Das Vollkommene und das Stückwerk

1.Korinther 13,8-13 (Schl 2000)
8 Die Liebe hört niemals auf. Aber seien es Weissagungen, sie werden weggetan werden; seien es Sprachen, sie werden aufhören; sei es Erkenntnis, sie wird weggetan werden.
9 Denn wir erkennen stückweise und wir weissagen stückweise;
10 wenn aber einmal das Vollkommene da ist, dann wird das Stückwerk weggetan.
11 Als ich ein Unmündiger war, redete ich wie ein Unmündiger, dachte wie ein Unmündiger und urteilte wie ein Unmündiger; als ich aber ein Mann wurde, tat ich weg, was zum Unmündigsein gehört.
12 Denn wir sehen jetzt mittels eines Spiegels wie im Rätsel, dann aber von Angesicht zu Angesicht; jetzt erkenne ich stückweise, dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin.
13 Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; die größte aber von diesen ist die Liebe.

Wenn wirklich der Geist der Wahrheit die Pfinsgtbewegung treiben würde, so würde Wahrheit keine Nebenrolle spielen. Jede echte Erweckung von Gott, brachte jedes Mal erstaunlich viel Klarheit im Bezug auf Verlorenheit und Errettung hervor. Das, was heute als Erweckung bezeichnet wird, ist nicht im Geringsten auch nur ähnlich mit dem, was Gott im 17. und im 18. Jahrhundert getan hat. Früher überraschte Erweckung die Menschen, heute verdient man sich Erweckung. Bei von Gott gewirkten Erweckungen wurden jedes Mal Irrlehren entlarvt und vertrieben. Heute bringen „unsere“ Erweckungen (die nebenbei erwähnt durchdrungen sind von offensichtlich unbiblischen Praktiken) anstatt Klarheit über die Wahrheit Verwirrung und Verschmelzung hervor, wie das in keinem Zeitalter vor uns geschah! Der eine wahre Gott kann unmöglich der Urheber von solcher Unordnung und Verwirrung sein, denn es steht geschrieben: „Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern des Friedens, wie in allen Gemeinden der Heiligen“ (1Kor 14:33). Und laut der Schrift ist Gott der Urheber des Friedens in allen Gemeinden der Heiligen, das heißt, er ist wirklich an allen Orten, wo Menschen sich zu dem Namen Gottes hin versammeln, kein Urheber irgendwelcher Unordnungen. Gibt es Unordnungen, so sind diese Resultate der Abwesenheit von Gottes wohlwollender Gegenwart.

Wenn wir Judas 1:3 betrachten, dann müssen wir zur Erkenntnis kommen, dass der biblische Glaube in seiner Form „ein für allemal den Heiligen überliefert worden ist“. Es wird daher in späteren Zeiten keinen neuen Glauben geben, der erst am Ende verfügbar sein wird für die Heiligen. Der rettende Glaube, der von Apg 2 durch alle Zeit bis zum letzten Tag durch den Heiligen Geist hervorgebracht werden würde, ist derselbe Glaube, wie der Glaube, der anfänglich bestätigt worden ist mit den apostolischen Zeichen und Wundern.

Ich möchte nun zeigen, wie die Pfingsttheologie die vorübergehenden Gaben (die nur auf das Apostolische Zeitalter* begrenzt waren) in bleibende Gaben verwandeln.

*Das Apostolische Zeitalter ist der Zeitraum, in dem die Augenzeugen von Jesus Christus noch gelebt haben (33-100 n.Chr.). Johannes (der das Johannesevangelium verfasste und die 3 Johannesbriefe und die Offenbarung) war der letzte lebendige Apostel von Jesus und starb als einziger Apostel keinen gewaltsamen Tod, wie die anderen Apostel. Er starb in der Verbannung auf Patmos. Alle anderen Apostel wurden hingerichtet, gekreuzigt, zersägt, verbrannt und enthauptet. Um 99 n.Chr. empfing Johannes die Offenbarungen von Jesus Christus und schrieb sie nieder. Somit wurde das letzte Buch für das NT fertig und der Kanon war vollständig. Nach diesem Buch der Offenbarung durfte kein Buch mehr zum NT hinzugefügt werden. Nur durch Apostel oder direkter Mitarbeiter eines Apostels durfte die „Heilige Schrift“ verfasst werden.

Bis 1900 gab es keine Kirche, die das lehrte, was die Pfingstler heute lehren! Und damit man den Eindruck erweckt, Menschen früher (wie z.B. Charles Spurgeon) würden diese Bewegung unterstützen, fälscht man ihre Aussagen. So macht man aus Charles Spurgeon einen Pfingstler, obwohl dieser in seiner Theologie der schon damals aufkommenden Pfingstbewegung entschieden entgegenstand. Links kann man lesen, was in dem Buch „Spurgeon über das Wirken des Heiligen Geistes – zusammengestellt von Lance Wubbels“ abgedruckt ist und rechts ist der originale Wortlaut (ins Deutsche übersetzt) aus seiner Predigt über „Den Heiligen Geist empfangen“, die er am 13. Juli 1884 in Newington hielt. Auf der Seite 108-109 finden wir Passagen bezüglich der anfänglichen Gaben im ersten Jahrhundert der Kirche Jesu Christi und meine Frage ist: Würde ein echter Christ bewusst solche lügnerische Methoden benutzen, um etwas zu beweisen?

