Über biblische Heilsgewissheit

Wandel im Licht

1.Johannes 1,5-7 (Schl 2000)
5 Und das ist die Botschaft, die wir von ihm gehört haben und euch verkündigen, dass Gott Licht ist und in ihm gar keine Finsternis ist.
6 Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben, und doch in der Finsternis wandeln, so lügen wir und tun nicht die Wahrheit;
7 wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde.

Vers 5

Die erste große Aussage des Apostels „Gott ist Licht“ ist das Fundament, auf das der Apostel wahre Heilsgewissheit aufbaut. Diese Aussage richtet sich gegen die Annahme der Gnostiker, dass Gott ein verborgener und dunkler Gott sei (d.h. Finsternis) und dass man nicht wirklich wissen kann, wer Gott ist und was Gottes Wille ist. Mit der Formulierung „Gott ist Licht“ sagt Johannes: „Gott ist kein verborgener Gott. Er ist Licht. Man kann wissen, wer Gott ist und was Gott will!“. Der Prophet Micha verkündete schon im Alten Testament „Es ist dir gesagt, o Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert: Was anders als Recht tun, Liebe üben und demütig wandeln mit deinem Gott?“ (Mi 6:8). Auch der Prophet Jeremia verkündete: „Und es wird keiner mehr seinen Nächsten und keiner mehr seinen Bruder lehren und sagen: »Erkenne den Herrn!«, denn sie werden mich alle kennen, vom Kleinsten bis zum Größten unter ihnen.“ (Jer 31:34). Auch der Herr Jesus Christus selber versicherte: „Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und bin den Meinen bekannt“ (Joh 10:14). Ewiges Leben bedeutet Gott zu erkennen: „Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.“ (Joh 17:3). Gott ist kein unbekannter Gott. Er hat gezeigt, wer Er ist und was Er will.

John Gill: „Gott ist erkennbar und Er kann von anderen unterschieden werden. Er kleidet sich in Licht und wohnt darin. Er kann an den Werken der Schöpfung und an seiner Fürsorge erkannt werden. Selbst seine unsichtbaren Dinge: seine ewige Kraft und Gottheit, kann man deutlich an den Werken der Schöpfung erkennen und verstehen, besonders durch sein Wort und am deutlichsten in seinem Sohn.“

Adam Clarke: Gott zu kennen und zu wissen, wer Er ist und was Er will „ist die Hauptbotschaft des Evangeliums und das große Prinzip, von dem die Zufriedenheit des Menschen abhängt.“

Albert Barnes: „In der Schrift ist Licht ein Symbol für Reinheit, Wahrheit, Erkenntnis, Wohlstand und Zufriedenheit – genauso wie Finsternis das Gegenteil davon ist. Johannes sagt hier „Gott ist Licht“. Gemeint ist nicht „das Licht“ oder „ein Licht“ sondern Licht selbst. Das bedeutet, dass Er selbst ganz Licht ist und damit der Ursprung und die Quelle des ganzen Lichtes in allen Welten.“

Vers 6

Nachdem wir gesehen haben, dass sich „Licht“ auf den sichtbar gewordenen Charakter Gottes und den Willen Gottes bezieht, sollten wir annehmen können, dass sich diese beiden Dinge im Leben des Gläubigen widerspiegeln. Wie ein Kind, dass äußerliche Ähnlichkeiten mit den Eltern vorweist, so muss auch der Gläubige, der „aus Gott geboren“ (Joh 1:13) ist sichtbare Ähnlichkeiten zu seinem Vater im Himmel aufweisen. Fehlen jegliche äußerlichen Ähnlichkeiten, dann haben wir Grund zur Annahme, dass der, den wir Vater nennen, nicht wirklich unser Vater ist.

