Kessationismus

DIE KIRCHENGESCHICHTE UND DAS AUFHÖREN DER APOSTOLISCHEN GABEN

Eine Zusammenstellung von Patrick Tschui soll zeigen, dass die Lehre vom Aufhören der „Zeichen und Offenbarungsgaben“ nach der Zeit der Apostel keine neuzeitliche Erfindung ist. Cessationismus war bis ins 1800 die allgemein vertretene Lehre der Gemeinde Jesu. Die frühere Argumentation der Kirchenväter basierte meistens nichteinmal auf 1Kor 13:8-13, und dennoch teilten sie die Überzeugung, dass die „außerordentlichen Geistesgaben“ aufgehört hatten.

345-407
Johannes Chrysostomus: „Diese ganze Stelle (1Kor 12:1-2) ist sehr dunkel; aber der Grund der Dunkelheit ist unser Unwissen über die Tatsachen, auf die sie sich bezieht, und dass sie aufgehört haben. Damals war es üblich, dass sie auftraten, aber heute kommen sie nicht mehr vor.“

354-430  
Augustinus: „In der frühesten Zeit „fiel der Heilige Geist auf die, welche glaubten und sie redeten in Sprachen“, die sie nicht gelernt hatten, „wie der Geist ihnen gab auszusprechen“ (Apg 2:4). Dies waren Zeichen, die der damaligen Zeit angepasst waren. Denn dieses Zeichen des Heiligen Geistes in allen Sprachen war angemessen um zu zeigen, dass das Evangelium Gottes allen Sprachen der ganzen Welt gepredigt werden musste. Dies geschah als Zeichen und dann verschwand es.“

1620-1686  
Thomas Watson: „Sicher, die Notwendigkeit der Ordination ist heute so groß wie in der Zeit Christi und der Apostel, als außergewöhnliche Gaben in der Kirche waren, die jetzt aufgehört haben.“

1616-1683   
John Owen: „Gaben, welche ihrer eigenen Natur gemäß das gesamte Vermögen unserer Anlagen übersteigen – diese (spezielle) Dispensation des Geistes hat längst aufgehört, und beanspruchte sie jemand heute, dann müsste er zu Recht als ein Schwärmer gelten.“

1662-1714       
Matthew Henry: „Die Gabe des Zungenredens war eines der neuen Werke des Geistes der Weissagung, und sie wurde mit dem ganz besonderen Zweck gegeben, dass jetzt, da die jüdische Umzäunung niedergerissen war, alle Nationen in die Gemeinde eingeführt werden sollen. Diese und andere Gaben der Weissagung haben, da es sich um Zeichen handelt, lange seither aufgehört und sind beiseitegelegt worden. Wir haben keine Ermunterung, ihr Aufleben zu erwarten…“. „Bezüglich ihrer größeren Beständigkeit und Fortbestehens: Die Liebe hört nie auf. Sie ist andauernde und ununterbrochene Gnade, ewig fortdauernd; wogegen die außergewöhnlichen Gaben, aufgrund derer die Korinther sich selber rühmten, von kurzer Dauer waren. Ihr Ziel war nur dazu da, die Gemeinde auf Erde zu erbauen, und das nur für eine gewisse Zeit, nicht während ihres ganzen Bestehens in dieser Welt.“

1714-1770
George Whitefield: „Werden nicht jetzt die geistlich Toten auferweckt, und die aussätzigen Seelen jetzt gereinigt, und wird nicht den Armen das Evangelium verkündigt? Und wenn wir schon die Wirklichkeit dessen haben, was solche Wunder nur einleiten sollten, warum sollten wir Gott versuchen, indem wir noch weitere Zeichen verlangen?“ „Ich beanspruchte nie diese außergewöhnlichen Gaben der Wunderwirkung oder des Redens in Sprachen.“ „Joseph Smith, Prediger einer Gemeinde in Süd Carolina, sagt im Vorwort eines Predigtbandes von George Whitefield über diesen: ‚Er wies jeden Anspruch auf die außergewöhnlichen Kräfte und Zeichen des Amt der Apostel zurück, die das Zeitalter der Inspiration kennzeichneten und mit diesem aufhörten.’“

1800-1882
John Nelson Darby: „(1Kor 12) …aber Zeichengaben mögen verschwinden, und sie sind es.“

1821-1906
William Kelly: „(1Kor 13:8) Es gibt einen Unterschied in der Wortwahl der Verben in Bezug auf die Sprachen im Vergleich mit den Prophezeiungen und Erkenntnis, und es wurde geschlossen, vielleicht zu Recht, dass die Beendigung der Zungen andeutet, dass sie aufhörten als Gottes Ziel erreicht war, während die Mittel zur Erbauung sich mit Kontinuität anschließen, bis die Vollkommenheit der Herrlichkeit sie zu einem vergleichsweise abrupten Ende bringt. Diejenigen, die mit der Genauigkeit der Ausdrucksweise der Schrift vertraut sind, werden nicht bezweifeln, dass ein Unterschied durch den Wechsel der Worte (weggetan-aufhören-weggetan) beabsichtigt ist. „(1Kor 14:14-19) Die Tage der unordentlichen Zeichen sind vorüber; ekstatische Äußerungen, mächtige Effekte mögen ihre Entfaltungsmöglichkeiten woanders finden; aber in der Versammlung muss das Verstehbare ausgeübt werden.“

1834-1892
Charles Spurgeon: „Die Werke des Heiligen Geistes, die gegenwärtig der Gemeinde Gottes gewährt werden, sind in jeder Beziehung jenen früheren Wundergaben gleichwertig, welche nicht mehr unter uns sind. Das Werk des Heiligen Geistes, durch das Menschen aus ihrem geistlichen Tod auferweckt werden, ist nicht geringer als jene Macht, durch welche die Menschen damals in Sprachen redeten.“

1861-1945
Arno Gaebelein: (1Kor 12) „Die Gabe der Heilung und das Wirken von Wundern waren Zeichengaben für die Einführung der christlichen Dispensation. Es gibt keine Andeutung, dass diese Wundergaben in der Kirche während diesem Zeitalter anhalten würden.“

1876-1951
H.A. Ironside: „Das sollte zu den Herzen derer reden, die heutigen Tags bemüht sind um das Fehlen der Zeichengaben und die etwas Großes begehren, das das Auge sehen kann. Die Zeit für große Dinge ist vorbei, die Haushaltung geht zu Ende mit dem Mangel des Menschen, dem doch alles übergeben war. Es werden die, die wirklich‚ ein Verständnis der Zeiten haben‘ mit Anmaßungen aufhören, und in Einfachheit mit den Niedrigen vorangehen. Er leitet die Sanftmütigen seinen Weg.“

1917-2007
William MacDonald: „Was war der Zweck dieser Wunder? Wir glauben, dass wir die Antwort in Heb 2:3-4 finden: Ehe das NT vollendet war, würden die Menschen die Apostel und andere um Beweise bitten, dass das Evangelium von Gott ist. Um die Predigt zu bestärken, gab Gott mit Zeichen, Wundern und verschiedenen Geistesgaben davon Zeugnis. Diese Wunder werden heute nicht mehr benötigt. Wir haben die gesamte vollständige Bibel. Wenn die Menschen der nicht glauben, werden sie sowieso nicht glauben. Markus sagte nicht, dass diese Wunder andauern würden. Die Worte „bis zur Vollendung des Zeitalters“ finden sich hier nicht wie in Mat 28:18-20.“

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s