DAS VOLLKOMMENE IST DIE REIFE

Lasst uns zu einer Passage gehen, in der das Aufhören der Apostolischen Gaben, die nur für das erste Jahrhundert gegeben worden waren, deutlich gelehrt wird, so wie die Kirchengeschichte das auch erlebte und bestätigte. Ich beginne gleich wieder mit den Annahmen der Pfingstbewegung und werde diese mit der Schrift nachprüfen, ob sie die Annahme der Pfingstler bestätigt oder nicht! Diesmal möchte ich demonstrieren, wie der Kontext uns behilflich ist, bei der Übersetzung von Worten, die man nur schwer übersetzen kann. Das Wort, dass soviel Verwirrung bringt in 1Kor 13 ist der Ausdruck „das Stückwerk“ und „das Vollkommene“. Wir wollen beide betrachten:

Beide griechische Ausdrücke sind gegensätzlich zueinander, dass heißt, das eine Wort beschreibt einen Zustand, der dem Zustand des anderen Wortes entgegensteht. Es ist wie schwarz und weiß, die gegensätzlich zueinander sind, wenn man sie miteinander vergleicht. Der Ausdruck „das aus Teilen“ beschreibt etwas, dass man mit losen Einzelteilen vergleichen kann, während der Ausdruck „das Vollkommene“ etwas beschreibt, dass fest geworden ist. Eine Illustration beider Ausdrücke könnte bildhaft so dargestellt werden (z.B. ein Stein lose und ein Stein in fester Form):

Die Pfingstbewegung behauptet oder nimmt an, dass mit dem „Vollkommenen“ einzig allein Jesus Christus gemeint sein kann. Und wenn dieser kommt, wird es keine Notwendigkeit mehr für die Apostolischen Geistesgaben geben. Es wird uns sehr viel helfen, wenn wir jetzt erst mehrmals 1Kor 13 ganz durchlesen, bis man vertraut ist mit den Aussagen, auch wenn man sie nicht alle verstehen kann.

DER KONTEXT VON 1KOR 13:10

Nun kommen wir zum Kontext der Passage in 1Kor 13. Lest den Kontext von 1Kor 13:8-13 einmal ganz sorgfältig durch und notiert jede Stelle oder jedes Wort, dass auf die Wiederkehr Jesu hinweist. Wenn man seine Betrachtung abgeschlossen hat, dürfte man keine deutlichen Hinweise auf die Wiederkehr Jesu finden. Was findet man dagegen? Paulus redet über die Gemeinde, die er als Menschen darstellt, die momentan noch unmündig sind. Paulus stellt zwei Begriffe gegenüber, die zwei unterschiedliche Zustände beschreiben: einmal die Unreife (to ek merous) und die Reife (to teleion). Interessant ist, dass Unreife hier durch lose Einzelteile dargestellt wird, während jedoch die Reife als etwas dargestellt wird, dass zur Vollständigkeit gebracht wurde. Beide Begriffe werden also (wie schon oben gezeigt) gegensätzlich benutzt.

Das griechische Wort, dass in meiner Schlachter 2000 mit „Unmündiger“ wiedergegeben wurde (und in Luther 1984 mit „Kind“), heißt nepios und bedeutet „ein Säugling, ein kleines Kind, minderjährig, nicht volljährig, kindisch, ungelernt, nicht ausgebildet“. Paulus vergleicht die momentane Gemeinde seit ihrer Entstehung in Apg 2 mit seinem eigenen Leben „Als ich ein Unmündiger war, redete ich wie ein Unmündiger, dachte wie ein Unmündiger und urteilte wie ein Unmündiger; als ich aber ein Mann wurde, tat ich weg, was zum Unmündigsein gehört.“ Es ist völlig natürlich, dass ein Kind noch nicht so reden, denken und urteilen kann wie ein Erwachsener. Und genau diese noch nicht ausgeprägten Fähigkeiten lassen das Kind unreif erscheinen (und solange sie unreif sind, können sie von den Winden der Irrlehre hin und hergeworfen werden vgl. Eph 4:11-14). So lange ein Kind ein Kind ist, wird es auf eine bestimmte „unreife“ Art reden, denken und urteilen. Ein Kind ist also auf die externen Fähigkeiten der Eltern angewiesen, damit es wachsen und zur Reife gelangen kann. Wenn das Kind aber zu einem Erwachsenen geworden ist, wird sich die Art und Weise, wie es früher redete, dachte und urteilte, völlig verändert haben. Alle kindlichen Reden, Gedanken und Urteile werden ersetzt von reiferen Reden, Gedanken und Urteilen. Das Kind streift mit dem Erwachsenwerden die anfänglichen externen Hilfestellungen ab und ist durch die entstandene Reife in Wort und Tat fähig, ohne die externe Hilfe zu leben. Die dazugekommene Reife verändert die Art und Weise des Redens, Denkens und Urteilens eines Kindes, das zu einem Erwachsenen heranwächst.

Und genau das will Paulus den Gemeinden in Korinth klarmachen, die an der Sprachengabe (d.h. etwas, das vorläufig war und bald aufhören sollte) so festhielten, sie betonten und auf eine solche Art und Weise verherrlichten, dass sie gar nicht merkten wie sie (a) sich nur noch auf die äußerlichen physischen Manifestationen des Heiligen Geistes sehnten, die man mit den Augen sehen und mit den Ohren hören konnte und (b) längst verführt gewesen sind, die Sprachengabe mit Kauderwelsch* zu verwechseln (was in 1Kor 14 sehr deutlich zum Vorschein kommt, denn dort dreht sich das ganze Kapitel um die Tatsache, dass die Sprachen „verstanden“ und „übersetzt“ und somit „überprüft“ werden konnten).

*Kauderwelsch ist die abwertende Bezeichnung für eine verworrene Sprechweise, für sinnloses Geplapper wie das Lallen eines Babys oder das lose Reden eines Betrunkenen, der keine Kontrolle mehr über seinen Verstand hat und daher irgendetwas daherlabert. Kauderwelsch ist das Synonym für das von der Pfingstbewegung praktizierte Zungenreden, dass allein mit diesem Wortlaut gar nicht in der Schrift vorkommt. Die Schrift kennt nur ein Reden in Sprachen (Fremdsprachen), die den Menschen bekannt waren und die man Wort für Wort übersetzen konnte und daher prüfen konnte. Da das Zungenreden in der Pfingstbewegung nur Kauderwelsch ist, gibt es keine Möglichkeit einer Übersetzung und Prüfung auf die Richtigkeit hin

Paulus will ihnen zeigen, dass sie keinen Wert auf die vorübergehenden Gaben legen sollen, da sie aufhören werden, wenn die Gemeinde zu ihrer geistlichen Reife gekommen ist. Solange diese Gaben im Apostolischen Zeitalter gegeben worden sind, sollte niemand diesen Gaben widerstreben oder sie blockieren. Gott selber sorgt schon dafür, dass diese Gaben aufhören werden. Paulus drückt diese Wahrheit über die Reife Gemeinde auch in Eph 4 aus:

