wurde immer noch nicht deutlich genug beantwortet (für die Pfingstler schon) und deshalb fragen wir die Schrift „War Kornelius bereits ein geretteter Mann?“. Hat die Schrift an anderer Stelle vielleicht noch etwas über Kornelius zu sagen? Vor ein paar Jahren saß ich einmal auf einer pfingstlich-charismatischen Bibelschule in einer Klasse, in der über die pfingstliche Geistestaufe als zweite Erfahrung gelehrt wurde, wie ich es hier oben dargestellt habe. Der Lehrer sagte genau das, was ich eben hier erkläre. Die ganze Klasse glaubte tatsächlich, dass Kornelius bereits gerettet und wiedergeboren war aufgrund Apg 10:2.22. Somit müsste er nur noch die pfingstliche Geistestaufe, den zweiten Segen empfangen, so sagte es der Pfingstlehrer. An dieser Stelle zitierte nun der Lehrer Apg 11:15-16 und schlussfolgerte: „Seht ihr, liebe Schüler? Petrus sagt: dasselbe, was mit den Aposteln in Apg 2 geschah, passierte jetzt mit Kornelius! Und wenn Petrus ja schon unwiderlegbar gerettet war vor Apg 2, dann ist es auch Kornelius, denn die Schrift sagt ja in Apg 11:15, dass der Geist auf sie gefallen war, genauso wie bei uns am Anfang!“. Und an dieser Stelle, nachdem der Lehrer das so toll und überzeugend eine ganze Stunde lang erklärt hat, hörte ich diese unhörbare Stimme, die mir sagte: „Lies den Vers zuvor!“. Also las ich den Vers vor Apg 11:15, nämlich Apg 11:14, in welchem der Engel zitiert wird, der zu Kornelius sprach: „…der [d.h. Petrus] wird Worte zu dir reden, durch die du [d.h. Kornelius] gerettet werden wirst, du und dein ganzes Haus“ (Apg 11:14).

Die folgende Aussage muss unsere Aufmerksam erregen, weil sie unsere Frage beantwortet, ob Kornelius bereits gerettet war im Sinne des NT: „der wird Worte reden, durch die du [Kornelius] gerettet werden wirst…“. Er wird erst gerettet werden, wenn er die Worte von Petrus hört! Das heißt, Kornelius war nicht gerettet und wiedergeboren, so wie die Pfingstler das lehren! Sagt die Schrift noch an anderer Stelle etwas über Kornelius? Ja! In Apg 15 erzählt Petrus noch einmal rückblickend über das Ereignis unter den Heiden [d.h. das Haus von dem Heiden Kornelius].

Apg 15:7-9
7 Ihr Männer und Brüder, ihr wisst, dass Gott lange vor diesen Tagen mitten unter uns die Heiden erwählt hat, dass sie durch meinen Mund das Wort des Evangeliums hören und zum Glauben kommen sollten.
8 Und Gott, der die Herzen kennt, legte für sie Zeugnis ab, indem er ihnen den Heiligen Geist gab gleichwie uns;
9 und er machte keinen Unterschied zwischen uns und ihnen, nachdem er ihre Herzen durch den Glauben gereinigt hatte.

Hier erzählt Petrus selber, was die Schrift mit „…der wird Worte reden…“ meint. Petrus predigte dem Kornelius das Evangelium von dem Herrn Jesus Christus und Kornelius sollte dadurch erst zu Glauben kommen. Und wenn er erst zum Glauben kommen sollte durch die Predigt des Petrus, dann ist unwiderlegbar, dass Kornelius vorher noch nicht zum Glauben gekommen ist! Der Engel erzählt Petrus, er solle zu Kornelius gehen. Der Engel erzählte Kornelius, dass er Petrus holen lassen soll und das Petrus Worte zu Kornelius reden wird, durch die Kornelius gerettet werden wird (Apg 11:14).

