Matthäus 12,32

Matthäus 12,22-32
22 Da wurde ein Besessener zu ihm gebracht, der blind und stumm war, und er heilte ihn, sodass der Blinde und Stumme sowohl redete als auch sah. 23 Und die Volksmenge staunte und sprach: Ist dieser nicht etwa der Sohn Davids? 24 Als aber die Pharisäer es hörten, sprachen sie: Dieser treibt die Dämonen nicht anders aus als durch Beelzebul, den Obersten der Dämonen! 25 Da aber Jesus ihre Gedanken kannte, sprach er zu ihnen: Jedes Reich, das mit sich selbst uneins ist, wird verwüstet, und keine Stadt, kein Haus, das mit sich selbst uneins ist, kann bestehen. 26 Wenn nun der Satan den Satan austreibt, so ist er mit sich selbst uneins. Wie kann dann sein Reich bestehen? 27 Und wenn ich die Dämonen durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben eure Söhne sie aus? Darum werden sie eure Richter sein. 28 Wenn ich aber die Dämonen durch den Geist Gottes austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen! 29 Oder wie kann jemand in das Haus des Starken hineingehen und seinen Hausrat rauben, wenn er nicht zuerst den Starken bindet? Erst dann kann er sein Haus berauben. 30 Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut! 31 Darum sage ich euch: Jede Sünde und Lästerung wird den Menschen vergeben werden; aber die Lästerung des Geistes wird den Menschen nicht vergeben werden. 32 Und wer ein Wort redet gegen den Sohn des Menschen, dem wird vergeben werden; wer aber gegen den Heiligen Geist redet, dem wird nicht vergeben werden, weder in dieser Weltzeit noch in der zukünftigen.

EINLEITUNG

„Und seht die Langmut unseres Herrn als [eure] Rettung an, wie auch unser geliebter Bruder Paulus euch geschrieben hat nach der ihm gegebenen Weisheit, so wie auch in allen Briefen, wo er von diesen Dingen spricht. In ihnen ist manches schwer zu verstehen, was die Unwissenden und Ungefestigten verdrehen, wie auch die übrigen Schriften, zu ihrem eigenen Verderben.“ (2Pet 3:15-16).

Petrus schrieb über Paulus’ Briefe, dass manche Sachen „schwer zu verstehen“ sind. Wenn etwas schwer zu verstehen ist, dann heißt das gleichzeitig aber auch, dass es verstanden werden kann. Diese schwer zu verstehenden Dinge werden bevorzugt von Unwissenden[1] und Unbefestigten[2] verdreht und missverstanden. Irrlehren entstanden schon immer dadurch, dass man Aussagen verdreht hat oder einfach falsch verstanden hat. Deswegen hütet sich der Gläubige davor voreilig etwas in eine Aussage hineinzulesen und erforscht das ganze Wort Gottes solange, bis er Licht von dem Geber des Lichts bekommt und seinen Verstand erhellt und ihm Einsicht über die schwer zu verstehenden Sachen schenkt. Meist ist das Licht dann die Berücksichtigung von Kontext und Grundtext.

Es wird also immer Dinge geben, die schwer zu verstehen sind, aber die Dinge, die in der Schrift sind, können verstanden werden. Es spielen nur verschiedene Faktoren eine wichtige Rolle, die heute nur keine Beachtung mehr finden, weil diese Vorraussetzungen mit „Ich brauche keine Theologie. Ich will nur Jesus, mehr nicht!“ außer Kraft gesetzt werden. Die Menschen behaupten dann, sie wollen keinen theologischen Glauben, sondern einen lebendigen Glauben. Lebendiger Glaube ist der Glaube „der den Heiligen ein für allemal überliefert worden ist“ (Jud 1:3). Jesus sagte einmal über lebendigen Glauben etwas, das man heute kaum noch beachtet:

Joh 7:38
Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.

Joh 8:31-32
31 Da sprach Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger32 und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen!

Der neutestamentliche Glaube wird seiner Form durch die Aussagen der Heiligen Schrift definiert (so dass man ihn von einem falschen, ähnlich aussehenden Glauben unterscheiden kann). Wenn wir nur unsere eigenen Definitionen (die sich nicht auf Schrift stützen) von dem lebendigen Glauben in den Vordergrund stellen, kann man oft feststellen, dass viele im direkten Widerspruch zu den Aussagen der Schrift stehen. Auf was basiert lebendiger Glaube nach den Worten des Urhebers und Autor dieses neutestamentlichen Glaubens? Auf der Schrift! Warum die Schrift? Weil die Schrift untrennbar mit dem Herrn Jesus Christus verbunden ist. Beide werden das Wort Gottes genannt.

Es gibt seit 200 Jahren eine bibelkritische Bewegung unter den Theologen, die sich nicht mehr darum kümmern, den ein für allemal überlieferten Glauben zu erkennen, sondern sie suchen danach einen christlichen Glauben zu schaffen, der der Welt gefällt. Der neutestamentliche (d.h. rettende) Glaube kann der Welt nicht gefallen, weil alles, wofür dieser Glaube steht, das Gegenteil von dem ist, wofür die Welt steht. Um den neutestamentlichen Glauben für die Welt angenehm machen zu können, müsste man alles Anstößige im Evangelium weggelassen (z.B. die Wahrheit über den Menschen) und nur angenehme Wahrheiten betonen (Gott rettet, Gott liebt usw.).

Die Schrift sagt, dass das Evangelium ein „Anstoß, Ärgernis“ und etwas „Törichtes, Lächerliches“ (1Kor 1:23) für den Sünder ist und immer sein wird, denn „anstößig und ärgerlich“ oder „töricht und lächerlich“ erscheint das Evangelium nur dann, wenn man nicht wahrhaben will, dass ein Sünder genau das ist, was die Schrift über den Sünder sagt. Deswegen erleben wir so viele „Christen“, die vorgeben zu glauben, aber nie wirklich „Buße“ getan haben.

Wir haben Massen von „Christen“, denen die Erforschung der Schrift nicht mehr notwendig und wichtig erscheint um den einen wahren Gott kennenzulernen. Sie denken, Gott offenbart sich auch ohne sein Wort durch gefühlsbetonte Zeiten im Gebet. Seitdem ich Zeit habe, die Schrift zu studieren (und nicht nur zu lesen) und das Zeugnis der Schrift über Gott und den Menschen mehr und mehr erkenne, sehe ich auch, wie sehr ich diese Erkenntnisse in meinem Gebetsleben brauch. Die theologischen Erkenntnisse über Gott und sein Zeugnis über den Sünde, Gerechtigkeit und Gericht reißen mein Herz derart in Stücke und lassen mich mit Leidenschaft erfüllt sein, dass mich niemand ermutigen muss, Gott zu suchen. Ich werde durch das, was Gott ist, ermutigt und motiviert in seine Gegenwart zu treten. Und wenn auch ich einmal wie Hiob auf dem Boden sitzen sollte und man mir meine Familie weggenommen hat und ich mit Beulen und Geschwüren überschüttet bin und ich mich mit Scherben den ganzen Tag kratze, dann will ich, dass Menschen zu mir kommen und mir von der Größe Gottes erzählen. Ich will keine Floskeln hören, die mich trösten sollen in meinem Leid, ich muss über Christus hören! Ich muss hören, wer Er ist und was Er getan hat, so dass in meinem Leid die Herrlichkeit des einen wahren Gottes mir wertvoller wird, als der Zustand, in dem sich mein Körper befindet. Man wollte Hiob auch trösten, aber das eine, was Hiobs falsche Klagen zum Schweigen brachte, war eine Offenbarung über die Größe, Herrlichkeit, Allmacht und Weisheit Gottes.