Eph 4:7-15 (SLT)
7 Jedem Einzelnen von uns aber ist die Gnade gegeben nach dem Maß der Gabe des Christus.
8 Darum heißt es: »Er ist emporgestiegen zur Höhe, hat Gefangene weggeführt und den Menschen Gaben gegeben«.
9 Das Wort aber: »Er ist hinaufgestiegen«, was bedeutet es anderes, als dass er auch zuvor hinabgestiegen ist zu den Niederungen der Erde?
10 Der hinabgestiegen ist, ist derselbe, der auch hinaufgestiegen ist über alle Himmel, damit er alles erfülle.
11 Und Er hat etliche als Apostel gegeben*, etliche als Propheten, etliche als Evangelisten, etliche als Hirten und Lehrer,
12 zur Zurüstung der Heiligen, für das Werk des Dienstes, für die Erbauung des Leibes des Christus,
13 bis wir alle zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, zur vollkommenen Mannesreife, zum Maß der vollen Größe des Christus;
14 damit wir nicht mehr Unmündige seien, hin- und hergeworfen und umhergetrieben von jedem Wind der Lehre durch das betrügerische Spiel der Menschen, durch die Schlauheit, mit der sie zum Irrtum verführen,
15 sondern, wahrhaftig in der Liebe, heranwachsen in allen Stücken zu ihm hin, der das Haupt ist, der Christus.

*Das gr. Wort für „er hat gegeben“ heißt didomi und ist ebenfalls in Aorist geschrieben, so dass die Gabe der Einheit aus Apostel, Propheten, Evangelisten, Lehrer und Hirten nur als einmalige Handlung im Apostolischen Zeitalter verstanden werden muss. Wenn die Apostolische Vollmacht weggenommen wurde von Gott bleibt nur noch übrig die Evangelisation und das Lehren und das Hüten. Es muss die zuvor bestätigte Botschaft von Christus und den Aposteln nicht noch einmal mit Zeichen und Wundern bekräftigt werden und durch Prophezeiungen.

Vers 13 und 14 beschreiben, was man unter Reife zu verstehen hat. Paulus lehrt offensichtlich, dass die Einheit aus Aposteln, Propheten, Evangelisten, Hirten und Lehrer gegeben wurde*bis die Gemeinde durch den einheitlichen neutestamentlichen Glauben (definiert durch Lehre und Praxis) so reif geworden ist, dass die neutestamentliche Wirklichkeit (oder der neutestamentliche Glaube) sich durch Irrlehrer nicht mehr verwässern oder überwältigt werden kann.

*Interessant ist auch hier die Tatsache, dass der Ausdruck „Er hat etliche…gegeben…“ in der Zeitform Aorist steht und somit eine abgeschlossene einmalige Handlung in der Vergangenheit ausdrückt. Wäre die Gabe all dieser Ämter noch heute aktiv, dann hätte uns der Heilige Geist den Ausdruck „Er hat etliche…gegeben…“ im Imperfekt gegeben, was er aber nicht tat. Denn der Imperfekt würde ausdrücken, dass das Geben dieser Gaben und Ämter ohne Einschränkung auf Zeit stattfinden würde und demnach unendlich wiederholt werden konnte. Überall im Neuen Testament spricht die Heilige Schrift im Bezug auf die Ämter der Apostel und Propheten immer im Aorist. Demnach dürfen wir nicht erwarten, es gäbe heute noch Apostel und Propheten. Und wenn Paulus der letzte Apostel war, dann kann es keine anderen Apostel mehr gegeben haben. Diese Tatsache kann von keinem Gelehrten der griechischen Sprache des NT bestritten werden, wenn man die Grammatik beachtet. Doch ich habe noch nie einen pfingstlich-charismatischen Theologen gesehen, der auf den Grundtext der Heiligen Schrift eingeht im Bezug auf die Interpretation der Passagen, in denen der Cessationismus gelehrt wird. Und genau das ist einer ihrer großen Fehler.

Und wenn diese Reife erreicht ist, werden die anfänglichen Hilfsmittel wegbleiben, und die Gemeinde kann ohne die anfänglichen Hilfsmittel die neutestamentliche Wahrheit verkünden und praktizieren. Und da der letzte Apostel um 100 n.Chr. starb, gab es das Apostelamt nicht mehr und auch die Gaben der Weissagungen und das Erlangen übernatürlicher Erkenntnisse hörten auf, als alle von Gott offenbarten Weissagungen und Erkenntnisse an die Apostel niedergeschrieben wurden und nun als Neues Testament für alle verfügbar sind! Somit bleibt heute nur noch übrig: das Amt des Lehrers, Evangelisten und Hirten! Kein Mensch kann heute beanspruchen ein Apostel zu sein oder ein Prophet im Sinne des Neuen Testamentes.

Gott tut hier und da Wunder, aber kein Mensch kann die Gabe der Wunder haben. Hier und da redet Gott noch direkt zu Menschen, aber dieser Mensch kann nicht die Gabe der Prophetie beanspruchen. Auch gibt es die Gabe der Wunderheilung nicht mehr im Sinne, wie die Apostel sie hatten. Sie hatten sozusagen eine Art Vollmacht, flächendeckend Heilungen und Wunder zu vollbringen, so dass durch sie bestätigt wurde, sie sind von Gott gesandt! Ich selbst hatte schon an meinem Körper Heilung durch Gott erfahren auf das Gebet meiner Frau hin, aber hat meine Frau die Gabe des Heilens? Nein! Alles, was Gott von sich aus tut, ist Gnade. Diejenigen, die behaupten, sie würden die Apostolischen Gaben besitzen, sind falsche Propheten aufgrund der lauteren Lehre der Schrift selbst. Ist uns noch nicht aufgefallen, dass die Schrift in ihren Prophezeiungen für die Endzeit nie von echten Propheten redet, sondern immer nur von falschen Propheten (mit Ausnahme der zwei Propheten in der Offenbarung)?