Es gibt eine Passage in dem Johannesevangelium, die genau diese Wahrheit unterstreicht, deswegen werde ich sie hier vollständig zitieren: „Da sprach Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger, und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen! Sie antworteten ihm: Wir sind Abrahams Same und sind nie jemandes Knechte gewesen; wie kannst du da sagen: Ihr sollt frei werden? Jesus antwortete ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Jeder, der die Sünde tut, ist ein Knecht der Sünde. Der Knecht aber bleibt nicht ewig im Haus; der Sohn bleibt ewig. Wenn euch nun der Sohn frei machen wird, so seid ihr wirklich frei. Ich weiß, dass ihr Abrahams Same seid; aber ihr sucht mich zu töten, denn mein Wort findet keinen Raum in euch. Ich rede, was ich bei meinem Vater gesehen habe; so tut auch ihr, was ihr bei eurem Vater gesehen habt. Sie antworteten und sprachen zu ihm: Abraham ist unser Vater! Jesus spricht zu ihnen: Wenn ihr Abrahams Kinder wärt, so würdet ihr Abrahams Werke tun. Nun aber sucht ihr mich zu töten, einen Menschen, der euch die Wahrheit gesagt hat, die ich von Gott gehört habe; das hat Abraham nicht getan. Ihr tut die Werke eures Vaters! Da sprachen sie zu ihm: Wir sind nicht unehelich geboren; wir haben einen Vater: Gott! Da sprach Jesus zu ihnen: Wenn Gott euer Vater wäre, so würdet ihr mich lieben, denn ich bin von Gott ausgegangen und gekommen; denn nicht von mir selbst bin ich gekommen, sondern er hat mich gesandt. Warum versteht ihr meine Rede nicht? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt! Ihr habt den Teufel zum Vater, und was euer Vater begehrt, wollt ihr tun! Der war ein Menschenmörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit, denn Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er die Lüge redet, so redet er aus seinem Eigenen, denn er ist ein Lügner und der Vater derselben. Weil aber ich die Wahrheit sage, glaubt ihr mir nicht.“ (Joh 8:31-45).

Matthew Poole: „Licht und Finsternis werden immer wieder gleichgesetzt mit Heiligkeit und Gottlosigkeit (vgl. Luk 16:8; Röm 13:12; Eph 5:8; 1Thess 5:5).“

M.R. Vincent: „Wandeln (gr. peripateo) bedeutet wörtlich „umherwandeln“. Es kennzeichnet den gewohnheitsmäßigen Lebensstil – innerlich und äußerlich.“

Matthew Henry: „Das Wort „wandeln“ ist verbunden mit der Ordnung und der Gestaltung des moralischen Lebens, soweit man in der Lage ist es dem göttlichen Gesetz zu unterordnen. In Finsternis wandeln meint das widersprüchliche Leben und Handeln zu den fundamentalen Geboten unseres heiligen Glaubens in Unwissenheit, Abweichung und falschen Gewohnheiten.“

Albert Barnes: „Die Wahrheit zu tun ist in Übereinstimmung mit der Wahrheit zu leben und der Ausdruck „in der Finsternis wandeln, lügen und nicht die Wahrheit tun“ bedeutet, dass es sich um keinen Christen handeln kann. Und wie viele leben in bewusster Sünde und geben vor Christen zu sein! Wie viele sind hier, deren Verstand für den ganzen Gegenstand des Glaubens verfinstert wurde, die niemals den echten Frieden erfahren haben und die Freude, die durch ihn vermittelt wird und hegen dennoch den Glauben, sie wären Gottes Freunde und kommen in den Himmel! Sie vertrauen auf einen Namen, auf Formen, auf Konformität zu äußerlichen Riten. Sie hatten niemals wahre Gemeinschaft mit Gott.“

Matthew Poole: „Gibt jemand vor ein Freund Gottes zu sein oder besonderen und gnadenreichen Einfluss [in seinem Leben] zu empfangen und lebt trotzdem in Gottlosigkeit, dann ist er ein Lügner und beweist, dass sein Bekenntnis falsch und heuchlerisch ist.“

Adam Clarke: Gemeinschaft zu haben, eine Beziehung mit Gott, schließt notwendigerweise mit ein, dass man an göttlicher Natur teilhaftig ist. Wenn jemand behauptet er habe eine solche Gemeinschaft und wandelt aber in Finsternis, dann lebt er gottlos und sündiges Leben und lügt, denn Er wandelt nicht gemäß den Bestimmungen des Evangeliums.