Aber da sind die „Christen“, die darüber nichts hören wollen. Sie wollen all die theologischen Dinge über die Eigenschaften Gottes nicht hören, sondern sie wollen einfach nur Jesus. Das mag auf den ersten Blick fromm klingen („Ich will einfach nur Jesus!“), doch was sie damit wirklich sagen, ist, sie begehren die Segnungen des Herrn Jesus, während sie Ihn, den Schöpfer und Erhalter ihrer eigenen Existenz, nicht kennenlernen wollen. Jemand sagte einmal treffend: „Wisse, wenn du immer nur DEINS suchst, so findest du GOTT niemals, weil du nicht ausschließlich nach Gott suchst. Du suchst nur nach etwas und benutzt Gott als Hilfsmittel und das ist dasselbe wie wenn man aus Gott eine Kerze macht, um damit etwas zu suchen. Und wenn man die Dinge findet, die man sucht, wirft man die Kerze einfach weg.

In der Glaubensvorstellung dieser „Christen“ gibt es keine Notwendigkeit, Gott durch die Schrift kennen zu lernen und Gott zu suchen, den Herrn Jesus Christus, der am Kreuz mehr vollbracht hat, als alle Menschen zusammen jemals etwas vollbringen können. Und aus der Haltung heraus, dass man Gott nicht kennenlernen möchte, kann niemand die Schrift lesen und korrekt verstehen. Alle diejenigen, die die Schrift studieren wollen, werden dazu ermutigt biblische Lehren zu studieren und ihren erhobenen Platz in dem Christsein zu entdecken. Paul Washer schreibt: „Der wahre Christ kann es nicht ertragen oder sogar aushalten, wenn Emotionen von dem Verstand getrennt werden. Gemäß der Schrift sind weder Gefühle noch unsere Erfahrungen ein ausreichendes Fundament für das christliche Leben. Nur die Wahrheiten der Schrift, die man mit dem Verstand durch die vermittelte Lehre versteht, ist ein sicheres Fundament auf dem wir unseren Glauben und unser Verhalten aufbauen, um dadurch die Richtigkeit unserer Gefühle und Erfahrungen bestimmen zu können. Der Verstand ist nicht der Feind des Herzens und die biblische Lehre ist kein Hindernis für unsere stille Zeit mit Gott. Beide sind unverzichtbar und sollten untrennbar sein. Die Schrift befiehlt uns den Herrn unseren Gott mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all unserem Verstand zu lieben (Mat 22:37) und Ihn in Wahrheit und im Geist anzubeten (Joh 4:24). Das Studium der Lehren ist eine intellektuelle (o. verstandesmäßige) und andächtige Disziplin. Es ist ein leidenschaftliches Suchen nach Gott und sollte den Studenten in größere persönliche Veränderung führen und ihn hin zu Gehorsam und aufrichtige Anbetung leiten. Deswegen sollte der Student sein Herz vor dem großen Fehler schützen, rein unpersönliches Wissen oder sachliche Erkenntnis zu suchen. Es muss um die Person Gottes selbst gehen! Gedankenlose stille Zeiten oder rein intellektuelles Streben nach Wissen und Erkenntnis wird niemand im christlichen Glauben weiterbringen, denn Gott selbst ist nicht das Endziel des Suchens.“

DIE SÜNDE GEGEN DEN HEILIGEN GEIST

1. John Gill: „Dies zeigt, dass die Aussage in Vers 31-32 veranlasst wurde durch das, was die Pharisäer wegen der Wunder Christi sagten und dass sie die Wunder dem teuflischen Einfluss zugeschrieben haben, während die Wunder in Wirklichkeit von dem Geist Gottes vollbracht wurden. Dieser Tatsache waren sich die Pharisäer sehr bewusst.“ Bedenken wir, dass die Pharisäer genau wussten, wen sie vor sich hatten. Sie hatten das Alte Testament ihr Leben lang studiert. Sie hätten den Messias erkennen müssen. Sie wussten, dass sie es mit einem Wirken Gottes zu tun hatten und trotzdem schrieben sie dieses Wirken dem Teufel zu. Die Schriftgelehrten und Pharisäer wussten, was sie taten. Am Kreuz hat Jesus gebetet: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen[3] nicht, was sie tun!“ (Lk 23:34). Von Unwissenheit konnte bei den Pharisäern und Schriftgelehrten keine Rede sein. Für sie betete Jesus jedenfalls nicht. Das ist wichtig zu beachten! Albert Barnes: „Diese Sünde war offensichtlich und klar gegen den einen Heiligen gerichtet, da man behauptete, die größten Vorführungen von Gottes Barmherzigkeit und Kraft wären das Werk des Teufels. Das beweist, dass man es mit der schlimmsten Form der Verdorbenheit des Denkens zu tun hat.“ Adam Clarke: Lästerung ist ein „verletzendes oder gottloses Reden, Spotten und sich über etwas lustig machen“. Walter Bauer in seinem griechischen Wörterbuch definiert blasphemia als üble Nachrede, Lästerung, Schmähung und blasphemeo (das Verb davon) als jemanden in üblen Ruf bringen, verleumden, lästern.“ Jamieson, Fausset und Brown: „Das Wort blasphemia bedeutet streng wörtlich Herabsetzung oder Verleumdung, Beleidigung, Beschimpfung, Ehrenkränkung“. In dem Neuen Testament wird es benutzt für Schmähungen und Beschimpfungen gegen Gott und auch Menschen. Im Neuen Testament bringt das Wort fast immer eine direkte oder indirekte Haltung gegenüber einer Person zum Ausdruck. Es geht hier also nicht darum, mal einen schlechten Witz über den Heiligen Geist zu machen, sondern um eine Haltung Gott gegenüber. Lästern bedeutet absichtlich Böses über jemanden zu reden, obwohl man weiß, dass es nicht stimmt. Das ist auch einer der Schlüssel zum Verständnis der unvergebbaren Sünde. Es geht hier nicht um eine Tat, sondern um eine generelle Haltung Gott gegenüber. blasphemeo hat immer den Sinn etwas wissentlich und willentlich besseren Wissens schlecht zu machen. Die Aussage der Pharisäer „dieser treibt die Dämonen nicht anders aus als durch Beelzebul, den Obersten der Dämonen!“ war deswegen so überaus böse und teuflisch, weil sie unglaublichen Hass und Ablehnung für Jesus empfanden. In der Schrift heißt es, Jesus wäre den Juden ein Skandal[4]! Ein Skandal ist ein Aufsehen erregendes Ärgernis, das gegen die Gesetze oder moralischen Normen verstößt. In den Augen der Pharisäer schien Jesus das Judentum völlig aufzulösen und ersetzen zu wollen, durch vollkommen andere Ansichten als die, der Pharisäer, die sie jahrhundertelang eifrig befolgten.