Erst kürzlich behauptete wieder ein Pfingstler namens Vincent Xavier energisch und 100% sicher, dass Gott ihm geoffenbart habe, in Washington D.C. würde am 11.Oktober 2009 eine Atombombe gezündet. Nun, es wurde keine Atombombe gezündet! Und solche Pseudopropheten können wir überall in der Pfingstbewegung und in der Charismatischen Bewegung weltweit finden, die andauernd sprechen: „so spricht der HERR“.  Würden sie Gottes Darlegungen über falsche Propheten in 5Mo 18:20-22 wirklich beachten und vor allem glauben, dann würden sie selber erkennen, dass sie nicht in Jahwes Namen reden und er sie auch weder gesandt hat noch zu ihnen geredet hat.

Bedenkt noch mal: Zeichen, Wunder und Kräfte (2Thess 2:3-12) werden der Wegbereiter für den Antichristen sein und die Pfingstbewegung und die daraus entstandene Charismatische Bewegung, ist die einzige Bewegung, die sich mit all den Aussagen der Schrift identifizieren könnte. Die Pfingstbewegung hat mit ihren Lehren die ganze Welt infiltriert. Ist es dann nicht verwunderlich, dass Jesus sagt: „Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt und in deinem Namen Dämonen ausgetrieben und in deinem Namen viele Wundertaten vollbracht?“ (Mat 7:21). Sie sind es, die vollkommen die gesunde Lehre der Schrift verfälscht und das Evangelium derart verwässert haben, dass wir nun Millionen haben, die denken sie sind wiedergeborene Christen, und sind es doch nicht! Alles, wonach sich heute Pseudochristen ausstrecken, ist ein Gott, der für sie Zeichen und Wunder tut.

AUF WAS SICH DER AUSDRUCK TO TELEION WIRKLICH BEZIEHT

Allein vom Kontext der gesamten Bibel her, kann sich das griechische to teleion in 1Kor 13:10 nicht auf das Kommen des Herrn Jesus Christus beziehen (obwohl Er der einzig Vollkommene in Person ist), sondern auf etwas, das vervollständigt wurde und zur Reife gelangt ist – die Gemeinde des Herrn Jesus Christus. Mit der Reife verbunden ist der vollständige Kanon des Neuen Testamentes. In dem Alten Testament und dem Neuen Testament finden wir alles, was wir an Licht brauchen, um aufkommende Lehren und Bewegungen zu prüfen und wenn nötig als falsch zu entlarven. Wir brauchen heute keine neuen Offenbarungen über Himmel, Erde und Hölle, denn wir finden genügend in der Schrift.

Es würde den Allmächtigen in seiner Herrlichkeit kränken, wenn man behauptet, man braucht noch mehr als das was ER in Seinem Wort hat aufschreiben lassen! Ja, man brauch mehr, wenn der Heilige Geist einem die Schrift nicht verständlich macht und man das Gefühl hat, man versteht nichts. Deswegen zünden viele Christen ein falsches Feuer auf dem Altar an, um ihr Nichtverstehen mit schwarmgeistigen Proklamationen und vermeintlichen „Gott hat mir offenbart in einem Traum…“ zu übertünchen und dergleichen. Ich kenne einige Charismatiker, von denen ich weiß, dass sie kaum Bibel lesen. Und es sind immer genau diese Wortschwachen „Gläubigen“ die mit vielen Träumen kommen und meinen, Gott zeigt mir ständig seinen Willen durch Träume.

Der Fokus pfingstlicher und charismatischer Bücher ist auf Zeichen und Wunder, wie sie in der unreifen Urgemeinde vorhanden waren, aber der Fokus ist nicht auf dem gekreuzigten Jesus Christus. Christus wird nur benutzt um an bestimmte Dinge und Gaben und Erlebnisse heranzukommen. Die Pfingstbewegung will Gott nicht in der Mitte haben, sondern nur etwas, was man durch Manifestationen erleben kann! Mit Zeichen und Wundern locken sie in ihre Gemeinden und Veranstaltungen. In der Schrift lesen wir nirgends, dass Paulus etwa folgendermaßen umherzog: „Wer will Heilung? Wer will Zeichen und Wunder sehen? Wer will Prophezeiungen hören? Der komme heute zu mir!“ Paulus stand in der Mitte einer Stadt und fing an die Bestimmungen Gottes zu verkündigen in Bezug auf Gericht, Gottes Zorn, des Menschen Sünde und Abfalls von Gott und Errettung. Er lockte die Menschen nicht durch etwas, was ihre Aufmerksamkeit erst erregte. Er verkündigte das Evangelium [also eine gute Nachricht!], dass für viele aber ein Skandal und somit ein Anstoß war und viele mit Empörung füllte (1Kor 1:23).

Für die (mit Gott vertrauten) Juden war Christus ein skandalon, dass bedeutet „Anstoß, Skandal, etwas Unerhörtes“. Für die gebildeten und mit Weisheit gefüllten Menschen war Christus ein morian, dass bedeutet „etwas Lächerliches“. Entweder ist den Menschen, denen wir das Evangelium predigen ein Skandal; oder es ist etwas Lächerliches; oder sie erkennen in dem Evangelium Gottes Weisheit und ergeben sich diesem Evangelium und gehorchen ihm in allen Einzelheiten!

Wir haben heute ein Evangelium geschaffen, das so angenehm ist, dass man Menschen noch in ihrer Sorglosigkeit stärkt, anstatt sie mit Gottes Wort zu konfrontieren. Gottes Wort, korrekt gepredigt wird entweder totale Annahme oder totale Ablehnung erzeugen. Was wir aber heute predigen, erzeugt weder das eine noch das andere, sondern es erzeugt nur etwas dazwischen. Unentschlossenheit! Das ist eine Wirkung, die Gottes Wort nie mit sich bringt! Das ist schon Beweis genug, dass wir aus dem Wort Gottes ein Klischee gemacht und seine ursprüngliche Bedeutung entkräftet haben. Nun müssen wir diese Kraftlosigkeit ersetzen. Wie wäre es da mit einer schnellen unkomplizierten, von der Bibel her nicht auffindbaren zweiten Taufe, durch welche uns nun Kraft verliehen wird, die wir vorher nicht aufweisen konnten? Und hier beginnt die Verführung. Anstatt die Menschen sich prüfen zu lassen, ob sie wirklich gerettet sind oder wo sie nicht dem Willen Gottes folgen, lehrt man sie etwas Neues, um ihnen etwas anderes zu vermitteln, als den Heiligen Geist (vgl. 2Kor 11:4)!