Unsere Frage war: „War Kornelius bereits gerettet, in dem Moment, als er den Heiligen Geist empfing?“. Apg 11:14 sagt, Kornelius werde erst gerettet werden, wenn er das Evangelium durch Petrus hören würde. Er war demnach laut der Schrift selbst nicht gerettet! So kann man sehen, dass Kornelius gerettet wurde in dem Moment, als er den Geist Gottes empfing! Er empfing keine zweite Taufe. In Apg 10:2.22 ist Kornelius gerecht, fromm und gottesfürchtig und betet zu Gott. Er wird aber erst durch Petrus seine Verkündigung gerettet laut Apg 11:14. In Apg 15:7 erwähnt Petrus ein zweites Mal den Vorfall mit Kornelius. Hier sagt Petrus, dass Kornelius „durch meinen Mund das Wort des Evangeliums hören und zum Glauben kommen sollte.“ Die Annahme der Pfingstler, dass Kornelius bereits gerettet war und in Apg 10 die zweite Erfahrung machte, wird vollkommen durch die Schrift selbst widerlegt. Kornelius mag gottesfürchtig gewesen sein, aber gerettet war er nicht. Er war kein Christ! Wäre es anders, hätte Petrus nicht zu Kornelius kommen müssen um ihm das Evangelium zu predigen. So können wir verstehen, dass Lydia in Apg 16 „gottesfürchtig“ warund dennoch erst zum Glauben kommen sollte, nachdem Paulus ihr das Evangelium verkündete!

APOSTELGESCHICHTE 18+19

Lies bitte Apg 18:24 bis 19:6 mehrmals durch, bis du mit dem Inhalt vertraut bist! Bewahre im Hinterkopf die Grundregel für die Auslegung der Schrift. Ich wiederhole sie deswegen dauernd, weil ich möchte, dass man diese Regel auswendig beherrscht: „Die Heilige Schrift kann so verdreht werden, dass sie nur zum Zwecke eigener Interessen dient. Jeder Vers wird leicht in seiner Bedeutung verändert, wenn man ihn einzeln zitiert, ohne die Verse davor und danach. Dadurch scheint es, ein Vers kann nur eine Bedeutung haben. Wenn aber die Bedeutung verständlich wird, indem man die Verse davor und danach betrachtet, kann ein Vers in Wirklichkeit das direkte Gegenteil bedeuten von dem, was wir angenommen haben. Man nimmt die wörtliche Bedeutung eines Verses nur dann, wenn er anderen Versen nicht widerspricht. Wenn die wörtliche Bedeutung widersprüchlich ist zu anderen Versen, wird der unklare Vers durch den Vers interpretiert, der deutlicher und klarer spricht.“

Es ist wichtig zu sehen, was ein Vers ausdrücklich sagt und was er nicht sagt. Ich sage das, weil Pfingstler voreilig ihre Auslegung in einen unklaren Vers hineinlesen, anstatt der Schrift zu erlauben, sich selbst zu erklären und auszulegen. Bis ca. 1800 war dies die Grundregel für Bibelauslegung. Diese Regel wurde systematisch durch die aufkommende Pfingstbewegung abgeschafft. Die Schrift erklärt sich nicht mehr selber nach den Pfingstlern (auch wenn sie selbst diese Grundregel mir beigebracht haben), sondern die Schrift ist dem Verständnis der Theologen der Pfingstbewegung unterworfen, so wie sie sie verstehen.

Um herauszufinden, was wirklich in Apg 18:24-19:6 geschah, müssen wir einfach diesen Text untersuchen auf der Grundlage der Annahmen der Pfingstler. Die Pfingstler behaupten, dass die 12 Jünger in Apg 19:1-6 bereits wiedergeborene Christen waren, denen nur noch die lukanische Geistestaufe fehlte! Doch bestätigt die Schrift die Annahme der Pfingstler? Falls nicht, ist die Lehre, die auf dieser Annahme basiert eine Irrlehre und daher unbiblisch!

Apg 18:24-28
24 Aber ein Jude mit Namen Apollos, aus Alexandria gebürtig, kam nach Ephesus, ein beredter Mann, der mächtig war in den Schriften.
25 Dieser war unterwiesen im Weg des Herrn und feurig im Geist; er redete und lehrte genau über das, was den Herrn betrifft, kannte aber nur die Taufe des Johannes.
26 Und er fing an, öffentlich in der Synagoge aufzutreten. Als nun Aquila und Priscilla ihn hörten, nahmen sie ihn zu sich und legten ihm den Weg Gottes noch genauer aus.
27 Als er aber nach Achaja hinübergehen wollte, ermunterten ihn die Brüder und schrieben an die Jünger, dass sie ihn aufnehmen sollten. Und als er dort ankam, war er eine große Hilfe für die, welche durch die Gnade gläubig geworden waren.
28 Denn er widerlegte die Juden öffentlich mit großer Kraft, indem er durch die Schriften bewies, dass Jesus der Christus ist.