2. John Wesley: „Wie viel Aufregung wurde hieraus gemacht? Wie viele Predigten, ja, Bände, wurden diesbezüglich geschrieben? Und dennoch ist nichts verständlicher in der Bibel als diese Sache. Es ist nicht mehr oder weniger als das man die Wunder, die Christus in der Kraft des Heiligen Geistes vollbracht hat, der Kraft des Teufels zuschreibt.“ Doch diese Aussage eröffnet uns noch nicht die Implikationen dieser Sünde. People’s New Testament: „Viel Diskussion erhobt sich wegen der Natur der Sünde gegen Heiligen Geist, und nichts ist offensichtlicher. Es war das Zuschreiben der Werke Christi zu dämonischen Einfluss, während diese Werke durch die Kraft des Geistes vollbracht worden sind.“ Adam Clarke: „Die Sache hier ist glasklar und ohne den geringsten Zweifel – die unvergebbare Sünde ist nicht mehr oder weniger als das Zuschreiben der Wunder, die Christus vollbracht hat, zu dem Geist des Teufels. Viele aufrichtige Menschen wurden von schmerzlichen Auffassungen verunsichert, diese unvergebbare Sünde getan zu haben, wobei kein Mensch, der der göttlichen Mission von Jesus Christus glaubt, jemals diese Sünde vollbringen kann.“ Albert Barnes: „Jesus sagt, dass Vorwürfe dieser Art vergeben werden können: Äußerungen wegen seiner Armut, seiner bescheidenen Geburt und wegen der Niedrigkeit seiner menschlichen Natur konnten vergeben werden. Aber Äußerungen, die seine göttliche Natur betrafen, indem man ihn beschuldigte im Bunde mit dem Teufel zu sein, seine Gottheit leugnete und die Kraft (die seine Göttlichkeit bewies) dem Fürsten der gefallenen Geistern zuschrieb, konnten nicht vergeben werden. Die Sünde gegen den Heiligen Geist war damals eine ganz andere Sünde, als das, was man sich heute unter dieser Sünde vorstellt. Es war ein bewusster und blasphemischer Angriff auf die göttliche Kraft und Natur des Christus. Solch ein Sünde würde Gott nicht verzeihen.“ John Gill: „Dadurch meint man generell nicht jede unbewusste Ablehnung seiner Göttlichkeit, Person und Persönlichkeit. Die Sünde der Pharisäer und Schriftgelehrten bestand darin, dass, obwohl sie wussten, dass Christus die Wunder durch den Geist Gottes vollbracht worden waren, sie die Wunder stur und böswillig dem Teufel zugeschrieben haben mit der Absicht die Herrlichkeit und Ehre des Christus zu verdunkeln und [die Pharisäer und Schriftgelehrten] fanden Befriedigung darin, indem sie ihre eigene gottlose Leidenschaften und Feindseligkeiten gegen ihn zum Ausdruck brachten.“

3. Dabei ist es zu beachten, dass es im besagten Vorfall keine einfachen Menschen waren, gegen die sich die Aussage richtet, sondern gegen Pharisäer und Gesetzesgelehrte. Eckert Haase: „Wenn wir uns den Kontext dieser Bibelstelle genau ansehen, wird deutlich, dass diese Lästerung gegen den Heiligen Geist heute praktisch nicht mehr begangen werden kann.“ Ein besessener Mensch wurde zu Jesus gebracht. Er hatte einen stummen Dämon in sich, daher war auch der Besessene stumm. Gemäß Matthäus war er zudem blind. Jesus trieb diesen Dämon aus: „Da wurde ein Besessener zu ihm gebracht, der blind und stumm war, und er heilte ihn, so dass der Blinde und Stumme sowohl redete als auch sah“ (Mat 12:22). Gott ist selbst in der Person Jesus Christus anwesend und treibt einen Dämon aus, den sonst niemand austreiben konnte. Die Volksmenge ist sich sicher: das kann nur der Sohn Davids sein. Doch die Pharisäer, die alles mitbekommen haben, behaupten, Jesus sei vom Teufel besessen. Doch ist solches heute praktisch nicht mehr möglich, denn Jesus Christus ist bereits in den Himmel aufgefahren. Zudem richtet sich die Aussage Jesu deutlich gegen das damalige Pharisäergeschlecht und nicht gegen die heutige Gemeinde Jesu. Die Pharisäer waren mitten dabei, sie haben Jesus Christus gesehen, gehört und erlebt und haben seine Wunder mit eigenen Augen gesehen und haben trotzdem nicht geglaubt und sogar gelästert. Die Pharisäer wussten damals, was wir heute glauben. Diese Sünde ist heute also „in dieser Form“ nicht mehr möglich.

4. Könnte es eine größere Beleidigung des Heiligen Geistes geben? War nicht Paulus auch ein Pharisäer, der gegen Christen vorging und ähnlich gedacht haben muss wie die Pharisäer und Schriftgelehrten? Trotzdem wurde er von Gott in besonderer Weise zum Aufbau des Reiches Gottes gebraucht. Paulus empfing Vergebung für alle seine Sünden und falschen Ansichten über Jesus Christus und dem christlichen neutestamentlichen Glauben: „Und darum danke ich dem, der mir Kraft verliehen hat, Christus Jesus, unserem Herrn, dass er mich treu erachtet und in den Dienst eingesetzt hat, der ich zuvor ein Lästerer und Verfolger und Frevler war. Aber mir ist Erbarmung widerfahren, weil ich es unwissend im Unglauben getan habe.“ (1Tim 1:12-13). Es gibt also einen Unterschied zwischen Paulus’ Ablehnung von Christus und der Pharisäer Ablehnung von Christus! Es musste einen Unterschied geben, denn die einen empfingen niemals Vergebung, während der andere völlige Vergebung empfing!

5. William MacDonald: „Können Menschen diese Sünde heute noch begehen? Wohl nicht. Diese Sünde konnte nur begangen werden, solange Jesus auf der Erde Wunder tat. Weil Er heute nicht mehr physisch anwesend ist und Dämonen austreibt, gibt es diese Möglichkeit der Lästerung des Heiligen Geistes nicht mehr.“ Unvergebbare Sünde entsteht nur dort, wo jemand sich in derselben Situation befindet, wie die Pharisäer damals. Und das ist seit der Himmelfahrt wohl nicht mehr möglich, da Gott der Kirche Jesu Christi die anfänglichen Zeichen und Wundergaben wegnahm, weil wir durch die Schriften der Apostel und die aufgeschriebenen Prophezeiungen und übernatürlichen Erkenntnisse Gottes Ratschluss erkennen können! Die Kirche Jesu Christi ist seid dem vollständigen Kanon der Schrift nun imstande zu Erkenntnissen zu kommen, die nicht einmal die Urgemeinde gehabt haben! Für uns ist die Lehre der Dreieinigkeit allgemein akzeptiert und gängig. Im Urchristentum der Apostelgeschichte gab es nicht einmal das Wort Trinität und man versuchte die Menschen auch nicht von der Lehre der Trinität zu überzeugen! Erkenntnisse, die für uns einfach zugänglich sind durch eine Bibel, waren dem Urchristentum ein Geheimnis! Daher war die Kirche Jesu Christi noch auf die anfänglichen Zeichen und Wunder angewiesen, da die Lehre der Apostel sonst nicht als Wort Gottes angenommen worden wäre. Paulus war sehr glücklich, dass die Menschen in Thessalonich die Lehre von Apostel Paulus nicht für eine systematisch aufgestellte jüdische Ansicht hielten, sondern sie erkannten, dass es Gottes Wort gewesen ist „Darum danken wir auch Gott unablässig, dass ihr, als ihr das von uns verkündigte Wort Gottes empfangen habt, es nicht als Menschenwort aufgenommen habt, sondern als das, was es in Wahrheit ist, als Gottes Wort, das auch wirksam ist in euch, die ihr gläubig seid.“ (1Thess 2:13). Es ist ernsthaft zu bezweifeln, ob es heute überhaupt noch möglich ist, die Sünde zu begehen, die nicht vergeben werden kann, da Jesus heute nicht mehr physisch auf Erden ist und Wunder [an z.B. ungläubigen Menschen wie in den Evangelien] tut.“