Männer Gottes waren voller Kraft gerade weil sie sich dem Wort Gottes, Gott selbst und seinem Willen ausgeliefert haben. Heute liefert sich kaum ein Christ dem Herrn aus, und natürlich ist die daraus folgende Kraftlosigkeit zum Himmel schreiend. Paulus verkündigte ganz bestimmt nicht Gottes Vergebung auf eine Art und Weise, wodurch man das eigene Leben bereichern kann. Paulus forderte totale Lebensaufgabe um in den Genuss des neuen Lebens zu gelangen, weil auch sein Herr Jesus vollkommene Lebensaufgabe gefordert hat. Heute locken wir die Menschen und warten, bis ihnen danach ist, das Evangelium zu hören. Wir warten, bis einer kommt und sagt: „Betet für mich, dass Gott mich heilt, damit ich an ihn glauben kann!“ Wir locken die Menschen mit gesegneter Gemeinschaft in die Gemeinde und wundern uns dann, warum es den Menschen dann dort so gut gefällt, dass sie nicht in die Mission gehen wollen. Ein Jahr auf der pfingstlich-charismatischen Bibelschule half mir die letzten Unklarheiten bei den Pfingstlehren auszuräumen. Somit bin ich nun noch überzeugter, dass die Berliner Erklärung mit ihrer Einschätzung der Pfingstbewegung gar nicht so falsch lag und ihre Aussagen durchaus nicht übertrieben sind. Ich bin zu dem Entschluss gekommen, dass der „Jesus“ in der Pfingstbewegung, so ähnlich er auch dem Jesus Christus sein mag, nicht der in der Schrift geoffenbarte „Christus“ ist, sondern ein „falscher Christus“, so wie das auch von dem Herrn Jesus Christus selbst vorhergesagt wurde.

Mat 24:24
Denn es werden falsche Christusse (gr. pseudochristos) und falsche Propheten (gr. pseudoprophetos) auftreten und werden große Zeichen und Wunder tun, um, wenn möglich, auch die Auserwählten zu verführen.

Pseudo-Christus ist zusammengesetzt aus pseudes „lügnerisch, betrügerisch, falsch, unehrlich“ und christos „Christus“. Aber aus welchem Grund schreibt man einem Christus lügnerische, betrügerische, falsche und unehrliche Eigenschaften zu? Weil es sich in Wahrheit nur um einen Schein-Christus handelt, während dieser nicht der echte Christus ist. Der Jesus, der heute in der überwiegenden Mehrheit christlicher Gemeinden verkündet wird, ist nicht ein und derselbe Jesus oder Christus, wie ihn die Heilige Schrift zeigt. Und den Anschein des echten Christus hat er nur dadurch, weil man sich viele Wahrheiten ausleiht um ihn damit zu schmücken, während das Innere jedoch nicht dem biblischen Original entspricht. Unter pseudo findet man in Wörterbüchern folgende Einträge:

a) nicht echt obwohl es die Erscheinung des Echten hat; eine falsche Darstellung von dem wahren
b) falsch, unecht, gefälscht, verfälscht, imitiert, nachgeahmt, erfunden, künstlich, vorgetäuscht
c) Lüge, Betrug, Täuschung, Betrügerei; eine falsche Person, die sich hinterlistige verstellt und verführerische Ansprüche erhebt

Zeichen und Wunder sind der Gemeinde heute nicht als Existenzgrundlage gegeben wie damals. Nicht, dass ich Wunder ablehne und nicht an körperliche Heilung glaube, aber Zeichen und Wunder haben ihren bestimmten Platz, ihre bestimmte Zeit [kairos] und ihre von Gott bestimmte Priorität. Kein Mensch kann Zeichen und Wunder beanspruchen und mit ihnen Werbung machen für ihre Gemeinde (wie dies Reinhard Bonnke tat vor der Feuerkonferenz in Frankfurt). Wunder und Heilungen heute (sofern durch Gott und nicht durch Dämonen gewirkt) sind nichts als Gnadentaten Gottes. Heute besteht nicht mehr der Bedarf an Zeichen und Wundern, da die Kirche durch Gottes Wort, Gebet und Gemeinschaft mit anderen Wiedergeborenen, vom Geist der Wahrheit geleiteten Christen, genügend Erkenntnisse bereitgestellt bekommen hat, durch die wir in der neutestamentlichen Realität wandeln können: in Christus!

Keine bereits durch die Schrift gegebene Erkenntnis muss durch ein Zeichen oder Wunder bestätigt werden. Entweder man glaubt der Schrift und folgt den Aussagen Gottes (und beweist durch das bleiben an Seinem Wort, dass man anfänglich rettenden Glauben besaß) oder man weigert sich dem Wort Glauben zu schenken und gibt sich mit pharisäerhaften Auslegungen zufrieden, um nur ein rein äußerliches Christsein aufzuweisen um von Menschen als Christ akzeptiert zu werden (was wiederum beweist, dass man anfänglich nicht den rettenden Glauben besaß, durch den man aber auf dem Weg der Wahrheit und des Gehorsams zu Seinem Wort wandeln würde, denn Joh 8:31-32 „Wenn ihr in meinem Wort bleibt, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger, und ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen!“).

Zeichen und Wunder waren nur in den anfänglichen neutestamentlichen Zeiten notwendig, das sie den christlichen Glauben als von Gott kommend bestätigten. Nun, da die Kirche nicht mehr unmündig ist (d.h. weil sie nicht mehr aus lauter Nepianten besteht, sondern aus wortgegründeten Kämpfern, die die entfaltete Wahrheit und Heilsbotschaft kennen), hat Gott die anfänglichen Mittel (siehe 1Kor 13:8-13).