A.T. Robertson: „Der Anspruch Gemeinschaft mit Gott zu haben (1Joh 1:3) setzt ein Wandeln mit Gott im Licht voraus (1Joh 1:5) und nicht in Finsternis.“

Johannes Calvin: „Es gibt keine Verbindung zwischen Licht und Finsternis. Es existiert eine Trennung zwischen Gott und uns solange wir in Finsternis wandeln. Die Gemeinschaft von der Johannes spricht kann nicht existieren, es sei denn wir werden auch rein und heilig.“

Vers 7

In dem Falle, wenn wir selbst zur Erkenntnis kommen, dass unser Lebensstil Konformität zu Gottes Licht aufweist, können wir Grund zur Annahme haben, dass wir aus Gott geboren sind und wirklich „Gemeinschaft miteinander“ (d.h. mit Gott und seinen anderen Kindern) haben.

Adam Clarke: „Was Johannes sagt, ist kein Sprichwort, sondern Gott und ein heiliges Herz gehen stets Hand in Hand. Wenn wir ein heiliges und gerechtes Leben führen, nachdem wir Gottes Heiligkeit empfangen haben, durch die wir fortwährend Licht, Kraft und Leben von Ihm erhalten, haben wir Gemeinschaft miteinander (d.h. wir haben Gemeinschaft mit Gott und Gott lässt sich herab um mit uns Gemeinschaft zu haben).“

A.T. Robertson: „Wir können keine Gemeinschaft miteinander haben bis wir nicht Gemeinschaft mit Gott in Christus haben. Und um das tun zu können, müssen wir im Licht wandeln, wie Er im Licht ist.“

John Gill: „Das „wie“ (gr. hos) in Vers 7 meint nicht Gleichheit, sondern Ähnlichkeit. Im Falle einer Ähnlichkeit ist der Punkt klar, dass wir Gemeinschaft mit Gott haben.“

Albert Barnes: „Im Licht zu wandeln beinhaltet folgendes: (1) man führt sein Leben in Heiligkeit und Reinheit: das bedeutet, dass der Christ charakteristisch ein heiliger Mensch sein muss – ein Licht in dieser Welt; (2) man wandelt in der Wahrheit: das bedeutet, dass man an der Wahrheit festhält im Gegensatz zu all den Irrtümern und Abweichungen des Heidentums und dass man einen klaren geistlichen Blick für Wahrheit hat, den ein Nichtwiedergeborener niemals haben wird (vgl. 2Kor 4:6; 1Kor 2:9-15; Eph 1:18); (3) man erfährt den Trost des Glaubens: das bedeutet, dass man die Freude hat, die der Glaube in der Lage ist zu geben und die Gott nur seinen wahren Freunden gewährt (vgl. Ps 94:19; 2Kor 1:3; 2Kor 13:11).“

Johannes Calvin: „Jetzt sagt Johannes, dass der sichere Beweis für unsere Gemeinschaft mit Gott der ist, dass wir Ihm ähnlich sind. Nicht, dass ein reines Leben uns mit Gott versöhnt, sondern der Apostel meint, dass unsere Gemeinschaft mit Ihm durch die Auswirkungen bewiesen werden kann, wenn Gottes Reinheit in uns zum Vorschein kommt. Das ist ohne Zweifel die Tatsache: wohin Gott auch immer kommt, werden alle Dinge so von seiner Heiligkeit erfüllt, dass Er den ganzen Schmutz wegwäscht. Ohne Gott haben wir nichts als Schmutz und Finsternis. Es ist daher offensichtlich, dass niemand ein heiliges Leben hat, es sei denn, dass er mit Gott versöhnt wurde. Diese Passage ist bemerkenswert: von ihr lernen wir: die Sühnung des Christus, die sein Tod bewirkte, gehört uns nur dann, wenn wir aus aufrichtigen Herzen tun, was richtig und gerecht ist, denn Christus ist nicht der Erlöser, außer für jene, die sich von ihren Sünden abkehren und ein neues Leben haben.“

Stimmt unser Lebensstil mit dem, was Gott über sich selbst geoffenbart hat, überein, so dürfen wir sicher sein, dass wir aus Gott geboren sind und ewiges Leben aufgrund des Glaubens an den Herrn Jesus Christus haben. Charles Spurgeon: „Kinder Gottes müssen Ihm ähnlich sein! Trotz ihrer Fehler und Mängel muss ihr Leben, als ein Ganzes betrachtet, Gott ähnlich sein.“

Sündenbekenntnis

1.Johannes 1,8-10 (Schl 2000)
8 Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns.
9 Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.
10 Wenn wir sagen, dass wir nicht gesündigt haben, so machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns.