6. Der ganze Abschnitt (Mat 12:31-32) ist beherrscht von dem Ausspruch, dass das Gottesreich hereingebrochen ist. Deswegen sind die Heilungen und Dämonenaustreibungen die nicht mehr zu übersehenden Zeichen dieser endzeitlichen Gotteserscheinung. In der Macht und Herrlichkeit Gottes, die in Jesus zu den Menschen kam, zeigte sich, dass die Herrschaft Satans gebrochen ist: „wie kann jemand in das Haus des Starken hineingehen und seinen Hausrat rauben, wenn er nicht zuerst den Starken bindet?“ Nachdem der Herr die törichte Unsinnigkeit ihrer Rede „Dieser treibt die Dämonen nicht anders aus als durch Beelzebul, den Obersten der Dämonen!“ bloßgestellt hatte, gab Er die wirkliche Erklärung von dem, was sich eigentlich ereignete. Da war ein Starker, aber Er war der Stärkere, und jetzt befasste Er sich damit, dessen Hausrat zu rauben und vielen Menschen, die von ihm gefangen waren, die Freiheit zu bringen. Satan war ein Gebundener in der Gegenwart des Herrn. Das war reinste Lästerung, und zwar die blinde Lästerung von Menschen, die ihre Augen vor der Wahrheit verschließen. Damit stellten sie sich selbst außerhalb jeder Vergebung, und nichts anderes als ewige Verdammnis stand ihnen bevor. Sie hatten jenen schrecklichen Verhärtungszustand in Hass und Verblendung erreicht, der einst in Ägypten den Pharao kennzeichnete und der zu einer späteren Zeit auf das Nordreich Israels zutraf, als das Wort Gottes erging: „Ephraim ist an die Götzen gebunden; lass ihn in Ruhe!“ (Hos 4:17). Gott würde auch jene Schriftgelehrten und Pharisäer in Ruhe lassen und das bedeutete: keine Vergebung mehr, sondern Verdammnis! John Darby: „Der Herr zeigt ihnen in seiner Antwort, dass im Allgemeinen jede Sünde vergeben werden könne; aber seine Macht anerkennen und sie lieber dem Feinde zuschreiben, als den anerkennen, der sie ausübte, hieße, nicht den Platz des unwissenden Unglaubens, sondern den von Widersachern einnehmen und wider den Heiligen Geist lästern — diese Sünde könne nie vergeben werden. Der „Starke“ war da, aber Jesus war stärker als er; denn Er trieb die Dämonen aus. Würde Satan sein eigenes Haus niederzureißen suchen? Die Tatsache, dass die Macht Jesu sich in solcher Weise offenbarte, ließ die Schriftgelehrten ohne Entschuldigung. „Der Starke“ Gottes war gekommen; Israel verwarf Ihn, und seine Obersten lästerten wider den Heiligen Geist und brachten sich dadurch unter hoffnungslose Verdammnis.“

KONTEXT VON MATTHÄUS 12:33–37

Die Aussagen von Jesus in Mat 12:33-37 gehören immer noch zu ein und derselben Rede (Mat 12:22-32). In den anderen Evangelien erscheint dies nicht so deutlich, so dass Matthäus uns hier noch besser erkennen lässt, was mit der Sünde gegen den Heiligen Geist verbunden ist. Die Verse 33-37 geben Aufschluss über den inneren Zustand der Pharisäer, zu denen der Herr die Aussage „wer aber gegen den Heiligen Geist redet, dem wird nicht vergeben werden“ richtete. Jesus offenbart die wahre Natur der Pharisäer. Man darf nicht vergessen, dass diese Bewertung aus dem Mund des Schöpfers kommt, der in keinem einzigen Wort lügt oder übertreibt oder untertreibt. Was Jesus über die Pharisäer sagte, gibt einen so gewaltigen Aufschluss über die Natur von Sünde, dass wir unbedingt diese Passage genauer betrachten müssen:

Vers 33: „Entweder pflanzt einen guten Baum, so wird die Frucht gut, oder pflanzt einen schlechten Baum, so wird die Frucht schlecht! Denn an der Frucht erkennt man den Baum.

Es gibt entweder nur gute Bäume oder schlechte Bäume. Und an den sichtbaren Früchten, die sie tragen, erkennt man von welcher Art ein Baum ist. Bemerke, dass wahre Gläubige als gute Bäume bezeichnet werden und jene, auch wenn sie nach außen noch so sehr wie echte Christen aussehen, als schlechte Bäume. Beide Gruppen produzieren ihre Früchte, nur mit dem Unterschied, dass einer gute Früchte produziert (die Gott entsprechen und auf sein Wirken hindeuten) und der andere schlechte Früchte (die unmöglich beweisen können, dass Gott wirklich in diesem Menschen sein Werk der Erlösung vorantreibt). Will man also herausfinden, zu welcher Kategorie Bäume man gehört, sollte man die Früchte untersuchen: „Prüft euch selbst, ob ihr im Glauben seid; stellt euch selbst auf die Probe! Oder erkennt ihr euch selbst nicht, dass Jesus Christus in euch ist? Es sei denn, dass ihr unecht wärt!“ (2Kor 13:5)

Paulus fordert die Korinther auf, sich selbst auf die Probe zu stellen, um herauszufinden, ob Gott wirklich sein Werk in einem vollbringt. Das kann man herausfinden. Alles was man dazu braucht, ist die seltene Fähigkeit absolut ehrlich zu sein ohne etwas schön zu reden. Ein Beispiel soll hier genügen: „Wenn jemand sagt: »Ich liebe Gott«, und hasst doch seinen Bruder, so ist er ein Lügner; denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, wie kann der Gott lieben, den er nicht sieht?“ (1Joh 4:20). Wenn ich die Menschen nun frage, „liebst du die Gemeinschaft mit Christen“ und sie antworten „ja, natürlich“. Wenn es mich nur zu solchen „Christen“ hinzieht, die wie die Welt leben und wie die Welt denken, dann sollte das den Menschen zittern lassen, denn wenn er nur nach solchen „Christen“ Ausschau hält, läuft er Gefahr, selber nur das zu sein, was seine Freunde widerspiegeln. Deswegen frage ich sie dann „welche Art von Christen liebst du?“. Denn es stellt sich heutzutage heraus, dass man unter dem Ausdruck „Gemeinschaft mit Christen“ ein gemütliches Beieinandersitzen in der Gemeinde nach dem Gottesdienst mit Kaffee und Kuchen meint, anstelle von der christlichen Gemeinschaft, in der einer dem anderen hilft in Gott und im Glauben zu wachsen. Brüder, die einander helfen, indem sie in die Schrift gehen und die Realität darin mit dem Leben des Bruders vergleichen (was voraussetzt, dass er zuerst selbst die Realität der Schrift mit seinem Leben prüft) und wenn man merkt, dass ein Bruder abweicht oder abdriftet und sich von der Realität entfernt oder niemals in der Realität lebte, so geht man liebend und respektvoll zu ihm hin, und geht mit ihm in die Schrift und sucht danach, dass die biblische Realität auf den Bruder einen derartigen Einfluss hat, dass der Bruder voller Freude darüber ist, dass er solch liebende Brüder hat, die sich Gedanken um seine Seele in der Ewigkeit machen und die in der Lage sind, ihm mit liebevollen Zurechtweisungen zu begegnen, da der zurechtweisende Bruder ja die Absicht verfolgt, dass der andere Bruder in der Gottseligkeit wächst oder zu ihr gelangt und an dem neutestamentlichen Glauben keinen Schiffbruch erleidet!

Doch das ist heute leider nicht mehr möglich, da Gemeindezucht abgeschafft wurde in den Gemeinden, die Theologie so angepasst wurde, dass es keine Scheinchristen gibt und die Mentalität vorherrscht, dass kein Bruder das Recht hat, sich in das Leben eines anderen einzumischen. Seltsam ist dann nur, dass man mit dem Evangelium versucht sich in das Leben von Ungläubigen einzumischen und dort ohne Rücksicht seine Überzeugungen vorträgt, die den Menschen nicht helfen werden, das Evangelium zu verstehen.