Auch das Wort teleion (Adjektiv) meint wörtlich nicht etwas, das „perfekt“ ist, sondern etwas, das „vervollständigt, vollzählig, komplett, abgeschlossen, fertiggestellt“ ist: das Neue Testament, das 100 n.Chr. mit dem letzten Buch der Offenbarung teleionisiert wurde und die Gemeinde Jesu Christi, die auch bis dahin teleionisiert war. Als Jesus vom Kreuz rief „Es ist vollbracht“ (Joh 19:30) sagte er in Griechisch „tetelestai“ und meinte damit nicht „ich bin nun vollkommen perfekt oder alles ist nun perfekt“, sondern er meinte mit diesem Ausruf „alle Dinge, die vorhergesagt wurden (vgl. Johannes 19:28!), sind nun vollständig und vollzählig erfüllt (fertig gestellt) worden“. Daher ergibt sich aus 1Kor 13:10 – Wenn nun das Vollständige (d.h. die Zusammenstellung des Kanon des Neuen Testaments und das Erlangen der Reife in Christus durch die gegebenen Erkenntnisse) da ist und die Menschen aus geistlicher Unreife in geistliche Reife gebracht wurden, sind die für die unreife Gemeinde bestimmten geistlichen Werkzeuge (Prophetien, Erkenntnis) nicht mehr notwendig, da durch die Werkzeuge ja nur die Einzelteile für das Vollständige zusammengebracht wurden. Das Vollständige ist wertvoller und effektiver, als die Werkzeuge selbst.

Der ganze Kontext von 1Kor 13 lässt keine andere Bedeutung zu! Das zweite Kommen des Herrn Jesus Christus kann hier beim besten Willen nicht herausgelesen werden. Auch der Kontext stützt nur die von mir erklärte Darstellung. Und heute erleben wir eine Umkehr dieser biblischen Wahrheit und somit produziert die pervertierte Auslegung der Pfingstbewegung von 1Kor 13 „Gläubige“, die das Wort Gottes nicht mehr achten und schätzen, sondern Zeichen und Wundern nachjagen.

Eine andere Betrachtung, die aufschlussreich ist, ist der Ausdruck in 1Kor 13:13 „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe“. Paulus spricht in den Versen  8-10 von dem Aufhören der drei Gaben. Während diese drei Gaben aufhören, werden weiterhin Glaube, Hoffnung und Liebe bleiben. Die Schrift lehrt uns, dass, solange wir hier auf dieser Erde leben, wir im Glauben wandeln und nicht im Schauen (vgl. 2Kor 5:7). In dem Moment, wo Jesus wiederkommen wird, wird der Glaube aufhören und wir kommen endlich zum Schauen. Jetzt ist das Problem, dass die Pfingstbewegung nicht erkennt, dass wenn Jesus kommt, werden alle Gaben sowie der Glaube und die Hoffnung ebenfalls aufhören. Dann kommen wir nämlich zum Schauen und müssen nicht mehr hoffen, sondern haben unser Ziel erreicht. Paulus spricht also in Versen 8-10 von dem Aufhören der drei Gaben (Apostolische Geistesgaben) und im gleichen Atemzug sagt er, dass nach dem Aufhören dieser Gaben aber Glaube, Hoffnung und Liebe weiterexistieren werden. Und wenn Glaube, Hoffnung und Liebe weiterexistieren werden, nachdem das Vollkommene gekommen ist und das Stückwerk weggetan hat, dann kann mit dem Vollkommenen unmöglich die Wiederkunft Jesu gemeint sein, denn dann würden ja auch der Glaube und die Hoffnung aufhören. Also muss Paulus von Versen 8-10 von etwas anderem reden, als von der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus. Das ist somit ein unwiderlegbarer Beweis, dass to teleion nicht der Herr Jesus sein kann, sondern wirklich die reif gewordene Gemeinde und der vervollständigte neutestamentliche Kanon. Ich möchte diese Wahrheit illustrieren, damit man sie einfacher überblicken kann:

Laut der Pfingstbewegung und ihrer Interpretation von 1Kor 13:8-13 wird es im Himmel nach der Wiederkunft Jesu noch „Glauben“ und „Hoffnung“ geben. Folgende Passagen aus der Schrift zeigen aber sehr deutlich, dass wir vom Glauben zum Schauen gelangen in dem Moment der Wiederkunft Jesu. Auch wird sich unsere Hoffnung erfüllen und wir werden endlich sehen, was wir einst nicht gesehen haben (weil wir nur darauf gehofft haben). Wenn die Gaben laut Pfingstlern erst aufhören, wenn Jesus wiederkommt, wie kann man dann im Himmel noch glauben und hoffen? Allein 1Kor 13:13 widerspricht der pfingstlichen Annahme, die Geistesgaben werden bis zum Schluss aktiv sein. Denn nachdem Paulus in den Versen von einem „Cessationismus“ gesprochen hat, sagt er, was nach dem Aufhören der Apostolischen Geistesgaben bleiben wird – nämlich der neutestamentliche Glaube (vgl. Jud 1:3) verbunden mit der Verkündigung des Evangeliums von Jesus Christus, die neutestamentliche Hoffnung auf all das, was wir jetzt noch nicht sehen können und die göttliche Liebe zu Gott und zu den Brüdern.

1Kor 14:21-22 (Sprachen)
21 Im Gesetz steht geschrieben: »Ich will mit fremden Sprachen und mit fremden Lippen zu diesem Volk reden, aber auch so werden sie nicht auf mich hören, spricht der Herr«.
22 Darum dienen die Sprachen als ein Zeichen*, und zwar nicht für die Gläubigen, sondern für die Ungläubigen; die Weissagung aber ist nicht für die Ungläubigen, sondern für die Gläubigen.

*gr. semeion = „ein Zeichen, Kennzeichen oder Merkmal durch das eine Person oder eine Sache von anderen unterschieden und erkannt wird oder ein Anzeichen, Wunder d.h. eine ungewöhnliche o. übernatürliche Erscheinung, die über den normalen Lauf der Natur hinausgeht z.B. Zeichen, die darauf hindeuten, dass ein bemerkenswertes Ereignis bevorsteht oder z.B. Zeichen und Wunder, durch die von Gott gesandte Menschen beglaubigt werden oder durch welche Menschen beweisen, dass die Sache, die sie vertreten, Gottes ist (Apg 2:22).