Den nächsten Test finden wir nicht ohne Grund direkt im Anschluss an Test 1 – dem Wandel im Licht (1Joh 1:5-7). Wer den Wandel im Licht, so wie Er im Licht ist, falsch versteht, wird denken, dass ein Christ ein in der Praxis sündloses Wesen sein muss und nicht mehr sündigen kann. Doch Sünde befindet sich auch in dem Leben des wahren Gläubigen und mit dieser wird er zu kämpfen haben bis an den Tag des Herrn Jesus Christus. Wenn man einige Verse in der Schrift falsch versteht, könnte man auf die Idee kommen, es gibt so etwas wie den Zustand, in dem man völlige Sündlosigkeit erreichen kann. Die Pfingstbewegung entstand um 1901 aus der Annahme heraus, dass durch eine zweite Erfahrung mit dem Heiligen Geist (sie nannten es damals zweiten Segen oder zweite Gnade) der Gläubige das reine Herz empfangen würde, so dass der bereits an Christus Gläubige nach dieser Erfahrung (d.h. die Geistestaufe, der zweite Segen, die zweite Gnade) sich in einem Zustand vollkommener Sündlosigkeit im Alltag wiederfinden würde. Um dieser Irrlehre den Boden unter den Füßen zu entziehen, wendet sich Apostel Johannes nun an seine Leser mit der nächsten Prüfung. Und diese Prüfung hat damit zu tun, in welcher Beziehung das alltägliche Leben zur Sünde steht.

Wenn man nicht berücksichtigt, dass der Apostel Johannes seinen ersten Brief mit der Absicht verfasst hat um prüfen zu können ob man ewiges Leben hat oder nicht, wird man 1Joh 1:9 so auffassen, dass Gott unsere Sünden nur dann vergeben und uns von aller Ungerechtigkeit nur dann reinigen wird, wenn wir unsere Sünden bekennen. Diese Bedeutung  hat Johannes aber nicht beabsichtigt, auch wenn 1Joh 1:9 ohne Kontext dies scheinbar Wort für Wort so sagt. Sein Anliegen ist dieses: Das Leben des Gläubigen, dessen Sünden wirklich von Gott vergeben wurden, wird gekennzeichnet sein von einer anhaltenden und ständigen Anerkennung und Bekennung seiner Sünden. Das Wort „bekennen“ in Vers 9 kommt von dem griechischen Wort homologeo (homo = „gleich, dasselbe“ + lego = „sprechen, reden“) und bedeutet „anerkennen, zustimmen, bekennen, nicht weigern, nicht leugnen“. Es bezieht sich auf eine Person, die dasselbe sagt, was eine andere Person bereits gesagt hat. In unserem Kontext des Bekennens von Sünde bedeutet das, dass der wahre Christ zu all dem „Das ist Sünde!“ sagen wird, wovon der eine wahre Gott, aus dem er geboren wurde, gesagt hat „Das ist Sünde!“. Unter den vielen Denominationen (christliche Sekten eingeschlossen) finden wir immer Menschen, die ihre Sünden bekennen und sagen, dass lügen, stehlen Sünde ist. Doch sie werden nicht zu allem Sünde sagen, wovon Gott in seinem Wort gesagt hat, dass es Sünde sei. Das ist der entscheidende Punkt.

Albert Barnes: „Der Apostel bestätigt, dass es eine fundamentale Wahrheit ist, die auf keinen Fall geleugnet werden darf, nämlich dass wir alle Sünder sind. Zu allen Zeiten und in allen Umständen müssen wir uns die schmerzliche und demütigende Wahrheit eingestehen, dass wir Übertreter des Gesetzes Gottes sind und dass wir selbst in unseren besten Anstrengungen das reinigende Blut von Jesus Christus nötig haben. Die angemessene Interpretation dieser Aussage hier bezieht sich nicht nur auf jene die behaupten, dass sie in der Vergangenheit keine Sünde hatten, sondern auch auf jene die behaupten, dass sie vollkommen geheiligt wurden und ohne Sünde leben. Wer behauptet, dass er vollständig geheiligt wurde und ohne Sünde lebt, zeigt, dass er sich selbst betrügt und dass die Wahrheit nicht in ihm ist. Er mag sich an die Wahrheit in anderen Bereichen halten, aber er hält nicht in ihr fest in diesem Bereich. Das eigentliche Wesen des christlichen Glaubens setzt voraus, dass wir uns als Sünder betrachten und dass wir stets bereit sind dies anzuerkennen. Ein Mensch, der behauptet, er wäre absolut vollkommen und heilig, so wie Gott heilig ist, muss nur sehr wenig über sein eigenes Herz wissen.“