Du siehst also, dass man so eine Frage, wie oben, nur allzu schnell und allzu „unehrlich“ beantwortet, denn man will ja nicht das „Christsein“ in Frage stellen (obwohl dies ein Gebot in der Schrift ist, damit man sicher sein kann, dass Heilsgewissheit nicht auf subjektiven Dinge basiert, sondern auf dem Zeugnis des Geistes durch die Schrift und das Zeugnis des Gewissens, dass nur dann richtig funktioniert, wenn man die Wahrheit anstrebend vollkommen ehrlich ist, ohne jemanden etwas vorzumachen). Leider sind die Menschen heute in den Gemeinden nicht mehr bereit zu prüfen. Erst vor kurzem fragte ich eine befreundete Christin dieselben Fragen, wie sie der Apostel Johannes in seinem 1.Johannesbrief stellt, und meine befreundete Christin antworte mir, dass sie sich sehr sicher ist, dass sie Christ sei, weil Gott sie da wohnen lässt, wo sie gerne wohnen wollte. Dieser Mensch empfand es als eine Art von „Skandal“ dass ich überhaupt fragte, woher sie ihre Gewissheit nimmt, dass sie rechtfertigenden Glauben besaß und überhaupt über so etwas rede.

Nun, ich redete mit Menschen darüber, weil es Gott ist, der die Menschen mit diesen Fragen in der Schrift konfrontiert. Ich habe mir das nicht ausgedacht und es wäre mir bestimmt nicht in meine Gedanken gekommen, zu fragen, woher man weiß, dass man gerettet ist, wenn die Schrift nicht ständig von Verführung und der Erprobung des Glaubens redet. Und weil die Schrift immer weniger studiert wird (ich sagte mit Absicht studiert, weil die meisten ihre Bibel zwar lesen, aber sie begreifen einfach nicht die Zusammenhänge von dem, was ein Autor überhaupt sagen möchte; nur ein Student wird die Aussagen verinnerlichen und durch den Kontext zusammenfügen können à suniemi), wird Gott einzelne Personen senden, die sich mit der Schrift den Bauch gefüllt haben, und von nichts mehr anderen reden wollen, als das, was die Schrift sagt. Solche Christen begehre ich in meiner Gegenwart! Es sind jene, die durch die Augen der Schrift mein Leben betrachten und mir anhand der Schrift helfen wollen mehr und mehr in das „…Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern“ (Röm 8:29). Mich verlangt nach Gläubigen, die gemeinsam mit mir das Wort unseres Herrn studieren. Die gemeinsam mit mir erkennen dürfen, wie Gott sich selbst durch die Schrift offenbart, denn von der Kanzel wird Jesus nicht gepredigt, wie er gepredigt werden sollte.

Das Bild der Schrift von Jesus ist genaugenommen ein Skandal für die Welt, denn die Welt ist gewohnt nur die zu lieben, die sie lieben, aber Jesus kam auf diese Erde und demonstrierte die Liebe, die vor Gott wertvoll ist „Denn wenn ihr die liebt, die euch lieben, was habt ihr für einen Lohn? Tun nicht auch die Zöllner dasselbe? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr Besonderes? Machen es nicht auch die Zöllner ebenso?“ (Mat 5:46-47). „Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde, segnet, die euch fluchen, tut wohl denen, die euch hassen, und bittet für die, welche euch beleidigen und verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel seid. Denn er lässt seine Sonne aufgehen über Böse und Gute und lässt es regnen über Gerechte und Ungerechte.“ (Mat 5:44-45). Wenn die Welt so etwas hört, dann schockiert sie das! Und warum? Weil ihre sündige verdorbene Natur nur an dieser Form von Liebe gefallen hat „ich liebe die mich lieben und hasse die mich hassen“. Wenn sie so reagieren und leben, tun sie nichts als das, wonach ihre sündige Natur gelüstet. In den Augen der Sünder ist es keine Befriedigung, die zu lieben, die einen hassen. Für die Sünder ist es Genuss und eine große Genugtuung, wenn sie ihren Hass freien Lauf lassen zu denen, die sie auch hassen!

Siehst du, wie gegensätzlich die Lehre Jesus zu allem ist, was für uns Sünder normal und Norm ist? Etwas stimmt mit Sündern nicht, und das etwas nicht stimmt, nämlich dass sie vollkommen verdorben sind, wird sichtbar an ihren Taten und Werken, oder besser gesagt, an ihren Früchten. Ein Sünder kann nicht imitieren, was der Geist Gottes in dem Gläubigen hervorbringt. Er mag es versuchen, aber er wird sichtbar vor allen scheitern (siehe 2Tim 3:9). Deswegen wirst du, wenn du ein geistlich geschultes Auge durch das Studium von Gottes Wort bekommst, in der Lage sein, den Menschen wirklich helfen zu können, da du wissen wirst, „wen“ du vor dir hast. Und wenn du das weißt, wirst du durch Gottes Weisung und seinem Wort wissen, was zu sagen und zu tun ist!

Vers 34: „Schlangenbrut, wie könnt ihr Gutes reden, da ihr böse seid? Denn wovon das Herz voll ist, davon redet der Mund.“

In den Augen der Menschen waren die Pharisäer hoch angesehen und umjubelt als die Elitetruppe der Gläubigen. Doch in den Augen Jesu waren die „umjubelten“ und „hoch angesehenen“ ein Gräuel, also etwas, worauf Gottes größtes und stärkstes Missfallen und Verachten gerichtet ist. Wenn du den Kontext von „denn was bei den Menschen hoch angesehen ist, das ist ein Gräuel vor Gott“ beachtest, wirst du erkennen, dass Jesus mit den „hoch angesehenen“ die Pharisäer meint, die „sich selbst rechtfertigen vor den Menschen“ (Lk 16:15). Wie kommt es, das in den Augen der Menschen die Pharisäer als gut galten und in den Augen als ein Gräuel? Hat Gott der Herr ein voreiliges Urteil gemacht? Hätte Er erstmal die Menschen fragen sollen, wie sie denn die Pharisäer finden und sich dann ihrer Meinung anpassen? Nein! Der Gegensatz der Beurteilungen kommt dadurch zustande, weil in Gott nichts ist, was böse ist, und weil in den Menschen nichts ist, was gut ist! Diejenigen, die gut von den Pharisäern dachten, waren selber so wie die Pharisäer. Sie verglichen sich mit ihnen und dachten, die sind so wie wir, nur noch gebildeter!

Doch Jesus lässt sich in seinem Urteil nicht beeinflussen. Er sieht die Dinge, wie sie wirklich sind, deswegen betet der Psalmist „von dir gehe das Urteil über mich aus“ (Ps 17:2) oder „erforsche mich, o Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich es meine; und sieh, ob ich auf bösem Weg bin, und leite mich auf dem ewigen Weg!“ (Ps 139:23-24). Deswegen sagt Paulus „…auch beurteile ich mich nicht selbst. Denn ich bin mir nichts bewusst; aber damit bin ich nicht gerechtfertigt, sondern der Herr ist es, der mich beurteilt.“ (1Kor 4:3-4). Siehst du das Muster? Diejenigen, die sagten, Jesus stehe mit dem Teufel in Verbindung, waren dieselben, über die Jesus sagte, sie wären eine „Schlangenbrut“, also die Nachkommen der Schlange. Alles, was sie sind, was sie glauben und wofür sie sich einsetzen ist das Resultat von ihrem wirklichen Vater, dem Teufel. Waren es nicht die Pharisäer, die zuerst behaupteten „Wir sind nicht unehelich geboren; wir haben einen Vater: Gott!“ (Joh 8:41)? Und wie antwortete Jesus auf ihre Behauptung hin, dass der eine wahre Gott ihr Vater wäre? Lesen wir: „Ihr sucht mich zu töten, einen Menschen, der euch die Wahrheit gesagt hat, die ich von Gott gehört habe…Wenn Gott euer Vater wäre, so würdet ihr mich lieben, denn ich bin von Gott ausgegangen und gekommen; denn nicht von mir selbst bin ich gekommen, sondern er hat mich gesandt…Ihr habt den Teufel zum Vater, und was euer Vater begehrt, wollt ihr tun…Weil aber ich die Wahrheit sage, glaubt ihr mir nicht…Wer aus Gott ist, der hört die Worte Gottes; darum hört ihr nicht, weil ihr nicht aus Gott seid.“ (Joh 8:40.42.44-45.47).