Jes 28:10-13 (Sprachen)
10 Weil sie sagen: »Vorschrift auf Vorschrift, Vorschrift auf Vorschrift; Satzung auf Satzung, Satzung auf Satzung, hier ein wenig, da ein wenig«,
11 so wird auch Er zu diesem Volk mit stammelnden Lippen und in fremder Sprache reden,
12 Er, der zu ihnen gesagt hatte: »Das ist die Ruhe! Erquickt den Müden! Und das ist die Erquickung«, aber sie wollten nicht hören.
13 Und so soll auch ihnen das Wort des HERRN werden: »Vorschrift auf Vorschrift, Vorschrift auf Vorschrift; Satzung auf Satzung, Satzung auf Satzung, hier ein wenig, da ein wenig« – damit sie hingehen und rücklings fallen, zerbrochen und verstrickt und gefangen werden.

2Kor 5:6-8 (Glauben)
6 Darum sind wir allezeit getrost und wissen: Solange wir im Leib daheim sind, sind wir nicht daheim bei dem Herrn.
7 Denn wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen.
8 Wir sind aber getrost und wünschen vielmehr, aus dem Leib auszuwandern und daheim zu sein bei dem Herrn.

Heb 6:11.19 (Hoffnung)
11 Wir wünschen aber, dass jeder von euch denselben Eifer beweise, so dass ihr die Hoffnung mit voller Gewissheit festhaltet bis ans Ende…
19 Diese [Hoffnung] halten wir fest als einen sicheren und festen Anker der Seele, der auch hineinreicht ins Innere, hinter den Vorhang… 

1Pet 1:3.13 (Hoffnung)
3 Gelobt sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns aufgrund seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten…
13 Darum umgürtet die Lenden eurer Gesinnung, seid nüchtern und setzt eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch zuteil wird in der Offenbarung Jesu Christi.

Röm 8:18-25 (Hoffnung)
18 Denn ich bin überzeugt, dass die Leiden der jetzigen Zeit nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns geoffenbart werden soll.
19 Denn die gespannte Erwartung der Schöpfung sehnt die Offenbarung der Söhne Gottes herbei.
20 Die Schöpfung ist nämlich der Vergänglichkeit unterworfen, nicht freiwillig, sondern durch den, der sie unterworfen hat, auf Hoffnung hin,
21 dass auch die Schöpfung selbst befreit werden soll von der Knechtschaft der Sterblichkeit zur Freiheit der Herrlichkeit der Kinder Gottes.
22 Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung mitseufzt und mit in Wehen liegt bis jetzt;
23 und nicht nur sie, sondern auch wir selbst, die wir die Erstlingsgabe des Geistes haben, auch wir erwarten seufzend die Sohnesstellung, die Erlösung unseres Leibes.
24 Denn auf Hoffnung hin sind wir errettet worden. Eine Hoffnung aber, die man sieht, ist keine Hoffnung; denn warum hofft auch jemand auf das, was er sieht?
25 Wenn wir aber auf das hoffen, was wir nicht sehen, so erwarten wir es mit standhaftem Ausharren.

Heb 11:1 (Hoffnung)
Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, eine Überzeugung von Tatsachen, die man nicht sieht.

Tit 2:11-14 (Hoffnung)
11 Denn die Gnade Gottes ist erschienen, die heilbringend ist für alle Menschen;
12 sie nimmt uns in Zucht, damit wir die Gottlosigkeit und die weltlichen Begierden verleugnen und besonnen und gerecht und gottesfürchtig leben in der jetzigen Weltzeit,
13 indem wir die glückselige Hoffnung erwarten und die Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Retters Jesus Christus,
14 der sich selbst für uns hingegeben hat, um uns von aller Gesetzlosigkeit zu erlösen und für sich selbst ein Volk zum besonderen Eigentum zu reinigen, das eifrig ist, gute Werke zu tun.

Nachfolgend möchte ich noch einige Erläuterungen zu griechischen Einzelheiten zu der Passage 1Kor 13:8-13 auflisten, die den Cessationismus bestätigen:

1Kor 13:8-12
8 Die Liebe hört niemals auf. Aber seien es Weissagungen,

gr. propheteiai (Plural) = hiermit sind die übernatürlichen Prophetien o. Weissagungen gemeint, die in die Heilige Schrift eingegangen sind. Diese Prophezeiungen und Weissagungen helfen uns auf das Kommen des Herrn Jesus Christus vorbereitet zu sein.

sie werden weggetan werden;

gr. katargethesontai (3.Person Plural, Futur, Passiv)

seien es Sprachen,

gr. glossai (Plural) = gibt es heute auch nicht mehr. Entweder ist, was man heute fälschlicherweise „Zungenrede“ nennt, dämonisch gewirkt [und hier gibt es ja eine Unmenge an Vorfällen in denen eindeutig erwiesen belastete Menschen verständliche Sprachen redeten, die sie selbst nicht sprachen, die aber die unreinen Geister durch sie sprachen, da Dämonen alle menschlichen Sprachen beherrschen] oder die Leute reden einfach nur Kauderwelsch (=kindlich ungelerntes, zielloses aneinanderhängendes Reden oder Lallen).

sie werden aufhören;

gr. pausontai (3.Person Plural, Futur, Medium). Paulus schreibt, dass Weissagungen und Erkenntnis genau dann aufhören werden, wenn das Vollkommene erscheinen wird (1Kor 13:10). Das griechische Verb pausontai steht nicht im Passiv sondern im Medium. Das zeigt deutlich, dass Sprachen nicht aufhören werden, wenn das Vollkommene erscheint, sondern Sprachen werden ganz von alleine oder von selbst aufhören und genau das ist durch das Medium ausgedrückt worden. Würden Sprachen aufhören, wenn das Vollkommene erscheint, dann hätte Paulus es auch im Passiv geschrieben (pauthesontai). Aber das tat er nicht.  Sprachen hören zu einem anderen Zeitpunkt auf wie Weissagungen und Erkenntnis. Weil Sprachen ein Zeichen für die [ungläubigen] Juden sind, werden sie aufhören, wenn das eingetroffen ist wovor gewarnt wurde: die Zerstörung und die Gefangennahme Jerusalems durch ein heidnisches Volk. Das passierte 70 n. Chr. als die Römer ca. 2 Millionen Juden töteten, ihren Tempel zerstörten und die restlichen Juden in alle Welt vertrieben. Daher erkennen wir, dass Sprachen mindestens 30 Jahre vor den Weissagungen und der Erkenntnis aufhörten. Deswegen finden wir auch Sprachen nur in den frühen Briefen (ca. 54-56 n. Chr.) des Apostels Paulus und sonst in keinem anderen späteren Brief mehr.