Apg 19:1-7
1 Es geschah aber, während Apollos in Korinth war, dass Paulus, nachdem er die höhergelegenen Gebiete durchzogen hatte, nach Ephesus kam. Und als er einige Jünger fand,
2 sprach er zu ihnen: Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet? Sie aber antworteten ihm: Wir haben nicht einmal gehört, dass der Heilige Geist da ist!
3 Und er sprach zu ihnen: Worauf seid ihr denn getauft worden? Sie aber erwiderten: Auf die Taufe des Johannes.
4 Da sprach Paulus: Johannes hat mit einer Taufe der Buße getauft und dem Volk gesagt, dass sie an den glauben sollten, der nach ihm kommt, das heißt an den Christus Jesus.

5 Als sie das hörten, ließen sie sich taufen auf den Namen des Herrn Jesus.
6 Und als Paulus ihnen die Hände auflegte, kam der Heilige Geist auf sie, und sie redeten in Sprachen und weissagten.
7 Es waren aber im Ganzen etwa zwölf Männer.

Den Schlüssel zum Verständnis der Erfahrung der Jünger in Apg 19 finden wir in der Verbindung zwischen Apollos und den Jüngern, denn beide kannten nur die „Taufe des Johannes“. Die Taufe des Johannes ist etwas, das pfingstliche Theologen vollkommen ignorieren und nicht beachten. Sie nehmen an zu wissen, was die Taufe des Johannes ist, aber in Wirklichkeit haben sie keine Ahnung was diese Taufe bedeutet. Was auch immer die Jünger und Apollos waren, es ging nicht über die Erfahrung der Taufe des Johannes hinaus.

Ohne Zweifel war Apollos mächtig in den Schriften, redegewandt und feurig im Geist. Aber die Frage ist: „War er bereits gerettet aufgrund des Glaubens an den Herrn Jesus Christus?“. Redegewandtheit und Kenntnisse über das Alte Testament zu haben (denn das NT gab es zur Zeit Apollos ja nicht) beweisen uns nicht ausdrücklich, dass Apollos gerettet war, bevor er auf Priscilla und Aquila traf! Der Teufel ist weitaus redegewandter und mächtiger in den Schriften als alle Theologen dieser Welt vereint und dennoch ist er ein Teufel! Schriftkenntnisse zu haben ist heute kein Beweis, dass man ein Christ ist.

Aquila und Priscilla nahmen Apollos „zu sich und legten ihm den Weg Gottes noch genauer aus“, bevor er Ephesus verließ und nach Achaja ging. Warum fühlten sich die beiden buchstäblich gezwungen mit Apollos zu reden, nachdem sie Apollos lehren gehört hatten? Sie müssen etwas derart wichtiges bemerkt haben, so dass sie ihn zu sich nahmen und über etwas sprachen, was er bis Apg 18:25 noch nicht kannte.

Bevor Apollos auf Aquila und Priscilla traf, redete und lehrte er „genau über das, was den Herrn betrifft“ (Apg 18:25). Bitte beachte das Fehlen und nicht vorhanden sein des Wortes „Jesus“ hinter dem Wort „Herrn“[1]. Erst nachdem Apollos auf Aquila und Priscilla traf „widerlegte [Apollos] die Juden öffentlich mit großer Kraft, indem er durch die Schriften bewies, dass Jesus der [vorangekündigte] CHRISTUS ist.“ (Apg 18:28).