Warum fand man in den Worten der Pharisäer nur „Ablehnung“ und „Hass“ gegenüber Jesus? Weil ihr Herz voll davon war aufgrund ihrer ganz natürlichen Sündennatur, die Gott nicht veränderte! An den Pharisäern kann man gut erkennen, wie rebellisch jeder Mensch von Natur aus ist. An den Pharisäern erkennt man, zu was ein Mensch in der Lage ist, wenn Gott nicht an ihm arbeitet. Oh wie sehr klammert sich der Pharisäer an die „vermeintliche“ Wahrheit und wenn dann die wirkliche Wahrheit vor ihm steht, lässt man seine vermeintliche Wahrheiten nicht mehr los und beharrt darauf, dass das die Wahrheit ist, woran der Mensch Gefallen hat! Nur böse Menschen haben an bösen Dingen Gefallen! Deswegen empfanden die Pharisäer auch solchen Hass gegen Jesus, weil er die Wahrheit so ungetrübt und unvermischt verkörperte!

Jetzt kann man noch mehr sehen, aus welchem Grund die Pharisäer und Schriftgelehrten „unvergebbare“ Äußerungen aussprachen, weil ihre Natur voll von Bösem war und voll mit dem Teufel. Auch wenn die Pharisäer zum Teil vereinzelt richtige Erkenntnisse über den Gott Israels hatten, half ihnen das keinen Millimeter vorwärts aus ihrer Verdammung heraus! Das sollte eine gewaltige Warnung sein für all diejenigen, die meinen, weil sie christliches Wissen in sich tragen und eine bestimmte Zuneigung zu diesem Wissen empfinden, müsse das beweisen, dass sie Christen sind! Die Dämonen wissen weit mehr als wir Menschen über Gott und dennoch sind sie Dämonen, denen keine Erlösung bereitgestellt wurde!

Vers 35: „Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz des Herzens das Gute hervor, und der böse Mensch bringt aus seinem bösen Schatz Böses hervor.

Dieser Vers, nur mit einer anderen Illustration ausgedrückt, bestätigt die Lehre von den Früchten in Vers 33! Es gibt nur solche oder solche! An dem, was der Mensch sichtbar werden lässt, kann man erkennen, mit wem man es zu tun hat!

Vers 36-37: „Ich sage euch aber, dass die Menschen am Tag des Gerichts Rechenschaft geben müssen von jedem unnützen Wort, das sie geredet haben. Denn nach deinen Worten wirst du gerechtfertigt, und nach deinen Worten wirst du verurteilt werden!

Worte geben Aufschluss über das Innere eines Menschen. Laut der Schrift erkennt man sogar an den Worten eines Menschen, ob dieser gerechtfertigt wurde oder nicht. Ein Mensch, den Gott gerettet hat, wird dasselbe sagen wie Jesus. Ein Mensch, der nicht gerettet wurde, wird niemals die Aussagen Gottes zu seinen eigenen machen, und wenn, dann nur indem er die Aussagen Gottes verdreht.

Die Natur eines Menschen bestimmt und beeinflusst also alles, was aus dem Menschen heraus kommt in Wort und Tat! Durch das, was wir sagen, wird sichtbar, was in unserem Herzen wohnt. Entweder wohnt da der Geist Gottes, der mit übernatürlicher Kraft den Menschen verwandelt in das Bild Jesu Christi, so dass Christi Leidenschaften des Gläubigen Vorlieben werden, oder dort wohnt nicht der Geist Gottes (Röm 8:9), so dass die sündige Natur sich in solchen Taten ausdrückt, die beweisen werden, dass jene Menschen nicht aus Gott geboren wurden! Es gibt so etwas nicht wie „Christen“ an denen nicht sichtbar werden kann, dass sie Christen sind. Es gab nicht einen Menschen in dem Neuen Testament, der heimlich Christ sein konnte[5]. Wann auch immer ein Christ mit Lügen konfrontiert wird, muss er Zeugnis von der Wahrheit ablegen, wenn nötig, auch mit dem Leben, so wie der Herr es auch vorausgesagt hat: „alle, die gottesfürchtig leben wollen in Christus Jesus, werden Verfolgung erleiden“ (2Tim 3:12). Diejenigen, die keine Verfolgung erleiden wollen, werden der Verfolgung nur dadurch entgehen, indem sie den neutestamentlichen „Glauben verleugnen“ (z.B. durch die Werke beweisen sie, dass in ihnen der neutestamentliche rechtfertigende Glaube nicht wohnt: 1Tim 5:8) oder den „Herrn Jesus“ verleugnen (z.B. Off 3:8 „denn du hast […] mein Wort bewahrt und meinen Namen nicht verleugnet“; das Wort Gottes, also die Schrift ist untrennbar mit Namen Gottes verbunden: ändere ich die Aussagen der Schrift, ändere ich den Namen und somit die Person Jesu Christi; deswegen redet die Schrift von einem „anderen Jesus“ (2Kor 11:3-4)).

Deswegen erkennt man an den Lehren der Irrlehrer, dass der Geist der Wahrheit unmöglich in ihnen wohnen kann, denn wenn der Geist der Wahrheit in ihnen wohnen würde, wie sie ja felsenfest behaupten, dann würde auch die wahre Lehre aus ihnen hervorkommen: „Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in die ganze Wahrheit leiten“ (Joh 16:13). Es kommt also nicht so sehr auf die intellektuellen Fähigkeiten eines Menschen an, sondern auf die Fähigkeiten des einen wahren Gottes, der mit übernatürlichem Wirken den Gläubigen zu führen weiß, so dass dieser die Wahrheit erkennt. Schließlich versprach Gott der Herr, das ein Merkmal der neutestamentlichen Errettung das sei, dass Gott sein Werk in ihm vollbringt auf eine Art und Weise, wie es im Alten Bund nicht vollbracht wurde: „Und ich will euch ein neues Herz geben und einen neuen Geist in euer Inneres legen; ich will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch ein fleischernes Herz geben; ja, ich will meinen Geist in euer Inneres legen und werde bewirken, dass ihr in meinen Satzungen wandelt und meine Rechtsbestimmungen befolgt und tut.“ (Hes 36:26-27).

Dies tat der Herr im Alten Bund noch nicht, denn es heißt, Er werde es erst vollbringen zu einer späteren Zeit (siehe 1Pet 1:10-12). Da wo Gott sein Werk in dem Sünder nicht vollbringt, wird auch sichtbar werden, dass Gott sein Werk nicht vollbracht hat! Da wo Gott aber sein Werk vollbringt, wird auch sichtbar werden, dass Gott sein Werk in dem Gläubigen vollbringt! Man denke nur an das Bild des Weinstocks und der Rebe: an der Frucht, die ja durch den Saft des Weinstocks erzeugt (und somit nichts anderes ist, als ein Empfänger der Gnade), wächst und geerntet wird, erkennt man den Baum. John MacArthur sagte einmal über die Aussage Jesu, dass nicht jeder in das Reich der Himmel eingeht, der zu Gott sagt „Herr, Herr!“: „Wollt ihr wissen, was euer Glaubensbekenntnis für sich allein wert ist? Es ist absolut gar nichts wert!“.