sei es Erkenntnis,

gr. gnosis (Singular) = hier im Kontext Wissen oder Erkenntnis nicht natürlichen Ursprungs, das z.B. den Aposteln gegeben wurde, damit wir dieses Wissen (was man nicht von und durch Menschen lernen kann) nun in Schriftform vor uns haben und betrachten können. Der Singular zeigt an, dass es sich um die Gabe handelt und nicht um Erkenntnisse allgemein, die der eine mal mehr und der andere weniger hat.

sie wird weggetan werden.

gr. katargethesetai (3.Person Singular, Futur, Passiv)

9 Denn wir erkennen stückweise und wir weissagen stückweise;

gr. ek merous de ginoskomen kai ek merous prophetenomen (wörtlich: aber wir erkennen aus Teilen und wir weissagen aus Teilen). Paulus sagt damit, dass sie in der Zeit der Unreife noch nicht alles umfassend verstanden haben und daher auch ihr Weissagen zum „Unreifsein“ gehört. Wenn der Zustand der Reife aber eingetreten ist, wird dieses unreife „erkennen“ und „weissagen“ aufhören, da man dann die theologischen Einzelteile vollständig zusammenfügen kann und dadurch das volle Bild sehen kann (d.h. die gesunde Lehre). Nachdem die unreife Urgemeinde nun durch die von Gott gegebenen Einzelteile (die für den Zustand der Unreife bestimmt waren) mehr und mehr zur Reife durchgedrungen ist, benötigt sie die anfänglichen Hilfsmittel nicht länger, die zum Zustand der Reife hinführten. Daher schreibt Paulus das „Erkennen“ und das „Weissagen“ der Zeit der Unreife zu, so dass sie in dem Zustand der Reife verschwinden werden (siehe 1Kor 13:12).

10 wenn aber einmal das Vollkommene

gr. to teleion = 1) Vollständigkeit in verschiedener Hinsicht z.B. Arbeit, Wachstum, Charakter 2) etwas, das abgeschlossen wurde 3) etwas, an dem nichts mehr fehlt um vollständig zu sein 4) Erwachsensein, Reife

da ist, dann wird das Stückwerk

gr. to ek merous (wörtlich: das aus Teilen; d.h. das Unreife) = 1) ein Stück, ein Teil z.B. ein Teil, der jemanden zugeordnet ist oder z.B. ein Los, Schicksal 2) ein Einzelteil aus dem Ganzen z.B. stückweise, teilweise, zu einem bestimmten Grad, individuell, einzeln

weggetan.

gr. katargethesetai (3.Person Singular, Futur, Passiv)

11 Als ich ein Unmündiger war, redete ich wie ein Unmündiger, dachte wie ein Unmündiger und urteilte wie ein Unmündiger; als ich aber ein Mann wurde, tat ich weg, was zum Unmündigsein gehört.

gr. katergeka (wörtlich: ich selbst habe außer Kraft gesetzt; 1.Person Singular, Perfekt, Aktiv). Paulus selber zeigt, dass auch er zu seinen Lebzeiten ein reifer Gläubiger geworden ist und somit alles erkannt hat, was man erkennen kann, um gesunde Lehre zu verbreiten und Irrlehren schneller aufdecken und zurechtweisen zu können. Paulus sein „reifer Zustand“ im Glauben darf nicht mit dem „Erreichen der himmlischen Berufung“ (den Siegespreis in Empfang nehmen vor dem Thron Gottes) verwechselt werden (Phil 2:12-16). Wer nicht mit äußerster Vorsicht den Kontext berücksichtigt, kommt schnell auf falsche Vorstellungen über das, was to teleion ist.

12 Denn wir sehen jetzt mittels eines Spiegels wie im Rätsel, dann aber von Angesicht zu Angesicht;
jetzt erkenne ich stückweise,

gr. arti ginosko ek merous (wörtlich: jetzt erkenne ich aus Teilen). „Jetzt“ (gr. arti = „gerade jetzt, in diesem Moment, jetzt zu diesem Zeitpunkt“) meint den Zustand der Unreife und des nicht gereiften Gläubigen. Die Einzelteile (Prophetie und Erkenntnis) brachten bestimmte Erkenntnisse und Weissagungen hervor, durch die, wenn man sie wie ein Puzzle zusammensetzt, man ein vollständiges Bild sehen kann. Wenn man einmal das vollständige Bild sehen kann (d.h. die Gemeinde den Zustand der Reife erlangt hat), sind die Werkzeuge (d.h. die Einzelteile die das vollständige Bild hergestellt haben), die für den unreifen Zustand bestimmt waren, nicht mehr notwendig. Er ist zu gesunder Lehre durchgedrungen und kann auch andere unterweisen und Irrlehre aufdecken. Die Erkenntnisse und Einsichten, die den Aposteln gegeben worden sind, dienen uns heute als Grundlage für die gesunde Lehre (vgl. Eph 2:20), wie geschrieben steht: „damit ihr an uns lernt, in eurem Denken nicht über das hinauszugehen, was geschrieben steht“ (1Kor 4:6).

dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin.

gr. tote de epignosomai kathos kai epegnosthen (wörtlich: dann aber werde ich vollkommen erkennen, genauso wie ich vollkommen erkannt wurde). „Dann aber“ bezieht sich auf den zukünftigen Zustand der Reife und meint den Zustand, der die Unreife überwunden hat. Hier wird für „erkennen“ das gr. Wort epiginosko verwendet,  nicht ginosko wie in 1Kor 13:9. In der Unreife begann der Unmündige die Dinge zu erkennen (ginosko), was dann zu einem vollständigen Erkennen (epiginosko) führte. Das zeigt Paulus auch in Eph 4:13 „bis wir alle zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis (gr. epignosis) des Sohnes Gottes gelangen, zur vollkommenen Mannesreife, zum Maß der vollen Größe des Christus“. Und mit dieser vollkommenen Erkenntnis meint man nicht „alles“ was man wissen kann, sondern „alles“ was man wissen muss, um sagen zu können: „Ich kenne Gott! Ich kann sein Wesen und das Evangelium erklären!“.

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