Offensichtlich gab es im Leben des Apollos eine große Veränderung, als er auf Aquila und Priscilla traf. Sie müssen dem Apollos Jesus von Nazareth als Christus vorgestellt haben. Daher ist anzunehmen, dass Apollos zwar wusste, dass Gott, der Herr, einen Messias senden würde, ihm war aber völlig unbekannt, wer das sein würde. Und seitdem Jesus verherrlicht wurde, gibt es außerhalb von dem Christus (d.h. Jesus von Nazareth) kein Heil und keine Erlösung (vgl. Apg 4:12). Denn unsere Erlösung ist fest an den Namen Jesus Christus gebunden. Das heißt, man muss glauben, dass Jesus von Nazareth der Christus ist. Ein anderer kann kein Christus sein. Man musste sich „Jesus“ unterwerfen und nicht einfach nur „Gott“, dem man sich vorstellt, wie man Ihn gerne hätte!

Die Jünger in Apg 19 kannten nur die Taufe des Johannes. Apollos in Apg 18 kannte nur die Taufe des Johannes? Siehst du diese Verbindung? Wenn die Jünger in Apg 19 nicht gerettet waren, dann war Apollos es auch nicht, weil beide nur die Taufe des Johannes kannten. Und nun kam Paulus nach Ephesus und traf auf Jünger, die getauft worden waren auf die Taufe des Johannes (Apg 19:3). Sie wurden scheinbar von jemandem unterrichtet, der nur Kenntnis hatte von der Taufe des Johannes (Apg 18:25). Apollos war in Ephesus (die Stadt war nicht gerade klein) und lehrte dort viel, bevor er auf Aquila und Priscilla traf und weiter nach Achaja reiste. Die Schrift sagt nicht, dass Apollos noch mal zu allen in Ephesus zurückging, damit er auch ihnen verkündete, dass Jesus von Nazareth der Christus ist, sondern er verließ Ephesus.

Pfingstler verstehen nicht, dass die Taufe des Johannes nie jemanden zu einem Christen gemacht hat. Falls sie das tat, dann zeige man mir die Schriftstelle, in der genau das bewiesen wird. Lasst uns die Taufe des Johannes untersuchen. Jesus sagte einmal: „Wahrlich, ich sage euch: Unter denen, die von Frauen geboren sind, ist kein Größerer aufgetreten als Johannes der Täufer; doch der Kleinste im Reich der Himmel ist größer als er.“ (Mat 11:11). Derjenige, der im Heiligen Geist getauft ist (= jemand der im Reich Gottes ist), ist größer als Johannes der Täufer, da er die Geistestaufe nur ankündigte (dass sie bevorstehe), sie aber selber nicht erlebte, da man ihn getötet hatte. Das Prophezeien des Erlösungswerkes von Christus endet mit dem Dienst des Täufers.

Mat 11:12-13
12 Aber von den Tagen Johannes des Täufers an bis jetzt leidet das Reich der Himmel Gewalt, und die, welche Gewalt anwenden, reißen es an sich.
13 Denn alle Propheten und das Gesetz haben geweissagt bis hin zu Johannes.

Die Propheten sahen Christus nur voraus in Visionen, aber Johannes der Täufer stand vor Ihm und berührte Ihn und redete mit Ihm. Daher war er der größte unter allen Propheten.

Wiedergeburt und Geistestaufe sind austauschbare Begriff in der Schrift. Sie meinen ein und dasselbe. Das wird deutlich an Apg 10, 11 und 15 und 1Kor 12:13. Paulus und Lukas reden von ein und demselben Vorgang, nicht von unterschiedlichen, wie die Pfingstler meinen. Wegen der gewaltigen Bedeutsamkeit der Wiedergeburt verkündete Johannes der Täufer folgendes:

Mat 3:11
Ich taufe euch mit Wasser zur Buße; der aber nach mir kommt, ist stärker als ich, so dass ich nicht würdig bin, ihm die Schuhe zu tragen; der wird euch mit Heiligem Geist und Feuer taufen.

Es ist, als ob Johannes verkündet: „Denkt nicht, dass meine Taufe schon alles ist. Im Gegenteil, denn was ihr bei mir lernt, Buße, ist nur eine Vorbereitung für das eigentliche Werk eurer Erlösung!“ Der Dienst des Täufers führte nicht zur Vollendung, sondern diente als Vorbereitung.

Mat 11:10; Mk 1:2; Lk 7:27
Denn dieser ist’s, von dem geschrieben steht: Siehe, ich sende meinen Boten vor deinem Angesicht her, der deinen Weg vor dir bereiten soll.