Leider glauben wir den Glaubensbekenntnissen der Menschen mehr als den Früchten! Das zeigt schon, wie nah wir der Wiederkunft unseres Herrn sein müssen, denn vor seiner Wiederkehr, so heißt es „Lasst euch von niemand in irgendeiner Weise verführen! Denn es muss unbedingt zuerst der Abfall kommen“ (2Thess 2:3). Abfall meint apostasia und bedeutet wörtlich „das Danebenstehen“ (apo = daneben, von etwas getrennt sein + stasis = das Stehen). Wir übersetzen dieses Wort mit Ehebruch, weil es den Sinn vermittelt, dass man sich während dem Ehebruch nicht dort befindet, wo man eigentlich stehen sollte! Doch in der Schrift ist im Neuen Testament mit einem Apostaten nicht der wahre Gläubige gemeint, der sein Heil verliert durch Sünde, sondern jemand, der zwar behauptet Christ zu sein, es aber in Wirklichkeit nie war (Mat 7:21-23). Er fällt sozusagen von dem, was er bekennt und behauptet zu sein, ab und steht somit nicht in dem neutestamentlichen Glauben, sondern daneben – apostasia!

Siehst man jetzt endlich, wie wertvoll jetzt 2Kor 13:5 erscheint, wenn man sieht, dass man sich etwas vormachen kann und sich selbst betrügen kann? Doch wenn man mit allem Ernst und Aufrichtigkeit sein Leben anhand der Realität der Schrift prüft, wird man sehr schnell erkennen, wo man wirklich steht! Wäre es unmöglich herauszufinden, wo man steht, würde Paulus nicht eine solche Aufforderung wie in 2Kor 13:5 machen. Um zu erfahren, ob man in dem neutestamentlichen Glauben steht (und nicht daneben à apostasia), muss man sich selbst Prüfungen unterziehen und sich selbst auf Probe stellen. Nach der Erprobung muss sichtbar werden, dass Jesus sein Werk in uns treibt. Sollte sich herausstellen, dass Jesus sein Werk nicht in uns vorantreibt, was er ja mit der Bekehrung begonnen hatte, dann stellt sich heraus, dass wir unecht sind und unser Glaubensleben nichts anderes ist, als eine fleischliche Bemühung nach außen hin als Christ zu gelten. Gott wird diese Bemühung ablehnen und, so grausam das auch klingt, ihn verurteilen. Genauso wie Timotheus sich von solchen „nach außen hin erscheinenden Christen“ abwenden soll, so wird sich Gott auch einmal von ihnen abwenden (2Tim 3:5), an dem Tag, an dem Seine bittende Hand (umzukehren) und Seine andere Hand (die seinen Zorn zurückhält) fallen lässt und die Menschen nicht mehr anfleht bei Ihm selbst Schutz vor seinem gerechten Zorn zu finden.

Deswegen ist die Verurteilung der Pharisäer gerecht, als sie die Sünde gegen den Heiligen Geist vollbrachten, weil ihre Worte nur der Ausdruck ihrer inneren feindlichen Haltung zu Gott ist. Und nur aufgrund ihrer verdorbenen feindlichen Haltung zu Gott sind die Pharisäer imstande gewesen gegen die Wahrheit zu lügen, die sie kannten, denn sie wussten, dass die Werke des Christus die Werke Gottes gewesen sind, denn niemals zuvor manifestierte sich Gott deutlicher und unmissverständlicher seinem Volk, als in der Person Jesus von Nazareth. Die Ablehnung der Person Christi ist die Ablehnung des Heils, das Er für Gottes Volk vollbringt. Die Sünde gegen den Heiligen Geist ist also der äußerliche Ausdruck der inneren gottesfeindlichen Haltung der Pharisäer gegenüber Gott. „Aufgrund deiner Verstocktheit und deines unbußfertigen Herzens häufst du dir selbst Zorn auf für den Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichtes Gottes, der jedem vergelten wird nach seinen Werken: denen, die selbstsüchtig und der Wahrheit ungehorsam sind, dagegen der Ungerechtigkeit gehorchen, Grimm und Zorn!“ (Röm 2:5-8).

Und da die Pharisäer in einer unbußfertigen Haltung waren und somit bewiesen, dass sie niemals zum rechtfertigenden Glauben durchdringen würden, bewiesen sie diesen inneren Zustand anhand der Worte, die aus ihren bösen Herzen flossen. „Und das ganze Volk, das ihn hörte, und die Zöllner gaben Gott recht, indem sie sich taufen ließen mit der Taufe des Johannes; die Pharisäer aber und die Gesetzesgelehrten verwarfen den Ratschluss“ (Lk 7:29-30). „Denn nach deinen Worten wirst du gerechtfertigt, und nach deinen Worten wirst du verurteilt werden!“ (Mat 12:37).

SCHLUSSFOLGERUNG

Dass nicht jeder Satanist automatisch „die Sünde gegen den Heiligen Geist“ begeht, zeigt sich daran, dass es Ex-Satanisten gibt, die durch Christus aus tiefster Verstrickung herausgerettet wurden. Das sollte Beweis genug sein, dass die Sünde gegen den Heiligen Geist nicht das ist, was was wir voreilig meinen. Ich persönlich möchte zusammenfassend folgende Aussage machen: Die Sünde des Heiligen Geistes war damals zu Jesu Zeiten nichts anderes als das zum-Ausdruck-bringen der inneren gottfeindlichen Gesinnung. Somit bezog sich diese Sünde, von der wir hier reden, explizit auf alle Menschen, die im Anblick unwiderlegbarer göttlicher Beweise für die Wahrhaftigkeit des Evangeliums und der Gottheit des Christus die Wahrheit unterdrückten und diese durch bewusste Lügen zu ersetzen suchten.

Doch da wir (d.h. du und ich) nicht Gott sind, sollten wir das Evangelium predigen und uns weniger Gedanken machen, wer gerettet wird und wer nicht! In der Verkündigung des Evangeliums sollte auf die Verdorbenheit des Menschen verwiesen werden. Die Diamanten des Evangeliums strahlen viel heller, wenn man sie auf dem schwarzen Samt der Verdorbenheit des Menschen präsentiert und die Sterne des Evangeliums treten nur dann strahlend hell hervor, wenn sie von dem unendlich düsteren Universum der Verdammungswürdigkeit des Sünders umgeben sind.

Jesus macht anhand seiner Worte deutlich, dass die Pharisäer und Schriftgelehrten, die diese Sünde begangen haben, in der Vergangenheit nie echte Gläubige (wir würden echte Christen dazu sagen) gewesen sind und auch in Zukunft nicht sein konnten. Das Problem war die gänzliche Verdorbenheit ihrer Natur durch Sünde und die Weigerung darüber Buße zu tun. Jesus hatte durch seinen irdischen Dienst die Pharisäer und Schriftgelehrten mit der Wahrheit über ihre Sünde konfrontiert. Jesu Dienst sollte ebenso allen Menschen folgende Wahrheit erkennen lassen: „Wir wissen aber, dass das Gesetz alles, was es spricht, zu denen sagt, die unter dem Gesetz sind, damit jeder Mund verstopft werde und alle Welt vor Gott schuldig sei, weil aus Werken des Gesetzes kein Fleisch vor ihm gerechtfertigt werden kann; denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde.“ (Röm 3:19-20). Bevor ein Mensch gerettet werden kann, muss er nicht nur intellektuell dieser Tatsache zustimmen, nein, er muss vielmehr die Überführung von „Sünde, Gerechtigkeit und Gericht“ (Joh 16:8) erfahren, wodurch eine Buße ermöglicht wird. Ein Mensch der Buße getan hat, wird sich deutlich von den Pharisäern unterscheiden. Die Frage, was Buße genau ist, klären wir gleich noch ausführlicher.