Johannes Calvin: „Der Grund, weshalb er so sehr auf diese Tatsache eingeht (d.h. dass niemand unschuldig ist), ist, dass alle vollständig erkennen, dass sie Erbarmen brauchen um von der Strafe befreit zu werden, und dass sie auf diese Weise umso mehr geweckt werden nach diesem notwendigen Segen zu suchen.“

Adam Clarke: „Alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten. Deshalb brauchen alle einen Erlöser, so wie Christus es ist. Der Apostel schreibt sehr wahrscheinlich gegen die bösen Lehren der Irrlehrer, die geleugnet hatten, dass sie Sünde hätten oder einen Erlöser brauchten.“

John Gill: „Auch wenn Gläubige von ihren Sünden durch das Blut von Christus gereinigt wurden, sind sie dennoch nicht ohne Sünde. Kein Mensch ist ohne Sünde. Das ist nicht nur bei allen Menschen der Fall, die auf diese Welt kommen (in Sünde gezeugt und in Ungerechtigkeit geprägt), und bei allen, die noch nicht wiedergeboren sind, oder bei Gottes Auserwählten, während sie noch nicht wiedergeboren sind, sondern das ist auch der Fall bei allen, die wiedergeborene und geheiligte Menschen sind in diesem Leben. Das wird deutlich durch das aufrichtige Bekennen von Sünde der Heiligen zu allen Zeiten und durch ihr Klagen aufgrund der Sünde, durch ihr Stöhnen unter der Sünde, durch den ständigen Kampf zwischen Fleisch und Geist in ihnen, durch ihre Gebete um Aufdeckungen der vergebenden Gnade und (durch ihre Gebete) um die erneute Anwendung des Blutes von Christus zur Reinigung, durch ihre Nachlässigkeit in der Erfüllung ihrer Pflichten und durch ihre häufigen Fehltritte, Stürze und vielen Rückfälle. „Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben“, dann ist der Fall eindeutig: die Wahrheit der Gnade ist nicht in solchen Menschen, denn hätte in ihren Seelen ein echtes Werk von Gott stattgefunden, dann würden sie die Plage ihres eigenen Herzen kennen und darum wissen und die Unreinheit ihres Wesens und die Unvollkommenheit ihres Gehorsams. In ihnen ist auch nicht das Wort der Wahrheit, denn hätte es Eingang bekommen, hätte es in ihnen wirksam gearbeitet und in seinem Licht viel Sünde und Ungerechtigkeit zum Vorschein gebracht.“

Matthew Henry: „Wir müssen achthaben darauf uns nicht selbst zu verführen indem wir unsere Sünden leugnen oder entschuldigen. Je mehr wie sie sehen, umso mehr werden wir den Wert des Heilmittels schätzen.“

Robert Jamieson, A. R. Fausset und David Brown: „Das Bekennen von Sünde ist eine unerlässliche Folge des „im Licht wandeln“ (1Joh 1:7). Der Gläubige hasst, bekennt und trachtet nach Befreiung von aller Sünde, die Finsternis ist. Diejenigen, die ihre Sünden verteidigen, werden an dem großen Tag sehen, ob ihre Sünden sie verteidigen.“

A.T. Robertson: Mit dem Ausdruck „keine Sünde haben“ meint man „wir haben keine persönliche Schuld, kein Gesetz der Sünde. Daran hielten einige von den Gnostikern fest: für sie war Materie böse und die Seele wurde nicht durch das sündige Fleisch verunreinigt. Mit diesem Irrglauben betrügen sich heute noch Anhänger der sogenannten Christlichen Wissenschaft.“

Vers 8

Fortsetzung folgt…

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