„Bereiten“ in Griechisch hier ist kataskeuazo und bedeutet „etwas gründlich vorbereiten“. Wenn jemand nur die Taufe des Johannes kannte, war er höchstens gut vorbereitet, aber niemals zur Vollendung gekommen. Wenn die Taufe des Johannes (und seine Verkündigung und Lehren) nur vorbereitend war, dann konnte sie keinen Sünder rechtfertigen und retten. Getrennt von dem Glauben an Jesus ist kein Heil möglich. Vergleiche nun den Beginn des Dienstes des Täufers und von Jesus. Wenn du aufmerksam liest, wirst du einen wichtigen Unterschied bemerken.

Mat 3:1-2
Johannes der Täufer verkündigt und spricht: Tut Buße, denn das Reich der Himmel ist nahe herbeigekommen!

Mk 1:14-15
Jesus verkündigte das Evangelium und sprach: Die Zeit ist erfüllt, und das Reich Gottes ist nahe. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!

Der Täufer verlangte eine vorbereitende Buße (gr. metanoeo à meta = „danach, verändert“ + noieo = „eine Gesinnung haben“ d.h. der Täufer verlangte eine veränderte Gesinnung als Vorbedingung für den Glauben). Jesus verlangte Buße verbunden mit dem Glauben an den Inhalt des Evangeliums, da Er (Jesus) bald die Vollendung durch Seinen stellvertretenden Tod und Auferstehung bringen würde. Dies erklärt auch die außergewöhnliche Frage an die Jünger um herauszufinden, mit welcher Art von Jüngern Paulus es zu tun hatte: „Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet?“ (Apg 19:2).

Paulus fragt nicht über Weg, Umstand oder Zeitpunkt ihres „gläubig werden“, sondern „Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, als ihr gläubig wurdet?“. Falls sie mit nein geantwortet hätten, dann wüsste Paulus, sie glauben noch nicht an den Herrn „Jesus“ glauben, dass Er der „Christus“ ist! A.T. Robertson sagt, das Wort „empfangen“ in Apg 19:2 steht mit dem Verb „gläubig wurdet“ in derselben Zeitform Aorist[2] und bezieht sich deshalb auf ein und dasselbe Ereignis in der Vergangenheit. Paulus verdeutlich hier schon anhand der Grammatik, dass der Moment des Gläubigwerdens derselbe Moment ist, in dem man den Heiligen Geist empfängt. Geschieht der Geistempfang nicht, ist man noch nicht gläubig geworden an den Herrn Jesus Christus im Sinne neutestamentlicher Erlösung!

Unsere Übersetzungen (egal in welcher Sprache) verdunkeln diese Tatsache. Den griechischen Grundtext berücksichtigt die Pfingsttheologie überhaupt nicht. Unsere Übersetzungen, die die griechischen Zeitformen oft nicht wiedergeben können, vermitteln schnell die Auffassung, dass man gläubig sein kann (im Sinne neutestamentlicher Erlösung) eine bestimmte Zeit lang und dann später den Heiligen Geist empfangen kann. Paulus jedoch bezieht sich auf den Moment des Gläubigwerdens in seiner Frage! Die grammatikalische Konstruktion von Paulus seiner Frage macht unwiderlegbar deutlich, dass man den Heiligen Geist empfängt, in dem Moment des Glaubens (Gal 3:2.5.14.22). So wird eine zweite Erfahrung, nachdem man gerettet geworden ist, vollkommen zunichte gemacht und als unbiblisch entlarvt.

Aber es gibt noch mehr zu lesen in Apg 19! Verse 2-6 bestätigen die Tatsache, dass die Jünger keine Christen gewesen sein konnten, als Paulus ihnen seine Frage stellte „Habt ihr den Heiligen Geist empfangen, nachdem ihr gläubig geworden seid?“.

Apg 19:2
Sie aber sprachen zu ihm: Wir haben nicht einmal gehört, ob der Heilige Geist da ist.