Abschließend möchte ich noch ein paar Aussagen von Jesus im Bezug auf die Pharisäer zitieren, um dir zu zeigen, warum ihnen nicht vergeben werden kann. In einem Satz gesagt: Auch wenn sie wussten, dass alle Menschen Sünder sind, waren sie sich todsicher, dass Gott ihre Sünden nicht als solche ansehen wird, die nicht vergeben werden. Sie dachten und waren sich todsicher, dass Gott ihren „Gehorsam“ zu den 5 Büchern Mose ihnen anrechnen wird zur Gerechtigkeit. Doch die Schrift sagt: „Gleichwie Abraham Gott geglaubt hat und es ihm zur Gerechtigkeit angerechnet wurde, so erkennt auch: Die aus Glauben sind, diese sind Abrahams Kinder.“ (Gal 3:6-7) und „Und so erfüllte sich die Schrift, die spricht: »Abraham aber glaubte Gott, und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerechnet«, und er wurde ein Freund Gottes genannt“ (Jak 2:23). Die Pharisäer wollten aber nicht aus dem Glauben sein, weil sie ja dadurch bekennen und anerkennen müssten, „dass der Mensch durch den Glauben gerechtfertigt wird, ohne Werke des Gesetzes.“ (Röm 3:28). Das beinhaltete auch die Anerkennung, dass man sich Gottes Rechtfertigung von den Sünden nicht verdienen kann und 100% vollkommen von Gott geschenkt wird. Das setzt voraus, dass man erkennt, dass es an dem Sünder nichts gibt (so sehr man auch nach etwas gutem sucht), was Gott „belohnen“ muss, denn da ist nichts in dem Menschen, was Gott für wertvoll erachtete. Alles was Gott sah, als er den Menschen betrachtete, war nichts als „Wunden und Striemen und faulende Geschwüre“ (Jes 1:6 nach der englischen King James Version).

„Wir sind ja allesamt geworden wie Unreine[6], und alle unsere Tugenden wie ein beflecktes Kleid[7]. Wir sind alle verwelkt wie die Blätter, und unsere Sünden trugen uns fort wie der Wind.“ (Jes 64:5). Die Bibel sagt, wir Menschen wären wie UNREINE, deswegen sind all unsere gerechten Taten wie ein blutverschmiertes Kleid. Wenn du einen Leprakranken nehmen und ihn in weiße Seidentücher wickeln und ihn als „guten, gesunden und vor allem reinen Menschen“ der Öffentlichkeit präsentieren möchtest, so würden die Menschen sehr schnell erkennen, dass du gelogen hast. Seine Körperausscheidungen würden nämlich bald das weiße Seidentuch mit übelriechendem Blut und Gestank durchdrungen haben. Der Leprakranke, der mit seinen Körperflüssigkeiten das weiße Seidentuch durchtränkt, steht symbolisch für die gefallene Sündennatur des Menschen, die seine ganzen Taten durchdrungen hat. Deswegen haben wir nicht die Kraft das zu tun, was Gott gefällt und richtig ist. Das ist ein Sünder vor Gott, für den Er Seinen Sohn sandte. Ich hoffe, du erkennst, das die Sendung des Sohnes nichts mit irgendeinem Wert in dem Menschen zu tun haben kann, was aber in totalem Gegensatz zur heutigen Theologie steht, denn da wird gelehrt, das Menschen für Gott so wertvoll waren, das Gott allein aus diesem Grund, weil ihm die Menschen so gefallen haben, seinen Sohn sandte! Gehen wir zurück zu den Pharisäern.

Jesus sprach einmal „Ich bin zum Gericht in diese Welt gekommen, damit die, welche nicht sehen, sehend werden und die, welche sehen, blind werden. Und dies hörten etliche der Pharisäer, die bei ihm waren, und sprachen zu ihm: Sind denn auch wir blind? Jesus sprach zu ihnen: Wenn ihr blind wärt, so hättet ihr keine Sünde; nun sagt ihr aber: Wir sind sehend! – deshalb bleibt eure Sünde.“ (Joh 9:39-41). „Wenn ich nicht gekommen wäre und zu ihnen geredet hätte, so hätten sie keine Sünde; nun aber haben sie keinen Vorwand für ihre Sünde. Wer mich hasst, der hasst auch meinen Vater. Wenn ich nicht die Werke unter ihnen getan hätte, die kein anderer getan hat, so hätten sie keine Sünde; nun aber haben sie es gesehen und hassen doch sowohl mich als auch meinen Vater; doch [dies geschieht,] damit das Wort erfüllt wird, das in ihrem Gesetz geschrieben steht: »Sie hassen mich ohne Ursache«.“ (Joh 15:22-25). „Und wenn jener kommt, wird er die Welt überführen von Sünde und von Gerechtigkeit und vom Gericht; von Sünde, weil sie nicht an mich glauben…“ (Joh 16:8-9). „Als sie nun fortfuhren, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie! Und er bückte sich wiederum nieder und schrieb auf die Erde. Als sie aber das hörten, gingen sie – von ihrem Gewissen überführt – einer nach dem anderen hinaus, angefangen von den Ältesten bis zu den Geringsten; und Jesus wurde allein gelassen, und die Frau, die in der Mitte stand.“ (Joh 8:7-9). Deswegen: „Und Jesus sprach: Ich bin zum Gericht in diese Welt gekommen, damit die, welche nicht sehen, sehend werden und die, welche sehen, blind werden. Und dies hörten etliche der Pharisäer, die bei ihm waren, und sprachen zu ihm: Sind denn auch wir blind? Jesus sprach zu ihnen: Wenn ihr blind wärt, so hättet ihr keine Sünde; nun sagt ihr aber: Wir sind sehend! – deshalb bleibt eure Sünde.“ (Joh 9:39-41).


[1] gr. amathes = „unwissend, ungelernt“ à (von a = „nicht“ + manthano = „lernen, hören, informiert sein, das Lernen durch Gebrauch und Anwendung von Dingen“)

[2] gr. asteriktos = „unbefestigt, schwach“ à (von = „nicht“ + sterizo = „aufstellen, festmachen, befestigen, stützen, kräftigen, stärken, beständig machen“)

[3] gr. eido = „sehen“ – Jesus will damit sagen, dass sie nicht vor Augen haben (o. nicht sehen), was sie eigentlich tun! Es ist ihnen (den Mördern und der Volksmenge) nicht bewusst, was sie da tun. Die Pharisäer und Schriftgelehrten hingegen wussten sehr wohl was sie getan haben, deswegen wird ihnen auch nicht vergeben werden, was sich auch in ihrer Haltung widerspiegelt, denn sie hassten Jesus selbst als er tot war.

[4] „[wir] verkündigen Christus den Gekreuzigten, den Juden ein Ärgernis (gr. skandalon), den Griechen eine Torheit“ (1Kor 1:23).

[5] Damit meine ich nicht die verfolgten Christen, die sich im Dunkeln treffen müssen, damit sie nicht getötet werden, denn allein ihre Verfolgung und ihre Weigerung, sich von dem Glauben loszusagen, deutet auf ihren rechtfertigenden Glauben hin. Mit heimlichen Christen meine ich jene, die sich nicht outen als Christen und glauben, sie können ihr Christsein unter eine Schüssel stellen (Mat 5:15)

[6] Dieses Wort (hebr. tame) beschreibt einen unreinen Menschen wie z.B. Leprakranken, bei dem durch seine offenen Wunden am ganzen Körper stinkende und übelriechende Flüssigkeiten austreten. Das Wort beschreibt ebenfalls auch eine Frau, die gerade ihre Menstruation hat und dadurch die getragene Kleidung verunreinigt. Mit dem Blut sind auch ansteckende Krankheiten verbunden.

[7] Das „blutverschmierte Kleid“ (hebr. ayd beged) meint wörtlich eine „Kleidung voller Menstruation“.

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