„Wir haben nicht einmal gehört“ ist ebenfalls in derselben Zeitform geschrieben (Aorist), wie „empfangen“ und „gläubig werden“ zuvor in Paulus seiner Frage. Deshalb bezieht sich ihre Antwort auf den Moment, an dem sie früher zu Jüngern des Johannes des Täufers geworden sind und die Bußtaufe vollzogen haben. Die Lutherübersetzungen (unrevidierte 1545; Rev. 1912; Rev. 1984 und die neu überarbeitete „Neue Luther Bibel 2009“) sind hier falsch, wenn sie sagen:

Apg 19:2
Sie sprachen zu ihm: Wir haben noch nie gehört, dass es einen Heiligen Geist gibt.

Sie konnten unmöglich Johannes dem Täufer gefolgt sein, ohne von dem Heiligen Geist gehört zu haben, denn Johannes erklärte, dass Jesus mit dem Heiligen Geist taufen würde. Der Heilige Geist ist ja auch schon durch die AT Schriften bekannt. Es ist nicht so, als wüssten sie nichts von seiner Existenz (laut der falschen Übersetzung Luther 1984), sondern sie wussten nicht, ob der Heilige Geist schon gegeben (ausgegossen) wurde. Der Ausdruck „ob der Heilige Geist da ist“ muss laut dem Grundtext im Sinne von „gegeben“ verstanden werden, so wie Joh 7:39 „…denn noch war der Geist nicht da [d.h. gegeben], weil Jesus noch nicht verherrlicht war“.

Die Jünger haben den Heiligen Geist nicht empfangen, weil sie nicht glaubten und wussten, dass Jesus von Nazareth der Christus ist. Deswegen sagte ihnen Paulus nach ihrer Antwort in Apg 19:4 „Da sprach Paulus: Johannes hat mit einer Taufe der Buße getauft und dem Volk gesagt, dass sie an den glauben sollten, der nach ihm kommt, das heißt an den Christus JESUS.“

Wenn die Jünger bereits Jesus als Messias kannten und gerettet waren und folglich schon Christen waren, warum musste Paulus sie dann daran erinnern „dass sie…glauben sollten…an den Christus JESUS“? Es würde nicht viel Sinn ergeben zu einem Christen zu sagen „glaube an Jesus von Nazareth, dass Er der Christus ist“, oder? Sie wussten, da war ein Christus, aber WER er war, wussten sie nicht!

Nun kann man sich selber Gedanken darüber machen, ob die Systematische Theologie der Pfingstbewegung oder die Schrift selber der bessere Ausleger der Heiligen Schrift ist! Wichtig für die Auslegung der Schrift ist, dass man der Schrift erlaubt sich selbst durch den Kontext auszulegen. Das kostet Mühe, Hingabe und Zeit und Gebet. Wenn man diesen Preis bezahlen möchte, wird Gott der Herr uns nicht im Regen stehen lassen und uns helfen die Wahrheit zu erkennen.

Schlussfolgerung

Die Taufe im Heiligen Geist ist die neutestamentliche Wiedergeburt. In dem Moment, wo der Sünder in Buße vor Gott tritt und an das Evangelium von Christus glaubt, wird er durch die Taufe im Heiligen Geist dem Leib von Jesus einverleibt (1Kor 12:13) und gehört offiziell zur Gemeinde des Herrn Jesus Christus. Es ist der Moment, in dem der Geist Gottes die Wiedergeburt bewirkt in dem Sünder und kein zweites Erlebnis, nachdem sich der bereits Gläubige noch ausstrecken sollte.


[1] Die bibelkritischen Bibelausgaben ersetzen das ganze Wort „Herr“ mit dem Wort „Jesus“. Doch diese Aussage „er lehrte genau über das, was Jesus betrifft“ allein ist schon widersprüchlich zu der Aussage, dass er nur die Taufe des Johannes kannte. Auch seine Aktivitäten nach dem Treffen mit Aquila und Priscilla zeigen, dass er eine gewaltige Veränderung erlebt hatte und zu einem Wissen gelangte, das er vorher nicht hatte – nämlich das Wissen um die Person des Messias (Christus). Apollos mag an den Christus geglaubt haben, dass er kommt, aber wusste nicht, wer der Christus in Person ist – nämlich Jesus von Nazareth. Und getrennt von der Person Jesus von Nazareth kann keiner Erlösung erlangen.

[2] …der gewöhnlich eine abgeschlossene Handlung in der Vergangenheit beschreibt oder ein einziges Ereignis in der Geschichte.

 

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